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Aachen: Für die Gladbacher ist das Glas noch halb voll

Aachen : Für die Gladbacher ist das Glas noch halb voll

Man kann nicht von einem Sportdirektor in der Fußball-Bundesligaerwarten, in einer Phase, in der es für seine Mannschaft zäh bis schlecht läuft, das berühmte Wasserglas als halbleer zu erklären. „Früher“, so sagte denn auch Mönchengladbachs Max Eberl nach dem 0:0 gegen Eintracht Frankfurt, „früher hätten wir so ein Spiel verloren.“

Diese neue Genügsamkeit hat allerdings nicht nur mit der Schwächeperiode der Borussia zu tun. Sie ist vor allem auch der — neuen — Qualität des Gegners geschuldet. Bei seinem Debüt als Bundesligatrainer am 12. März dieses Jahres im Borussia-Park musste Niko Kovac ohnmächtig das desolate Treiben seiner Eintracht ertragen. Siebeneinhalb Monate und einen Klassenerhalt später hat der Kroate den Beinah-Absteiger in ein Team verwandelt, das konzentriert, diszipliniert und kampfstark Mannschaften wie Leverkusen, Schalke und den Bayern Siege oder Unentschieden (München) abzwingt.

Imponierend, wie die Hessen in Gladbach auftraten, auch wenn sie ihre hoch stehende Abwehrarbeit nicht 90 Minuten durchziehen konnten. In Halbzeit 2 drängte Borussia die Gäste aus dem Mittelfeldkorridor zurück an den Strafraum. Ein einsamer Ausdruck dieser „Überlegenheit“ war der Lattenschuss von Oscar Wendt (72.). Und so durfte ein starker Christoph Kramer über sein Jubiläumsspiel (100. Bundesligapartie) anmerken: „Wäre der Schuss reingegangen, hätte man von einer abgezockten Leistung gesprochen. So heißt es, das war ein müder Kick.“

„An so einem Tag muss der auch mal reingehen“, pflichtete ihm sein Kapitän bei. Das Manko dieses speziellen „Tages“ aber beschrieb Lars Stindl auch. „Im letzten Drittel ist uns zu wenig eingefallen“, kristierte der Offenisivspieler. „Aber wir machen es gut, dass wir trotzdem nichts zulassen und den Punkt mitnehmen.“

Wenn Erfolg unter anderem davon abhängt, dass alle in einem Verein der Fußball-Bundesliga an einem Strang ziehen — auch verbal —, hat Borussia Mönchengladbach beste Voraussetzungen, die Talsohle in der Bundesliga bald zu verlassen. Sie muss jetzt nur noch Tore sprechen lassen.

(bsc)