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Mönchengladbach: Gladbach auf der Suche nach dem Erfolgsschlüssel

Mönchengladbach : Gladbach auf der Suche nach dem Erfolgsschlüssel

„Es gibt kein Patentrezept.“ Das ist die aktuelle Aussage von Dieter Hecking zur Tor- und Punkteflaute von Borussia Mönchengladbach. Es ist nicht schwierig, dem Gladbacher Trainer dieses Urteil abzunehmen. Wäre der Routinier im Besitz einer Lösung, hätte er sie bereits in einem der vergangenen vier Bundesligaspiele angewandt.

So aber kann Hecking auch nicht vor Herausforderung Nummer fünf, am Samstag bei Hannover 96 (15.30 Uhr), den Erfolgsschlüssel umdrehen. Stattdessen bleibt ihm nur das Passepartout aller Trainer in Krisenzeiten: „Aus der Situation kommen wir nur raus, wenn wir weiterhin leidenschaftlich spielen, so wie wir es gegen Dortmund gemacht haben.“ Bei der ebenso unglücklichen wie unverdienten 0:1-Niederlage hatten seine Schüler all die Eigenschaften gezeigt, die man einbringen muss, wenn die Leichtigkeit verloren gegangen ist: aktiv, kämpferisch, trotzig.

Borussia Mönchengladbach kann also auch Kampf. Daran zweifelten so einige Beobachter, wohlwissend, dass die Mannschaft von Sportdirektor Max Eberl nicht überwiegend nach diesem Kriterium zusammengestellt worden ist. Die Frage, die aber bleibt, ist: Kann Kampf auch Tore schießen? Eine Mannschaft wie Eintracht Frankfurt beweist dies seit etlichen Spieltagen. Sie ist aber auch entsprechend entwickelt und strukturiert worden. Das Herz der Borussen aber pocht fußballerisch — auch in Zeiten, in denen so manch besorgter Fan sehen will, dass Stindl & Co. die Rasenflächen der Bundesligastadien umpflügen.

Dass das Spielfeld im Borussia-Park zuletzt aussah wie nach einem Besuch ausgehungerter Wildschwein,e lag allerdings am fehlerhaften Pflanzarbeiten und nicht am Umerziehungsprozess der Hecking-Zöglinge. Die daraus resultierende Spielweise, überwiegend mit langen Bällen zu agieren, hätte Lucien Favre vorzeitig ins Grab gebracht. Doch die rustikale Vorgehensweise kann in Phasen, in denen die Brust nicht vor Selbstvertrauen geschwellt ist, von Vorteil sein: Fehler beim Kurz- oder Direktpassspiel können wesentlich leichter zu einer Bestrafung durch Gegentore führen. Also lieber wohlgemut gebolzt als kleinlaut „verpasst“.

Der Anti-Ideologe Hecking kann mit derlei Zwangsphilosophien sicherlich leichter umgehen als sein Vorvorgänger. Doch bei aller Pragmatismus weiß der 53-Jährige, dass auf Sicht der Erfolg nur mit der eigentlichen — eben fußballerischen — Stärke zu erzwingen ist. Fremdgehen als Dauereinrichtung bestraft der Fußballgott. „Wir kreieren Chancen und haben sehr viele Torabschlüsse“, sagt Hecking fast trotzig. Was er nicht sagt: Mit der Einstellung aus dem Spiel gegen den BVB wären die Partien in Freiburg, Wolfsburg und Stuttgart nicht verloren gegangen.(bsc)

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Oxford, Ginter, Vestergaard, Elvedi (?) - Hofmann, Kramer, Zakaria, Hazard - Stindl, Bobadilla