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Mönchengladbach: Gladbach: Gut geschüttelt um bei Hertha den Frust runterzuspielen

Mönchengladbach : Gladbach: Gut geschüttelt um bei Hertha den Frust runterzuspielen

Viele leidgeprüfte Fußballfan wissen das: Die Realität ist dem Konjunktiv ihm seinen Tod. Und so hätte es ein wunderbarer Dienst(ag)abend sein können, doch für Borussia Mönchengladbach endete er nur mit einem 1:1 gegen Celtic Glasgow statt einem Sieg.

Christoph Kramer drückte es so aus: „Der Gegentreffer ist sehr ärgerlich. Aber morgen werden wir über den Punkt schon ganz anders denken.“ Menschen im Wirrwarr der Gefühle. Der Mittelfeldspieler war Symbol dieser Zwiespältigkeit. Der Rückkehrer leitete mit einem exzellenten Steilpass auf Thorgan Hazard die Führung durch Lars Stindl ein (Kramer grinsend: „Das passiert mir ja auch nicht so oft“).

Der ehemalige Nationalspieler streute aber auch ein paar Szenen ins Spiel ein, die den Eindruck hinterließen, er würde immer noch unter Spätfolgen seiner weltmeisterlichen Gehirnerschütterung leiden.

Mit dem 1:0 entwickelte sich das Hirngespenst Tabellenzweiter zu einer ernsthaften Möglichkeit, da der FC Barcelona im Parallelspiel bei Manchester City ebenfalls in Führung gegangen war. Am Ende aber ist durch Celtics Ausgleich und ManCitys Sieg für Borussia nicht einmal mehr Platz drei, die Teilnahme an der Europa League, sicher.

„Nein, Sie können mir am 6. Dezember um 22.35 Uhr zum dritten Platz gratulieren“, wehrte denn auch Max Eberl ab. Dann ist der letzte Gruppenspieltag vorbei, und Celtic müsste bis dahin mindestens noch einmal gewonnen haben (zu Hause gegen Barcelona oder in Manchester), um Gladbach noch zu überholen. Äußerst unwahrscheinlich, aber Borussias Sportdirektor skizziert ein Menetekel: „Wenn ManCity dann schon durch ist und nur noch mit einer B-Elf antritt . . .“

Diese Schwarzmalerei hätte sich Gladbach ersparen können. So weit der Konjunktiv. Die Realität: Borussia spielte nicht so gut wie im Hinspiel (2:0), vor allem nicht so effektiv, und Glasgow wesentlich besser als im Celtic Park. Stindl (53.), Johnson (57.), Hazard (62.), André Hahn (65., ans Tordreieck) hätten die Führung auf sichere Füße stellen können.

Und zu „schlechter“ Letzt erwies sich der Einfluss eines Einzelnen auf den Mannschaftssport Fußball. „Raffael hat sofort den Unterschied gemacht“, lobte Eberl das rund 12-minütige Treiben des eingewechselten Edeltechnikers.

Zwei machen den Unterschied

Für eine Wende aber reichte es nicht. Zuvor hatte bereits ein Teamkollege einen Unterschied gemacht — im negativen Sinne. Julian Korb bewies nicht zum ersten Mal Orientierungsschwierigkeiten: Erst verschluderte der 24-Jährige seinen Standortvorteil gegenüber Moussa Dembelé, dann riss er den Celtic-Angreifer trotz dessen ungünstiger Ausgangslage um.

„Er hatte eigentlich eine gute Position, hat aber den Ball nicht richtig eingeschätzt. Und aus dem Winkel war es nicht die größte Bedrängnis und eigentlich unnötig“, kritisierte Schubert. Strafstoß für Celtic, den Dembelé verwandelte, Rot für Korb, der ein Spiel gesperrt wurde (76.). „Das müssen wir erst einmal aus den Kleidern schütteln“, sagte Gladbachs Trainer.

Im Schnellgang: Die DFL beschert seiner Mannschaft in der Bundesliga bei Hertha BSC das zweite Freitagspiel hintereinander. „Das würde den Bayern nie passieren“, giftete Max Eberl. „Es gibt genug Teams, die dann hätten spielen können.“ Sein Trainer nahm den Pass auf. „Dafür habe ich absolut kein Verständnis. Ich weiß nicht, wer dafür verantwortlich ist — aber er hat nicht nachgedacht.“