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Euphorie der Kölner hier, Erfahrung der Borussen dort

Euphorie der Kölner hier, Erfahrung der Borussen dort

Fragen und Antworten zur Partie: Die berechtigte Hoffnung auf ein friedliches Fußballfest. Keine Provokationen im Vorfeld.

Kann es bei diesem Derby nur einen Sieger geben?

Rein statistisch: Ja! 80 Mal haben sich die rheinischen Rivalen in der Bundesliga bespielt, 44 Siege gehen auf das Konto der Borussia (21 FC-Siege, 15 Unentschieden). Gegen keine andere Mannschaft hat der FC so oft verloren. Und auch die Bilanz in Müngersdorf macht den FC-Anhängern nicht wirklich Mut. Zwölf Siege, sechs Unentschieden und 22 Niederlagen stehen zu Buche.

Wie groß ist der Aussagewert dieser Statistik für das morgige Duell?

Er geht gegen Null. Er ist eher etwas für die Menschen auf den Rängen, weniger für die Menschen auf dem Rasen.

Was spricht am Sonntag für den 1.FC Köln?

Die Euphorie nach dem Aufstieg, die gute Ordnung, die stabile Defensive, die Fähigkeit, sich auf den Gegner bestens einstellen zu können. Zusammengefasst lautet die Devise von Trainer Peter Stöger: „Wenn der Gegner Fehler macht und wir sie ausnutzen, werden wir Spiele gewinnen. Wenn der Gegner Fehler macht und wir sie nicht nutzen, dann musst du froh sein, wenn die Organisation stimmt und wir einen Punkt mitnehmen.“

Hätten diese Sätze auch von Stögers Pendant Lucien Favre stammen können?

Ja, eine gute Organisation auf dem Spielfeld ist für den Schweizer genauso wichtig.

Und was spricht für die Borussia?

Der VfL ist in der Liga etabliert, hat wesentlich mehr Erfahrung, die individuelle Klasse ist größer. Aber das sind alles Faktoren, die in einem Derby nicht wirklich zählen...

Besteht Hoffnung, dass das Derby ein friedliches Fußballfest wird?

Ja, beide Klubs sind im Vorfeld bemüht, die Emotionen nicht unnötig zu schüren. Große Sprüche sind ausgeblieben, und auch von Seiten der Fans gab es — zumindest bis gestern — keine Provokationen. Dass das FC-Maskottchen Hennes VIII., der seit gut einem Monat nicht mehr im beschaulichen Widdersdorf lebt, sondern ein Gehege im Kölner Zoo bezogen hat, diese Woche ein wenig unter Polizeischutz stand, war schon der größte Aufreger vor dem Anpfiff.

Gehört die Partie zum Pilotprojekt von NRW-Innenminister Ralf Jäger, der bis Ende des Monats die Polizeipräsenz bei Fußballspielen generell zurückfahren will, um Personal zu sparen?

Nein, die Partie ist ein „Hochrisiko-Spiel“, die Polizei wird rund um das Stadion sehr präsent sein. Mindestens 35 polizeibekannte „Fans“ werden das Spiel auf keinen Fall live verfolgen. Zwölf Mönchengladbacher Sympathisanten dürfen am Sonntag die Stadt Köln gar nicht erst betreten, gegen 23 als gewaltbereit geltende FC-Anhänger wurde ein „Bereichsbetretungsverbot“ ausgesprochen, sie dürfen sich nicht im Umfeld des natürlich seit Wochen mit 50.000 Zuschauern längst ausverkauften Stadions aufhalten.

(zva)