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Rose und Wolf wieder vereint: Der Trainer und sein Lieblingsschüler

Rose und Wolf wieder vereint : Der Trainer und sein Lieblingsschüler

Unter Trainer Rose hat Borussias Neuzugang Wolf als Jugendlicher den Aufstieg zum Fußballprofi geschafft. Nun sind sie in Mönchengladbach wieder vereint.

Er tritt in große Fußstapfen und kommt doch zurück zu seinen Wurzeln. Bei seiner Vorstellung als neuer Spieler von Borussia Mönchengladbach trugt Hannes Wolf am Dienstag für das obligatorische Foto gleich sein neues Trikot mit der Rückennummer 11 - der Nummer von Raffael, der in Gladbach respektvoll „Maestro“ genannt wurde. Der feine Techniker aus Brasilien ist nicht mehr da, nun hat Trainer Marco Rose seinen Lieblingsschüler aus Salzburger Zeiten im Team. Zusammen haben die beiden die Youth League, die Champions League für Junioren, gewonnen.

„Wir haben fünf Jahre zusammengearbeitet. Er kennt mich gut, und ich wollte unbedingt hierher“, sagte der 21-Jährige in seinem ersten Interview als Borussen-Profi. Und bei der „11“ habe er gar nicht so sehr an Raffael gedacht: „Mit der Nummer habe ich die Youth League gewonnen“, sagte Wolf.

Roses Wunschspieler, der für ein Jahr vom Bundesligakonkurrenten RB Leipzig mit anschließender Kaufoption ausgeliehen wurde, soll dem Team noch mehr Dynamik und Aggressivität bringen. Zudem hat Rose einen weiteren Spieler, der seine Vorstellungen aus dem Effeff kennt und schnell umsetzen kann. Mit Wolfs Landsmann Stefan Lainer, der als Rechtsverteidiger auch vorher unter Rose in Salzburg gespielt hat, hatten die Borussen in der abgelaufenen Saison gute Erfahrung gemacht. Eine schnelle Integration des gebürtigen Grazers dürfte gewährleistet sein.

Für Wolf, der schon länger auf der Gladbacher Wunschliste stand, ist es auch ein Neustart in die Bundesliga. Mit seinen 21 Jahren hatte er zuletzt mit schweren Verletzungen zu kämpfen und kam dann in Leipzig unter Trainer Julian Nagelsmann nicht so richtig in die Gänge. Der junge Österreicher war unzufrieden, kam nur zu fünf Einsätzen und sprach schon im Winter von seinem Wechselwunsch. Nagelsmann kritisierte das Verhalten seines Spielers deutlich. „Man muss auch mal ein Tal durchschreiten in seiner Karriere und kann nicht immer gleich weglaufen“, sagte der Leipziger Coach im Winter.

Die Gladbacher blieben am Ball und ließen sich auch durch eine schwere Verletzung nicht abschrecken. Bei der U21-EM im Sommer 2019 hatte Wolf sich gleich im ersten Spiel einen Bruch des Außenknöchels und einen Riss des Syndesmosebandes zugezogen. Für Max Eberl kein Grund auch nur eine Sekunde zu zögern. „Hannes ist ein vielseitig einsetzbarer Spieler, der unsere Möglichkeiten in der Offensive verbessern wird“, sagte Borussias Sportdirektor über seinen Neuzugang, der einen Marktwert von etwa elf Millionen Euro hat.

Für den Jung-Borussen geht es nach der Stippvisite im Borussia-Park erst mal zurück ins heimische Graz. „Dann müssen wir uns um den Umzug kümmern“, sagte er. Tipps hat er sich von seinem früheren Salzburger Teamkameraden Lainer geholt. „Wir hatten in Salzburg eine gute Zeit. Ich habe mich bei ihm schon erkundigt, wo man hier gut wohnen kann“, sagte Wolf.

(dpa)