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Augsburg: Gladbach zollt Augsburg Respekt

Augsburg : Gladbach zollt Augsburg Respekt

Als der Abend in Augsburg schon weit fortgeschritten war, ließen sich noch immer vergnügte Weihnachtsgrüße in den Arenagängen vernehmen. Drei Stunden lag der 2:1 (1:1)-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach bereits zurück, da verabschiedeten sich die letzten Mitarbeiter in die Winterpause.

Sie konnten in jenem Gefühl nach Hause gehen, das der stolze Markus Weinzierl zuvor in seine begeisterte Bestandsaufnahme gegossen hatte.

Dieser Sieg nach den beiden Niederlagen gegen den FC Bayern und bei Hannover 96 sowie trotz mehrerer Ausfälle sei ein „Ausrufezeichen hinter einem sensationellen Jahr 2014“ gewesen, sagte der Trainer. Er verspüre eine „riesige Freude“ über eine „bockstarke und komplett überzeugende Mannschaftsleistung“. Und natürlich auch über die beste Hinrunde der Vereinsgeschichte in der Bundesliga.

Mit 27 Punkten überwintern die Augsburger auf Tabellenplatz sechs, der am Ende der Saison zur Teilnahme an der Europa League berechtigt. Nur ein paar Tore trennen den FCA mit dem zweitkleinsten Etat der Liga gar von jenem Vierten, den sie zum Jahresausklang bezwungen hatten.

Markus Feulner (20.) und Raul Bobadilla (51.) hatten den frühen Rückstand durch Max Kruses Handelfmeter (3.) noch in den neunten Saisonsieg umgewandelt. Möglich geworden war das wieder einmal durch eine enorme Willensleistung, aber auch durch spielerisches und strategisches Geschick. Zwar hatten die Gäste in der äußerst unterhaltsamen und wogenden Partie ebenfalls mehrere gute Torchancen. Doch wie die Augsburger ihren Erfolg zunächst erzwangen und in der Schlussphase clever herunterspielten, nötigte auch den international erfahrenen Gladbachern viel Respekt ab.

„Sie spielen eine hervorragende Saison. Was die hier leisten, da muss man wirklich mal den Hut vor ziehen“, sagt André Hahn. Er kennt sich aus mit dem FCA, erst im vergangenen Sommer war er ja zur Borussia übergelaufen. Für den 24 Jahre alten Nationalspieler sind die 27 Punkte der Augsburger nach den 28 Zählern der vergangenen Rückrunde nicht nur „großes Kino“, er findet auch: „Sie stehen zurecht da, wo sie stehen.“

Die erstaunliche Konstanz seiner ehemaligen Kollegen könnte sogar seiner neuen Mannschaft gefährlich werden in der Rückrunde. Die zweite Saisonhälfte war unter Weinzierl bisher stets ertragreicher ausgefallen als die erste. Zudem wird die Borussia anders als Augsburg bis mindestens März auch in der Europa League und im Pokal und damit in weiteren englischen Wochen gefordert sein.

In der Vorsaison waren die Gladbacher nach 33 Punkten in der Hinrunde auf 22 nach der Winterpause abgefallen. Daran erinnerte nicht nur Trainer Lucien Favre, sondern auch Max Eberl. Und der Sportdirektor würde deshalb bei einer Bestandsgarantie sofort einschlagen. „Wenn wir den Champions-League-Quali-Platz erreichen sollten, wäre das ein fantastisches Ergebnis“, sagte Eberl.

Für den Tabellenvierten bedeutete das 1:2 die vierte Niederlage im 27. Pflichtspiel einer kräfteraubenden Hinrunde. „Das macht die Liga ab Platz zwei so spannend, dass alles eng zusammen ist, dass jeder jeden schlagen kann. Das sind nur Nuancen“, verwies Defensivmann Tony Jantschke auf die Ohne-Bayern-Wertung. „Nach dem verdienten Urlaub gilt es, es besser als im letzten Jahr zu machen.“

Über die vorderen Positionen machen sie sich beim FC Augsburg keine Gedanken, sondern nur über den Abstand zur weitaus ferneren Abstiegszone. Zumindest vorerst. Es gehe weiterhin darum, „frühzeitig den Klassenerhalt“ zu bewerkstelligen, sagte Weinzierl. Dieses Etappenziel könnte relativ schnell erreicht sein.

(mit dpa)