Mönchengladbach: Gladbachs Abwehrchef steht am Freitag gegen den HSV vor der Rückkehr

Mönchengladbach: Gladbachs Abwehrchef steht am Freitag gegen den HSV vor der Rückkehr

Als die Terminierung für den vierten Spieltag, den Borussia Mönchengladbach heute Abend um 20.30 Uhr mit der Heimpartie gegen den Hamburger SV eröffnet, bekanntgegeben wurde, rieb man sich am Niederrhein die Hände.

Vier Tage vor der langersehnten Premiere in der Champions League sollte der HSV gerade recht kommen, um sich für die Königsklasse in Stimmung zu bringen.

Nach drei Niederlagen in Folge zum Auftakt in die Bundesligasaison spricht in Gladbach vor dem Duell gegen den Bundesliga-Dino niemand mehr von einem „Warm-Up“ für Europa.

Im Gegenteil, das Auftaktmatch in der Champions League am kommenden Dienstag beim FC Sevilla rückt deutlich in den Hintergrund. Borussia muss als aktueller Tabellenletzter in der Liga zusehen, festen Boden unter die Füße zu bekommen.

Die Ursachenforschung für den historischen Minus-Start entpuppt sich als vielteiliges Puzzle. Der Abgang der „Achsenspieler“ Max Kruse und Christoph Kramer zerstörte ein funktionierendes Team, langwierige Verletzungen von Basisspielern kamen hinzu.

Die ins kalte Wasser geworfenen Youngster zahlten, wenig überraschend, Lehrgeld, und die Neuzugänge haben sich, ebenfalls nicht unerwartet, noch nicht komplett an den etwas speziellen „Favre-Fußball“ gewöhnt.

Nimmt man noch die Formschwäche einiger etablierter Spieler hinzu, addiert sie mit den persönlichen Fehlern gegen Mainz und Bremen und berücksichtigt die mangelnde Effektivität in der Chancenverwertung, so hat man eine Menge Einzelteile, die am Ende das Gesamtbild eines klassischen Fehlstarts ergeben.

„Es sind nur Details“, sagt Lucien Favre mit Bestimmtheit. Borussias Trainer hat die Probleme erkannt, die „für mich keine Überraschung sind“. Der Schweizer sieht die Missstände als lösbar an: „Mit harter und gezielter Arbeit kann es schnell gehen, dass es wieder passt.“

Die Länderspielpause hat Favre zu eben dieser Arbeit genutzt, auch wenn einige Akteure bei ihren jeweiligen Nationalteams weilten. Es wurde sehr intensiv trainiert am Borussia-Park, und mit Martin Stranzl mischte ein Spieler mit, der in den letzten Monaten schmerzlich vermisst wurde.

Der Österreicher zog das volle Programm durch und dürfte für das HSV-Spiel eine Option für die Startelf sein. Auch wenn Lucien Favre zu bedenken gibt, dass Stranzl „seit fünf Monaten kein Pflichtspiel mehr gemacht hat“.

In die Rolle des Hoffnungsträgers will sich Stranzl ohnehin nicht drängen lassen. Es wäre auch absurd, wenn ein 35-Jähriger allein alle Probleme lösen könnte. Gleichwohl sollte seine Präsenz der Mannschaft helfen. Wobei noch längst nicht klar ist, wen Lucien Favre heute Abend im ausverkauften Borussia-Park ins Rennen schicken wird.

Neue Verletzungssorgen (Patrick Herrmann) sind hinzugekommen, weitere Rekonvaleszenten (Johnson, Dominguez) sind noch nicht so weit. Dazu fehlt mit dem gesperrten Granit Xhaka der Taktgeber im defensiven Mittelfeld.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Jantschke, Stranzl, Brouwers, Wendt - Nordtveit, Stindl - Traoré, Hazard - Raffael, Drmic