Mönchengladbach: Freiburg legt Borussias ungewohnte Verletzlichkeit frei

Mönchengladbach: Freiburg legt Borussias ungewohnte Verletzlichkeit frei

Das letzte und treffendste Wort blieb Max Eberl. „Mehr hat das Spiel auch nicht hergegeben“, erklärte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor, als ihn die versammelten Journalisten ungewohnt schnell entließen. Mehr Fragen drängten sich nach dem mühseligen 1:0 über den SC Freiburg nicht auf.

Immerhin hatte der Manager zwei Urteile abgegeben: „Es war kein Fußballfest“ und „wir haben sehr gut verteidigt“. Das war genaugenommen nur die halbe Wahrheit. In der Tat verkümmerte die spielerische Klasse nach 25 Minuten. „Peu à peu“, beschrieb Lucien Favre den Niedergang. „Die Spieler hatten Angst zu spielen.“ Das nur eine gute Verteidigung übrigblieb, machte Gladbachs Trainer vor allem daran fest, dass Freiburg klare Chancen herausspielte. Erweitert man diesen Ansatz aber nur leicht, bleibt eine in seiner Ausgeprägtheit verblüffende Unfähigkeit der oft so hochgelobten Gladbacher Abwehr: Sich fußballerisch befreien, konnte die Favre-Elf nicht. Speziell die Abwehrversuche per Kopf landeten so zwanghaft bei den Freiburgern, als hätte der Ball einen Eisenkern und alle Gäste einen Magneten im Schuh besessen gehabt.

Die Frage wird sein, ob das extreme Hochstehen der laufstarken Streich-Mannschaft auch zukünftige Gegner als das ideale Instrument wählen und beherrschen, um die Gladbacher aus ihrem Kombinationsspiel zu hebeln. Schalke etwa am Freitag. Dort wird Martin Stranzl fehlen. Borussias Abwehrchef zog sich eine Schädelprellung zu, als ihn ein Ball aus kurzer Distanz wuchtig im Gesicht traf. Alle, die sich fragten, wie Gladbach das Spiel schadlos überstehen konnte, klärte Lucien Favre auf. „Ich habe in der Pause entschieden, dass wir 1:0 spielen.“ Die Spieler gehorchten — sogar die Freiburger.

(bsc)