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Angemerkt zu den Gladbacher Ultras: Die Totengräber des Fußballs

Angemerkt zu den Gladbacher Ultras : Die Totengräber des Fußballs

Schön, wenn sich fast 99 Prozent der Zuschauer im Borussia-Park aktiv gegen die Beleidigungen einer Handvoll Ultras wehren. Eine Illusion aber zu glauben, dass würde diese Gruppierung, die es fertig brachte, nach der Schweigeminute für die Opfer von Hanau vor dem Anstoß ihre Menschenverachtung zur Schau zu tragen, zur Besinnung bringen.

Auch die Aufforderung von Max Eberl, Augenzeugen mögen die Täter melden, wird kaum zum Erfolg führen. Näher kommt einer wirksamen Reaktion die Schilderung von Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder. „Ich habe gesagt, wenn die Plakate nicht weggehen, dann gehen wir einfach heim. Wir wären vom Platz gegangen, dann hätten sie die drei Punkte haben können.“ Eine leicht abgewandelte Reaktion wäre womöglich noch eindrucksvoller gewesen. Im Schulterschluss mit ihren Hoffenheimer Kollegen hätten Stindl & Co. den Doppelpass mit den erbosten Zuschauern gespielt: „Ultras raus – vorher spielen wir nicht weiter!“

Die vermeintlichen Retter des ursprünglichen Fußballs sind nichts anderes als dessen Totengräber. Borussia selbst könnte auch mit einer Baumaßnahme aktiv werden. Ein blickdichter Vorhang müsste beim nächsten Vergehen vor der Nordkurve aufsteigen. Damit diese Ultras nichts mehr sehen und auch nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Die überwiegende Mehrheit in der Kurve würde natürlich mitbestraft, aber das könnte ja die Selbstheilungskräfte in der Anhängerschaft reizen.