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Mönchengladbach: Die Gedanken des Innenverteidigers vorm Elfmeter

Mönchengladbach : Die Gedanken des Innenverteidigers vorm Elfmeter

Wie genau das Spiel gegen Bremen für Mönchengladbach gelaufen war, wurde kurz nach Abpfiff noch mal deutlich, da wurde Andreas Christensen nämlich tatsächlich gefragt, ob er nach dem Pfiff, der für Gladbach einen Elfmeter bedeutete, nicht in Versuchung geraten war, sich den Ball zu schnappen.

Um selbst zu schießen. Um sein drittes Tor zu machen. In diesem Spiel. Und in der Bundesliga überhaupt.

Die Frage machte drei Dinge deutlich. Erstens, dass Christensen, 19, bereits gut darin ist, auch auf Abwegiges äußerst routiniert zu antworten. Er sagte nämlich, dass Raffael, der den Elfmeter verwandelt hatte, ja ein Stürmer sei und er ihm allein deshalb nicht den Ball stibitzen würde.

Zweitens, dass für Christensen dieses Spiel ziemlich gut gelaufen war, weil er ja als Innenverteidiger nicht direkt für Tore zuständig ist, aber dennoch zwei schoss. Und drittens, dass das Spiel gegen Bremen bereits so viele Antworten geliefert hatte, dass sich danach die Gelegenheit ergab, auch mal nach Abseitigem zu fragen, den Gedanken eines Innenverteidigers vor dem Elfmeter etwa.

Selbstbewusst und sehenswert

5:1 hatte Gladbach gegen Bremen gewonnen, es war der erste Sieg in diesem Jahr, herausgespielt von einer selbstbewusst auftretenden Mannschaft, die sich immer wieder sehenswert bis in den gegnerischen Strafraum kombinierte. Zu keiner Zeit gefährdet war dieser Erfolg eher nicht, besonders nachdem Claudio Pizarro auf 1:3 verkürzt hatte, brachten die Bremer Gladbach ein wenig ins Wanken. Die trafen dann wieder. In diesem Spiel war es generell so, dass die Gladbacher immer dann ein Tor machten, wenn die Bremer drohten, gefährlich zu werden. André Schubert, Gladbachs Trainer, hatte damit gerechnet, dass es so läuft.

Nach der Winterpause sei das Team zunächst physisch nicht auf der Höhe gewesen, besonders beim 1:3 gegen Dortmund. Beim 0:1 in Mainz sei es schon besser gewesen, aber erst jetzt gegen Bremen sah Schubert seine Mannschaft so, wie er sie sehen möchte. Er sagte: „Die körperliche und geistige Frische war da. Das Tempo war da.“

Na ja, und Christensen war da. Ob er ihn gerne länger behalten würde, wurde Schubert gefragt, Christensen ist von Chelsea ausgeliehen, bis Sommer 2017. Schubert sagte, er sei für solche Fragen ungefähr so zuständig wie Christensen für Elfmeter. Man müsse Max Eberl fragen, Gladbachs Sportdirektor. Schubert sagte dann über Christensen doch noch: „Ich würde mich freuen, wenn er lange bleibt.“