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Mönchengladbach: Hecking hat kein Interesse an einer „Heldengeschichte“

Mönchengladbach : Hecking hat kein Interesse an einer „Heldengeschichte“

Nun, nach den Klauseln im Vertrag von László Bénes (bis 2021) wurde — noch — nicht gefragt. Aber selbstverständlich stand der slowakische Jüngling nach seinem 1:0-Siegtreffer für Borussia Mönchengladbach im Bundesligaspiel gegen Hertha BSC im Mittelpunkt des Interesses.

Dieter Hecking versuchte, einen Mittelweg zu finden zwischen Euphorie und Nüchternheit. „Ich bin kein Freund davon, junge Spieler nach dem ersten Spiel gleich zu sehr zu loben“, befand der Borussen-Coach. „Aber László hat es sich verdient. Er hat ein herausragendes Spiel gemacht.“

Heckings Richtigstellung unterstreicht auch den Anteil des Trainers an diesem „Heldenepos“: „Auch wenn Tony Jantschke hätte spielen können, wäre Bénes aufgelaufen. Er hat es sich verdient. Ich glaube, er tut unserem Spiel gut.“ Das Risiko-Potenzial der Kombination Dahoud/Bénes als Doppelsechs allerdings zeigte sich vor allem in der ersten Halbzeit.

Und das führt zu der Möglichkeit, den Augenmerk auf eine Nebengeschichte zu lenken, die man sogar allwöchentlich (in englischen Wochen gleich zwei Mal) erzählen könnte: Spiel für Spiel liefert ein weiterer Jüngling, der am Montag erst 21 Jahre alt wird, Beweise seines Weltklasse-Könnens. Und das ist nicht gemeint wie das inflatorisch benutzte Prädikat für eine (nur) gute Abwehraktion eines Bundesligaabwehrspielers.

Andreas Christensen bestätigt immer mehr die nur scheinbar übertrieben euphorische Prophezeiung seines schwedischen Abwehrkollegen Oscar Wendt: „Er wird einmal der beste Abwehrspieler der Welt.“ Was der Däne macht und wie er es macht, ist beängstigend gut. Fände dies nicht überwiegend in der Abwehr statt, stünde die Leihgabe des FC Chelsea viel mehr im Mittelpunkt.

Ehrfürchtiges Raunen des Borussia-Park-Publikums ist der auffälligste Lohn für seine Arbeit, wenn er etwa wieder einmal eine brenzlige Situation am oder im Gladbacher Strafraum ohne dümmlich-hilfloses Foul gelöst hat. Kein Fußballprofi bleibt makellos, bei den Abwehrspielern aber fallen die Fehler mehr auf.

So muss sich Christensen auch nicht über ein verlorenes Kopfball-Duell grämen. Am 19. September 2015 in Müngersdorf gegen Anthony Modeste. Das 1:0 der Kölner animierte Gladbachs Trainer Lucien Favre zum Rücktritt. Die Erfolgsgeschichte von Andreas Christensen aber nahm von diesem Tag an seinen Lauf.

Das Wiedersehen am Samstag mit dem FC-Torjäger wird eine weitere Herausforderung für den Dänen werden — auf seiner Abschiedstour vor der Rückkehr im Sommer zu Chelsea.

(bsc)