1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Mönchengladbach: Horst Köppel: „Das Toupet hielt, aber es war furchtbar”

Mönchengladbach : Horst Köppel: „Das Toupet hielt, aber es war furchtbar”

In seinem Leben als Fußballprofi und Coach hat Horst Köppel eine Menge erlebt. Deutsche Meisterschaften, UEFA-Cup-Gewinn, Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, DFB-Pokalsieg mit Borussia Dortmund, viele Auslandsstationen. In bester Erinnerung bleiben aber oft die kleinen Nebensächlichkeiten.

So präsentierte sich Köppel - schon in jungen Jahren mit lichtem Schopf - Anfang der 70-er Jahre überraschend mit voller Haarpracht. Ein Vertrag mit einer englischen Toupetfirma machte es möglich: Der junge Profi hatte plötzlich einen persönlichen Sponsor.

In wallender Haarpracht: Horst Köppel als Mittelfeldspieler der deutschen Nationalelf bei einem Spiel 1973 gegen Bulgarien.
In wallender Haarpracht: Horst Köppel als Mittelfeldspieler der deutschen Nationalelf bei einem Spiel 1973 gegen Bulgarien. Foto: dpa

„Im Nachhinein war es furchtbar. Es war auch kein richtiges Toupet, sondern ein Haarteil, das in die anderen Haare eingeflochten wurde. Aber ich habe es nie verloren, auch wenn das immer mal erzählt wurde”, erinnerte sich Köppel. Mit dem „Ding” hatte er aber dann doch mehr Ärger als Gefallen. Alle drei Wochen musste er die Haare nachflechten lassen.

„Das war ein großer Aufwand, ich wollte das Ding nicht mehr.” Aber Köppel hatte sich laut Vertrag drei Jahre verpflichtet und dafür natürlich auch Geld bekommen. „Bei Ausstieg wäre eine Konventionalstrafe fällig geworden, die höher gewesen wäre als der Sponsorenbetrag”, sagte Köppel. Also hielt der damalige Profi des VfB Stuttgart - ganz sparsamer Schwabe - tapfer durch. „Ich musste es drei Jahre machen.”

Heute lacht der gebürtige Stuttgarter über solche Geschichten. Denn der Sport hat ihm zu viele andere, gute Möglichkeiten geboten. Schon in seiner aktiven Zeit hat es ihn mal kurz in das kanadische Vancouver gezogen, später, als Trainer, sogar nach Japan und in die Vereinigten Arabischen Emirate. „Ich hatte wunderschöne Stationen. Ohne Fußball wäre ich nicht dahingekommen”, sagte Köppel.

Mit dem 65. Geburtstag, den er am Freitag in nicht ganz kleinem Kreis feiert, schwinden auch die Aussichten auf eine weitere Trainerstation. „Das ist mir klar, aber man sollte niemals nie sagen. Es gab auch immer mal Anfragen, zuletzt von Dinamo Tiflis. Aber so etwas überlegt man sich”, meinte der einstige Offensivspieler.

Dafür hat er mit dem früheren Mönchengladbacher Profi und Sportdirektor Christian Hochstätter in diesem Jahr eine Fußballschule für Mädchen und Jungen von fünf bis 15 Jahren gegründet. „Das läuft gut an. Da will ich in den Ferien aktiv mitmachen”, sagte er.

Ansonsten sitzt Köppel natürlich regelmäßig bei der Borussia auf der Tribüne, auch wenn das Verhältnis zu seinem Club ein wenig abgekühlt ist. Köppel hatte mit einer Opposition sympathisiert, die Vereinschef Rolf Königs ablösen wollte.

Aber bei Borussia Dortmund, wo er mit dem Club 1989 den DFB-Pokal gewann, erinnert man sich immer noch an den früheren Coach. „Zum BVB habe ich noch einen guten Draht. Ich war zum Halbfinale gegen Real Madrid oder beim Pokalfinale im vergangenen Jahr eingeladen”, meinte Köppel. Im Champions-League-Endspiel drückt er natürlich den Dortmundern die Daumen, trotz der Verbundenheit zu seinem früheren Mitspieler Jupp Heynckes: „Ich denke, der BVB wird 2:1 gewinnen”.

Zuvor wird aber noch kräftig gefeiert. Und wie es im Haus Köppel üblich ist bei Geburtstagen, hat Ehefrau Edith den Vorrang und darf die „Generalprobe” begehen. „Sie ist fünf Tage älter als ich, sieht aber fünf Tage jünger aus”, befand der Ehemann.

(dpa)