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Mönchengladbach: Favre zwischen Himmel und Hölle

Mönchengladbach : Favre zwischen Himmel und Hölle

Lucien Favre stand im eisigen Schneeregen und raufte sich die Haare. Da zeigte sein Team im Derby eine klasse erste Halbzeit, führte 2:0 und musste am Ende doch noch um den Sieg bangen. „Das ist sehr schwer für einen Trainer”, meinte Borussia Mönchengladbachs Coach nach dem knappen 2:1 (2:0)-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf.

Mit dem 400. Bundesliga-Heimsieg und dem neunten Pflichtspiel in Serie ohne Niederlage liegen die Gladbacher im Kampf um einen internationalen Startplatz zwar gut im Rennen, doch die Leichtigkeit des Siegens aus der vergangenen Saison lässt das Team weiterhin vermissen. „Es war ein Fortschritt, aber es gibt noch viel zu tun”, befand Favre.

Für Max Eberl hatte die plötzliche Wende im 46. niederrheinischen Derby einen klaren Grund. „Die Mannschaft hat nach dem Elfmeter-Gegentreffer ihren Spielfluss verloren mit Abspielfehlern und schlechten Ballannahmen”, sagte Borussias Sportdirektor. Bis dahin zeigte der Vorjahresvierte im Borussia-Park eine gute Leistung und führte durch ein Eigentor von Juanan (6.) und Patrick Herrmann (14.) verdient mit 2:0. Die orientierungslosen Düsseldorfer drohten im Gladbacher Angriffswirbel unterzugehen.

Doch die Gastgeber verpassten das 3:0 und der Aufsteiger kam durch einen von Luuk de Jong verursachten und Dani Schahin verwandelten Handelfmeter zum Anschlusstreffer. „Unkonzentriert” und „kompliziert” habe seine Mannschaft dann gespielt, meinte Favre. „Wir haben aufgehört Fußball zu spielen”, befand Mike Hanke. „Dabei muss die Leistung aus der ersten Halbzeit unser Anspruch sein”, fügte Gladbachs Stürmer hinzu. Immerhin war es für sein Team in dieser Saison der erste Sieg im dritten Anlauf gegen den Aufsteiger. Zudem hat Borussia als Siebter einen Platz in der Tabelle gut gemacht. „Der Sieg war Pflicht, um oben dran zu bleiben”, meinte Hanke.

Von solchen Regionen können die Düsseldorfer nur träumen. Nach zwei Niederlagen zum Rückrundenstart schmilzt der Vorsprung auf die gefährdete Zone. Von 12 Punkten auf die Abstiegsränge sind nur noch acht geblieben. Von einem Negativtrend wollte Wolf Werner aber nichts wissen. „Das ist doch totaler Quatsch, nur weil wir zwei Spiele verloren haben. Jetzt müssen wir gegen Stuttgart anfangen zu punkten”, sagte Fortunas Manager.

Knackpunkt der Niederlage war einmal mehr die völlig desolate Startphase des Spiels. „Man konnte nach 15 Minuten nicht davon ausgehen, dass es noch einmal spannend wird”, sagte Trainer Norbert Meier, der in Robert Tesche und Martin Latka zwei Wintereinkäufe in der Startelf präsentierte und Kapitän Andreas Lambertz draußen ließ. Der Fortuna-Coach weiß, was in den restlichen 15 Spielen auf sein Team zukommt. „Im Endeffekt werden wir mehr verlieren als gewinnen. Aber wir haben auch ein anderes Ziel als deutscher Meister zu werden.”

(dpa)