Gladbach gegen Leipzig: Ein Sieg würde Hecking und der Borussia guttun

Hazard-Poker allgegenwärtig : Dieter Hecking und sein rein sportlicher Wille

Borussia Mönchengladbachs Trainer möchte am Samstag gegen RB Leipzig unbedingt gewinnen. Ein Ablenkung könnte der öffentliche Poker um Hazard sein. Der ist wiederum in vollem Gange.

Mitunter scheint es in Vergessenheit zu geraten: In der Fußball-Bundesliga dreht es sich – zum Glück – in erster Linie um Fußball. Um Sport. Und so ist man angesichts facettenreich­ster Diskussionen über Borussia Mönchengladbachs Trainer Dieter Hecking fast dankbar, wenn er einen Satz wie diesen sagt: „Das Spiel will ich unbedingt gewinnen.“ Die Partie gegen RB Leipzig also, am heutigen Samstagabend (18.30 Uhr). Herrlich simpel und gerade auch deshalb wahr und authentisch: Hecking will siegen – gegen ein Team, das sechs Auswärtsspiele in Serie gewonnen hat, auf Platz drei der Tabelle steht, lauffreudigen und offensiven Fußball spielt und scheinbar nimmer müde wird.

Ehrgeiz nennt man diesen Willen des 54-Jährigen. Und keiner sollte sich von seinem abgeklärten Auftreten täuschen lassen: In seinem Innern sieht es viel emotionaler aus. Und so ist es der Fußballer in ihm, der sich die Feder RB unbedingt an den Trainer-Hut stecken möchte. Niemals würde Hecking es zugeben, aber ein Sieg gegen die derzeit unbezwingbar wirkenden Leipziger wäre Balsam auf seinen Wunden, die nach dem angekündigten Aus im Sommer immer noch schwären.

Einem Routinier würde gelingen, woran etliche jüngere Kollegen gescheitert sind. „Das Gesamtpaket Leipzig ist gut. Es ist hinreichend bekannt, wie sie gegen den Ball arbeiten und auf Pressingmomente lauern, und dass es klare Vorgaben gibt, wo und welchen Raum sie anzulaufen haben.“ Deshalb der Auftrag an seinen Assistenen: Co-Trainer Frank Geideck muss darauf in der Videoanalyse besonders eingehen.

Weil aber Bundesliga inzwischen viel mehr als die 90 plus x Minuten auf dem Rasen sind, gibt es Themen, die überraschender Weise (zu) viel mit (zu) viel Geld zu tun haben. In Sachen des wechselwilligen Thor­gan Hazard eröffnete der „Kicker“ stellvertretend für Hauptinteressent Borussia Dortmund den Poker. Tenor: Der BVB wolle wesentlich weniger als die kolportierte Ablösesumme von 40 Millionen Euro zahlen.

Lieber würde man warten, um den Belgier ein Jahr später umsonst zu bekommen. Sportdirektor Max Eberl war – so läuft das Geschäft – zu einer offiziellen Entgegnung gezwungen: „Wenn wir einen Top-Spieler für ein weiteres Jahr behalten können, ist das auch nicht verkehrt.“ Eberl könnte ja mit einigen Infos, die er dem „Playboy“ – ihm hatte der Sportdirektor vor kurzem ein Interview gegeben – steckt, in die nächste Poker-Runde einsteigen. Rein sportlich aber wird etwa interessant, ob Hazard heute gegen die RB-Sprinter mithalten kann.

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