Der Nebenerwerb von Borussia Mönchengladbachs Jonas Hofmann

Kostenpflichtiger Inhalt: Glosse zum Nebenerwerb eines Spielers : Wie sich Jonas Hofmann aus dem Gladbacher Kader redet

Die Saison-Vorbereitung ist die Bühne, auf der sich Fußball-Profis ihren Trainern präsentieren. Erst recht, wenn diese neue sind, wie Borussia Mönchengladbachs Coach Marco Rose. Das muss Jonas Hofmann irgendwie missverstanden haben. Der Mittelfeldspieler kegelte sich durch eine unappetitliche Affäre aus dem Rennen um einen Stammplatz.

Was für ein Timing! Da hatte doch gerade das Fachmagazin „kicker“ darüber gerätselt, wer denn wohl in der kommenden Saison bei Borussia Mönchengladbach die 10er-Position hinter der Doppel-Spitze übernehmen könnte. Und Jonas Hofmann war einer der Kandidaten. Doch im Übermut einer vor allem in der vergangenen Hinrunde überragenden Spielzeit kickte sich der 26-Jährige aus dem Favoritenkreis.

In einem Interview gestand der bis dato als Muster-Profi eingeordnete Mittelfeldspieler, dass er zusammen mit einem Freund nebenbei zwei Filialen einer US-amerikanischen Fastfood-Kette betreibt. Eine dritte sei in Planung. Stammplatz ade! Das ist ja fast (food) so schlimm, als hätte er seinen neuen Trainer Marco Rose in eine Pommesbude zum Imbiss rot-weiß eingeladen. Da hätte Vorgänger Dieter Hecking als Westfale noch ein Auge zugedrückt. Aber nicht der ehemalige Salzburger-Coach. Drohen den Gladbach-Profis doch unter Rose anaerobe Zeiten, mindestens 92 Minuten pro Spiel.

Nun mag auch sein wichtigster Neuzugang, Stefan Lainer, eine Neigung zu rot-weiß besitzen, schließlich ist er Österreicher. Aber gekauft wurde er vor allem als Vorbild und Fleisch gewordene Trainer-Idee: Eine „Naturgewalt“ nannte Rose ihn programmatisch. Das kollektive Motto für 2019/2020 also: Elf Naturgewalten sollt ihr sein! Abgestraft wird also sicherlich jegliche Form einer schlechten Ernährung, und besonders auch deren „Dealer“, als der sich Hofmann nun outete. Nach den Auswärtsspielen der jüngsten Zeit gegen Hoffenheim ließ der Edel-Techniker, der aus der Sinsheimer Nachbarschaft stammt, Sandwiches und anderes Fußballer-Gift aus seinen Läden ankarren, um damit seine Kollegen im Bus zu verkosten.

Da reicht der Hinweis auch „Salate“ auch nichts mehr, die grünen Feigenblätter werden ihn nicht mehr retten. Hof(f)manns Erzählungen - echte Eigentore. Er wird sich mit Rose zusammensetzen müssen. Natürlich nicht in einer Pommesbude oder einer seiner Filialen. Am ehesten wohl in einer netten Gaststube, zu einem Versöhnungstrunk in RB-Manier: der Energydrink könnte seine Rehabilitierung beflügeln.

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