Gladbach spielt am Samstag in Hoffenheim

Vor dem Spiel in Hoffenheim : Bénes’ neue Rolle bei der Borussia

Trainer Marco Rose baut auf Laszlo Bénes – wohl auch bei Borussia Mönchengladbachs Bundesligaspiel bei der TSG Hoffenheim. Der 22-Jährige ist nach seiner Rückkehr aus Kiel ein „wichtiger Faktor“.

Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie stark sich die Bedeutung und Wertschätzung eines Fußballers unter neuen Rahmenbedingungen verändern können. Ein anderer Verein oder ein Trainerwechsel – und plötzlich werden Spieler aus der zweiten Reihe zu wichtigen Faktoren.

Borussia Mönchengladbachs Laszlo Bénes könnte künftig als Beispiel hierfür dienen. Wirklich neu ist der Borussia-Park für ihn zwar nicht; der Slowake war bereits 2016 zu den Gladbachern gewechselt. Doch wenn Bénes nach dem 2:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf sagt, dass er jetzt seinen „Traum lebe“ und dafür „drei Jahre gekämpft“ habe, deutet vieles darauf hin, dass er zurzeit eine Art Neuanfang erlebt.

Vor dem Spiel am Samstag bei der TSG Hoffenheim (15.30 Uhr) verdeutlichte auch Marco Rose, der den 22-Jährigen seit dieser Saison trainiert, den veränderten Stellenwert des Mittelfeldspielers: „Er ist ein sehr wichtiger Faktor in unserem Spiel.“ Nicht umsonst stand Bénes als einer von zehn Spielern in Borussias Kader in bislang allen sieben Pflichtspielen 2019/20 auf dem Platz.

Was für einen Fußballer, der in der vergangenen Rückrunde an den Zweitligisten Holstein Kiel ausgeliehen war und davor nur in elf Ligaspielen zum Einsatz kam, alles andere als selbstverständlich ist. „Ich weiß, dass es im Profifußball genauso schnell wieder bergab wie bergauf gehen kann“, sagt Bénes. Worte eines Spielers, der in den ersten zweieinhalb Jahren bei der Borussia wegen Verletzungen mehr als 300 Tage ausgefallen war.

Besondere Mentalität

„Laci verkörpert mit seiner Mentalität genau das, wofür wir stehen wollen. Er arbeitet aktiv gegen den Ball, initiiert viele Angriffe und läuft gerne viel“, lobte Rose den Rückkehrer, der vermutlich in Sinsheim erneut in der Startelf stehen wird. Auch wenn er, wie Gladbachs Trainer mit einem Schmunzeln erzählte, nach dem Spiel gegen Düsseldorf einräumte: „Trainer, ich habe noch nie eine Englische Woche gespielt. Ich bin jetzt kaputt.“ Auch das ist neu beim zweiten Anlauf von Bénes im Borussia-Park.

Eine Woche ohne Spiel sollte nun für eine vernünftige Regeneration gereicht haben. Und Rose hätte „nichts dagegen“, wenn sich sein flexibel einsetzbarer Mittelfeldspieler gegen Hoffenheim nach zwölf Torschüssen in dieser Spielzeit auch mal mit einem Treffer belohnen würde.

Dann würde es definitiv ein anderes Ergebnis geben als vergangene Saison beim torlosen Remis in Sinsheim. Diesen Samstag werden mit Ibrahima Traoré, Fabian Johnson, Tobias Strobl und Jonas Hofmann potenzielle Startelfkandidaten fürs Mittelfeld ausfallen. Im Dezember 2018 wurde Bénes trotz ähnlicher Personalnot nur eingewechselt. Dieses Mal wird es wohl anders sein. Die Rahmenbedingungen haben sich nämlich geändert.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt - Zakaria - Bénes, Neuhaus - Embolo - Thuram, Pléa

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