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Mönchengladbach: Duell mit Leverkusen: Gladbach gegen die große Unbekannte

Mönchengladbach : Duell mit Leverkusen: Gladbach gegen die große Unbekannte

Zu den gesicherten Fakten gehört, dass es die Mannschaft von Bayer Leverkusen ist, die am Samstag (15.30 Uhr) im Borussia-Park als Gegner auflaufen wird, aber das war es dann auch schon beinahe, viel mehr weiß noch nicht mal André Schubert, Gladbachs Trainer. Gut, dass es nicht gerade einfach wird, weiß Schubert auch, der Gegner hat die vergangenen sieben Spiele gewonnen, er steht in der Tabelle auf dem dritten Platz und ist von dort seit dem Sieg gegen Berlin zuletzt auch nicht mehr zu verdrängen.

Und genau deswegen tun sie sich in Mönchengladbach auch so schwer, Leverkusen einzuschätzen, aber es gibt zumindest zwei Szenarien, die als die wahrscheinlichsten gelten.

Szenario 1: Dass Leverkusen weder auf Platz zwei aufrücken noch auf Platz vier abrutschen kann, führt dazu, dass die Mannschaft den Fußball Fußball sein lässt und sich vorsorglich schon mal vollständig aufs Feiern verlegt. Ist ja auch mal schön.

Szenario 2: Dass Leverkusen weder auf Platz zwei aufrücken noch auf Platz vier abrutschen kann, führt dazu, dass die Mannschaft, vom Druck des um Platz drei Kämpfenden befreit, leicht-locker aufspielt, ein Tor nach dem anderen schießt und den anderen das Feiern versaut.

Das sind die Vorzeichen, unter denen Schubert seine Mannschaft ein- und aufstellt, wobei er dabei vom schwierigeren Szenario ausgeht: den losgelösten Leverkusenern, sorgenfrei angereist, mit großer Lust auf Fußball. Er sagt: „Für die Leverkusener ist der Druck weg, die können die letzten beiden Spiele genießen. Ich gehe davon aus, dass Bayer alles raushauen wird.“

Es gibt noch ein drittes Szenario, bei dem es in der Begegnung am Samstag ähnlich laufen könnte wie im Hinspiel. Das hatte Gladbach in Leverkusen verloren, 0:5. Mit dem braucht man Schubert aber gar nicht erst zu kommen. Das Hinspiel habe unter völlig anderen Vorzeichen stattgefunden, die Situation sei eine andere gewesen, die Aufstellung sowieso, besonders bei Leverkusen.

Wichtiger ist für Schubert ohnehin die Frage, wen er selbst aufstellt, Lars Stindl wäre eventuell eine ganz gute Wahl. Das, was er zeigte, nachdem er zuletzt gegen Bayern eingewechselt worden war, kann durchaus als ein Bewerbungsschreiben für die Startelf empfunden werden. Auf einen Stindl verzichten, wenn er derart gut drauf ist?

„Soll ich auf einen Hazard verzichten, wenn er richtig gut drauf ist?“, fragt Schubert. Beide hätten in dieser Woche jedenfalls ziemlich gut trainiert. Was es natürlich nicht gerade einfacher mache. Schubert sagt: „Insgesamt ist es eine schwierige Situation, weil wir jede Woche die Entscheidung treffen müssen, wen wir draußen lassen, obwohl es ein Spieler vielleicht eigentlich verdient hätte, von Beginn an zu spielen.“ Insgesamt ist das natürlich auch eine sehr schöne Situation.

Was nicht nur für den Kader gilt, sondern für Gladbach ganz generell. Die Mannschaft steht auf Platz vier, und sie kann selbst dafür sorgen, dass das auch nach dem letzten Spieltag noch so ist. Für Gladbach geht es noch um was, für Leverkusen nicht.

Feiern wollen sie im Borussia-Park dennoch, sogar vor dem Spiel gegen Leverkusen, 15 Minuten vor dem Anstoß, um genau zu sein. Dann werden Martin Stranzl, Havard Nordtveit, Roel Brouwers, Martin Hinteregger und Branimir Hrgota verabschiedet. Wäre ja ganz nett, wenn ihnen jemand zujubelt.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer — Elvedi, Christensen, Nordtveit — Traoré, Dahoud, Xhaka, Wendt — Hahn, Stindl, Raffael