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Eigentore, Fehlschüsse, Verletzte: Ein gebrauchter Tag für Borussia

Eigentore, Fehlschüsse, Verletzte : Ein gebrauchter Tag für Borussia

Ernüchterung in Gladbach: Das sogenannte Schlüsselspiel in Leverkusen ging komplett an Borussia vorbei. Dazu gestaltet sich die nahe Zukunft unübersichtlich. Durch neue Verletzungen und mögliche Transfers muss Trainer Hütter seine Pläne ändern.

Eigentore, Elfmeter verschossen, verletzte Spieler - eine Woche nach der ansprechenden Leistung gegen den den FC Bayern München ist die Zuversicht bei Borussia Mönchengladbach dahin. „Es gibt Tage, an denen man besser zu Hause geblieben wäre“, sagte Max Eberl. Es sei einfach alles schiefgegangenen, was schiefgehen konnte, befand Borussias Sportdirektor nach dem deprimierenden und ernüchternden 0:4 beim Konkurrenten Bayer Leverkusen. „Das war ein komplett gebrauchter Abend für uns“, sagte Borussias Torhüter Yann Sommer.

Noch schlimmer als die bittere Niederlage ist das erlittene Verletzungspech. Dabei hat es Stefan Lainer mit einem Knöchelbruch am schlimmsten erwischt, die beiden Franzosen Marcus Thuram und Alassane Plea mussten mit Knieverletzungen ausgewechselt werden. Zudem musste auch Abwehrchef Matthias Ginter krankheitsbedingt vorzeitig vom Platz. Lainer wird den Gladbachern länger fehlen. Bei Thuram, der ein Transferkandidat sein könnte, und Plea ist es offen. „Ein fürchterlicher Abend“, befand Trainer Adi Hütter, der bislang ohnehin noch auf Denis Zakaria (Trainingsrückstand), Manu Koné (Innenbandverletzung), Breel Embolo (Muskelverletzung) und und Mamadou Doucouré (Achillessehnenriss) verzichten musste.

Überraschend war wie schnell die Mannschaft nach der guten Leistung beim 1:1 gegen den FC Bayern in Leverkusen unter die Räder kam. Eigentlich war das Spiel nach acht Minuten schon gelaufen. Dem unglücklichen 0:1, das sich Borussias Torhüter nach einem Abpraller vom Pfosten selbst in Netz legte, folgte schnell das 0:2 durch Patrik Schick - und waren alle guten Vorsätze dahin. „Ich denke, dass wir das Spiel direkt zu Beginn verloren haben“, sagte Eberl.

„Wir haben heute ein anderes Gesicht gezeigt, das mir überhaupt nicht gefallen“, sagte Hütter. Beim dritten und vierten Gegentreffer halfen Ramy Bensebaini und Sommer jeweils entscheidend mit. Dabei hatten die Borussen zuvor durchaus noch die Chance, ins Spiel zu finden. Jonas Hofmanns erster Versuch streifte den Außenpfosten und Lars Stindl hätte vor der Pause mit einem Strafstoß auf 1:2 verkürzen können, scheiterte aber an Leverkusens gutem Schlussmann Lukas Hradecky. „Wenn wir das 1:2 machen, hätte das Spiel möglicherweise kippen können“, befand Gladbachs Trainer.

Vor dem nächsten schweren Auswärtsspiel bei Union Berlin haben die eigentlich ambitionierten Gladbacher die ersten Schlüsse für die Saison aus diesem Spiel, das Trainer Hütter als „absolutes Schlüsselspiel“ bezeichnet hatte, gezogen. „Wir haben spielerische Qualität, das haben wir zwischendurch gezeigt, aber da muss mehr kommen. Wir müssen Woche für Woche Konstanz auf den Platz bringen, wenn wir das nicht hinkriegen, haben wir gegen solche Mannschaften keine Chance“, sagte er.

(dpa)