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Mönchengladbach: Borussias Teppich für Frankfurt ist grün

Mönchengladbach : Borussias Teppich für Frankfurt ist grün

Der Teppich ist ausgerollt — allerdings „nur“ ein grüner. Und da passt es, dass Weltmeister Christoph Kramer ihn nicht genießen können wird. Die Ouvertüre auf dem neuen Rollrasen im Borussia-Park gegen Eintracht Frankfurt findet am Samstag (15.30 Uhr) ohne Borussia Mönchengladbachs Shooting-Star statt (Rückenprobleme). Pikanterweise hatte der Leihspieler nach dem letzten Heimspiel gegen Hoffenheim sich über das Geläuf mokiert („Weide“).

Die Länderspielpause nutzte dann sein Verein, dem Wunsch seines Weltmeisters nachzukommen. „Jetzt kannst du besser flach spielen“, freute sich aber auch sein Trainer.

Ein Kramer fehlt, der andere nicht

Ob der 23-Jährige nicht nur ausfällt, sondern auch der Mannschaft von Lucien Favre fehlen wird, ist nach den letzten Wochen nicht mehr eindimensional zu beantworten. Der Christoph Kramer aus dem 0:1-Spiel in Dortmund wohl kaum und damit ist nicht sein spektakuläres Eigentor gemeint. Der Christoph Kramer der vielen Monate zuvor, der sich sein einfaches Spiel nicht durch Möchtegern-Kabinettstückchen kaputtmacht, dagegen sehr. Zum Glück für Borussia und Lucien Favre hat sich Granit Xhaka wieder fit gemeldet. „Er hat mehr Selbstvertrauen und hat sich auch in der Ballannahme verbessert“, beschreibt Favre den Mehrwert des Schweizer Mittelfeldspielers.

Und man mag sich angesichts des von Natur aus überbordenden Selbstbewusstseins Xhakas gar nicht vorstellen, was ein Weltmeister-Titel für die Eidgenossen inklusive all dem, was nun auf seinen Kollegen Kramer eingeprasselt ist, aus dem 22-Jährigen gemacht hätte. Seine Startprobleme aber haben Xhaka einen Hauch von Demut gelehrt. Inzwischen ist er auch wegen dieser modifizierten Kopf-Lage nicht mehr wegzudenken aus der Favre-Elf. Und eine ideale Ergänzung zu seinem Partner in der Doppelsechs, der wie einst Kramer oder immer auch Havard Nordtveit eine weniger künstlerische, aber um so kämpferische Note in dieses Ensemble einbringt. Der Norweger ruht eh in sich, tankte aber obendrein in der EM-Qualifikation gegen Aserbaidschan zusätzliches Selbstvertrauen. Aufgeboten als Innenverteidiger erzielte der Borusse per Kopf den Siegtreffer.

Nimmt man seinen Trainer ernst, könnte am ehesten aber Lucien Favre einen Schuss mehr an Selbstvertrauen benötigen. „Eintracht Frankfurt ist eine Mannschaft mit viel Potenzial“, warnt der Schweizer vor dem Team, das seine Mannschaft im Pokal so beherrscht hatte — auch wenn das 2:1-Ergebnis das nicht widerspiegelt. „Sie haben die zwei letzten Spiele gut gespielt, auch wenn sie verloren haben. Gegen die Bayern haben sie bis zur 60. Minute nur 0:1 zurückgelegen. In Hannover haben sie sehr hoch gepresst. Das wird ein hartes Stück Arbeit.“

Auch seine Borussia hat zuletzt „nur“ 0:1 verloren — in Dortmund. Aus dieser Begegnung etwas Positives herauszuziehen, ist nur sehr, sehr schwer möglich. Aber Lucien Favre kann es. „Wenn die das Tor nicht machen, spielen wir 0:0.“ „Die“ war in diesem Fall Christoph Kramer. Und die knappst mögliche und nur durch die Art des Tores unglückliche Niederlage liefert keineswegs Argumente für das Vorhandensein defensiver Stabilität an jenem Sonntagnachmittag. Das weiß auch der Schweizer Fußballlehrer. „Wir wissen, das war nicht unsere beste Leistung: weder offensiv noch defensiv. Wir müssen aus Niederlagen lernen. Zum Beispiel, von Anfang an da zu sein.“

Der Oberschenkel zwickt

Das war vor zwei Wochen im Dortmunder Stadion zumindest Martin Stranzl, und das nicht nur zu Beginn der Partie. Deshalb wäre Gladbachs Bester beim 0:1 in Dortmund auch gegen die Hessen wichtig für die Favre-Elf, selbst wenn kaum zu erwarten ist, dass die Eintracht so durchstartet wie die Schwarz-Gelben. Den österreichischen Abwehrrecken zwickt der Oberschenkel. Seit Mittwoch ist der 34-jährige Routinier wieder im Training, Favre aber will erst nach dem letzten Belastungstest die endgültige Entscheidung über seinen Einsatz fällen.

Mögliche Aufstellung: Sommer - Korb, Jantschke, Dominguez (Stranzl), Wendt (Dominguez) - Nordtveit, Xhaka - Hahn, Herrmann - Raffael, Kruse