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Bremen: Eberl: „Das war ein fast perfektes Auswärtsspiel“

Bremen : Eberl: „Das war ein fast perfektes Auswärtsspiel“

Es scheint fast schon ein Automatismus, dass zu Beginn der fünften Jahreszeit in Bremen gleichzeitig ein Heimspiel des SV Werder auf dem Programm steht. „Am ersten Wochenende des Freimarkts zu spielen, hat bei uns mittlerweile Tradition“, hat Präsident Hubertus Hess-Grunewald festgestellt.

Im Stadionmagazin hat er gleich mal daran erinnert, dass es 2012 mit Beginn des größten Volksfestes im Norden ein furioses 4:0 gegen Borussia Mönchengladbach gab.

Doch Geschichte wiederholt sich nicht auf Knopfdruck: Am Sonntagabend herrschte im Weserstadion nach Abschluss des achten Spieltags ungefähr das Gegenteil jener Partystimmung, die das Treiben auf der Bürgerweide prägt. Nach einem 0:2 (0:2) gegen Mönchengladbach bleiben die Bremer tief im Tabellenkeller stecken. Den Gästen vom Niederrhein genügte eine konzentrierte Vorstellung, um nach Toren von Lars Stindl (27.) und Jannik Vestergaard (34.) den vierten Saisonsieg einzufahren.

„Wir haben eine hohe Ballsicherheit gehabt. Bremen konnte keinen Zugriff finden“, stellte Trainer Dieter Hecking heraus, der von einem Schlüsselmoment für den weiteren Saisonverlauf sprach. „Wir haben die Chance auf Platz fünf beim Schopfe gepackt. Das war ein fast perfektes Auswärtsspiel“, resümierte Sportchef Max Eberl, der ein Sonderlob an den überragenden Lars Stindl aussprach: „Das 1:0 macht er sensationell. Wir wissen, was wir an ihm haben.“

Der Kapitän, der sein Standing auch im Nationalteam erhöht hat, strotz gerade vor Selbstvertrauen, gab das Kompliment aber lieber an die Kollegen weiter: „Es hat mich riesig gefreut, dass wir so ein gutes Positions- und Ballbesitzspiel gezeigt haben.“ Stindl sprach zu Recht von einer „sehr souveränen, sehr reifen Leistung“. Dass in der Begegnung die Borussia selbstbewusst gegen Werder Mutlos antrat, wollte er zumindest nicht verneinen: „Wir hatten eine klare Idee und wussten um die Tabellenkonstellation und die Lage beim Gegner.“

Alarmstufe Rot ist bei den Grün-Weißen angesagt, die derzeit für das Gegenteil dessen stehen, was diesen Standort mal ausgezeichnet hat: zaghaften, fehlerhaften Defensivfußball. Erst vier Punkte, kein Sieg, vorletzter Rang — vorentscheidenden Charakter dürfte nun das Kellerduell am kommenden Sonntag beim krisengeplagten Schlusslicht 1. FC Köln haben. Denn es mehrt sich auch die Kritik an Trainer Alexander Nouri, der bislang starr an Taktik, System und Personal festhält. Aber wie lange noch?

„Wir werden hart an Lösungen arbeiten“, versprach Geschäftsführer Frank Baumann, der sich erneut kategorisch hinter seinen nicht mehr unumstrittenen Cheftrainer stellte. „Wir sind mit der Situation auch nicht zufrieden, aber wir treten geschlossen auf. Hektik bringt uns nicht weiter.“ Ob Baumann indes auch bei einer Niederlage am Rhein Nouri noch den Rücken stärkt, ist längst nicht mehr garantiert.

Stille Freude beim Ex-Werderaner

Auch die Rückkehr von Kapitän Zlatko Junuzovic hatte nicht die erhoffte Wirkung: Die technisch und taktisch besseren Gladbacher mussten nur auf die Bremer Fehler warten: Nach unzureichender Kopfballabwehr von Milos Veljkovic scheiterte Thorgan Hazard zwar noch an Pavlenka, doch im Anschluss tanzte Stindl lässig per Absatzkick seinen Gegenspieler Robert Bauer aus und zirkelte die Kugel ins lange Ecke — 1:0. Beim 2:0 nickte Vestergaard nach einer Ecke von Oscar Wendt fast mühelos ein. „Das war ein Spiel mit vielen Gefühlen, Erinnerungen und Beziehungen: Daher habe ich mich sehr gefreute“, meinte der Ex-Bremer.