Mönchengladbach: Gladbach geht mit einem „neuen“ Patrick Herrmann in den finalen Test

Mönchengladbach: Gladbach geht mit einem „neuen“ Patrick Herrmann in den finalen Test

Hendrik Schreiber piekt seine „Patienten“ mit Nadeln. „Dry Needling“ nennt das die Fachwelt. Akkupunktur also. Da mochte Dieter Hecking nicht nachstehen und setzte seinerseits Reizpunkte. Ob Borussia Mönchengladbachs neuer Chef-Physiotherapeut mit seinem Handwerk erfolgreich ist, wird sich zeigen.

Der Trainer des Fußball-Bundesligisten ist da bereits weiter: Sein „Patient“ gelobte nach einer Aussprache nicht nur Besserung, nach der verbalen Provokation bewies er sie sogar: im Trainingsalltag in der Vorbereitung auf die neue Saison und in den Testspielen. Patrick Herrmann also, inzwischen ein Gladbacher Urgestein mit hohem Beliebtheitsgrad bei den Fans — und jetzt auch nicht nur menschlich bei Borussias Verantwortlichen.

„Ich freue mich, euch mitteilen zu können, dass ich auch weiterhin die Raute tragen werde“, verkündete er zeitgemäß via Insta­gram. Da der Vertrag des 27-Jährigen im kommenden Jahr endet, hatte es lange Zeit so ausgesehen, dass sich die Wege von „Flaco“ und seinem Herzensklub trennen. Den Reizpunkt, den womöglich ein anderer Arbeitgeber für seine weitere Karriere hätte setzen können, hat nun Hecking übernommen.

Und so bekommen am Samstag ab 15.30 Uhr im Stadion des Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck die Zuschauer die Gelegenheit, den kostenlosen „Neuzugang“ zu beobachten und sich von der offensichtlichen Metamorphose des Patrick Herrmann zu überzeugen. Das Testspiel gegen den spanischen Erstligisten Espanyol Barcelona bietet einen würdigen Rahmen für dieses Schauspiel.

„Orthodoxe“ Neu-Borussen werden natürlich auch im Fokus stehen. Das Spiel gegen die Katalanen ist der finale Test vor dem ersten Pflichtspiel am folgenden Wochenende im Pokal. Auch wenn morgen bei der Saisoneröffnung im Borussia-Park noch ein Freundschaftsspiel gegen den Ausrichter Wegberg-Beeck ansteht (11 Uhr, Eintritt frei). Es ist davon auszugehen, dass Hecking im Waldstadion seine derzeit beste Elf auflaufen lässt.

Und die Gladbach-Fans wird dabei vor allem interessieren, wie weit der neue Stürmer Alassane Pléa ist, der in den Testspielen zuvor sowohl körperlich als auch vom Spielverständnis her noch nicht bei 100 Prozent war. Ein verbesserter Herrmann, ein verbesserter Pléa — das könnte die Phantasie der Borussen-Anhänger nach der eher enttäuschenden Vorsaison beflügeln.

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