Mönchengladbach: Gladbach kämpft in Berlin gegen das „Mittelmaß“

Mönchengladbach: Gladbach kämpft in Berlin gegen das „Mittelmaß“

Die Reise nach Berlin hätte Borussia Mönchengladbach lieber mit einem Sieg über Celtic Glasgow angetreten. Das 1:1 in der Champions League liefert nicht den Schwung, den ein Erfolgserlebnis mit sich bringen könnte.

Allerdings kann sich Trainer André Schubert immerhin über zwei Mitreisende freuen: Thorgan Hazard und Raffael bewiesen bereits beim unglücklichen Remis gegen die Schotten, dass sie einen enormen Input in die Mannschaftsstärke leisten können, selbst wenn sie noch nicht hundertprozentig spielfit sind. Heute gegen Hertha BSC sollten sie erneut dem Offensivspiel Borussias mehr Tiefgang und Torgefährlichkeit einhauchen können.

Das Spiel im Olympiastadion besitzt für die Gäste wegweisenden Charakter. „Wir müssen zur Zeit mit Mittelmaß leben“, beurteilt Max Eberl den Tabellenstand (Platz elf). Eine weitere Niederlage würde diesen Zustand zementieren. Eigentlich zu wenig für einen Verein, von dem Hertha-Manager Michael Preetz sagt: „Es ist kein Geheimnis, dass sie uns noch voraus sind.“ In der Punkte-Hierarchie nicht, da liegen die Berliner mit fünf Zählern Vorsprung auf Platz fünf.

Und ihr Trainer ist ausgeschlafen genug, diesen vor der Länderspielpause noch weiter auszubauen. Pal Dardai wurde gefragt, ob er denn Gladbachs Auftritt gegen Celtic im Fernseher verfolgt hätte. „Ihr kennt mich“, entgegnete der coole Ungar. „Ich habe eine Halbzeit geguckt, dann bin ich schlafen gegangen.“

Die personifizierte Gelassenheit. Damit aber hat der 40-Jährige verpasst, wie sein Kollege zur Halbzeit einmal mehr das System änderte — und es anschließend wesentlich besser lief. Unglücklicherweise sehen es die Regeln weder in der Champions League noch in der Fußball-Bundesliga vor, für diese Demonstration des Trainerkönnens Hilfs- oder gar echte Punkte zu erhalten.

Immerhin ist Dardai aber von der jüngsten Sportgeschichte der beiden Kontrahenten beeindruckt. Fünf Liga-Spiele in Folge haben die Berliner gegen Gladbach verloren, die letzten zwei mit 1:4 und 0:5. Der Hertha-Coach überlegt nun, vor dem Spiel in die Kirche zu gehen, um dort um Beistand zu bitten. Das würde womöglich mehr bringen als ein TV-Studium.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Jantschke, Vestergaard, Elvedi - Korb, Strobl, Kramer, Johnson - Stindl - Hahn, Hazard

(bsc)