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Borussia Mönchengladbach: Zickler schnuppert an Chef-Rolle

Gladbachs Trainer-WG : Zickler schnuppert an Chef-Rolle

Die Vertretung von Gladbachs gesperrtem Chefcoach Marco Rose gefiel Alexander Zickler im Pokal. In den Vordergrund drängen mag sich der frühere Top-Stürmer aber nicht. Noch nicht. Irgendwann würde der 46-Jährige schon gerne als Cheftrainer arbeiten.

Gefremdelt mit der Chefrolle hat Alexander Zickler nicht gerade. Dass ihm Vertretung von Marco Rose als Trainer von Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal Spaß machte, daraus machte der 46 Jahre alte frühere Nationalstürmer gar keinen Hehl. „Man ist schon irgendwie stolz drauf“, sagte Zickler nach seinem perfekten Debüt als formaler Chefcoach der Borussen beim souveränen 8:0 (5:0) am Samstag in der ersten Pokalrunde gegen den Bremer Regionalligisten FC Oberneuland. „Ich habe es genossen, wir haben es genossen“, meinte Zickler weiter. Denn eins war ihm dann doch wichtig: Als Vertretung für den am Samstag gesperrten Rose verstanden sich dessen Assistenten Zickler, Frank Geideck und René Maric gleichberechtigt.

Schon Rose, der beim Zweitrunden-Aus im vergangenen Jahr bei Borussia Dortmund (1:2) die Rote Karte gesehen hatte, hatte bei der Frage nach seiner Vertretung auf die Teamlösung hingewiesen. „Ich vertraue ihnen da total. Das bekommen die auch ohne mich hin.“ Einer aus dem Trio musste aber eben formal als Verantwortlicher angegeben werden und Pflichten der Öffentlichkeitsarbeit wahrnehmen. Und das war dann Zickler als Inhaber der höchsten Fußballlehrer-Lizenz.

Zaghaft gestand Zickler nach dem Kantersieg auch, irgendwann gerne als Chef arbeiten zu wollen. „Natürlich macht man sich ab und zu Gedanken“, meinte Zickler. „Wenn die Zeit dann irgendwann mal reif ist, geht man vielleicht auch selbst mal in diese Position. Momentan ist es nicht so. Mir macht es Spaß, unter Marco in dem Team zu arbeiten“, sagte „Zico“ weiter und befand zudem: „Ich bin auch der Meinung, dass ich immer noch dazulernen kann.“

So viel Demut mag etwas verblüffen, denn Zickler war der wesentlich bessere und erfolgreichere Fußballspieler als Rose, der zudem noch zwei Jahre jünger ist. Doch wie viele im Gladbacher Umfeld scheint auch Zickler vom Trainer Rose begeistert. Seit 2017 arbeitet er unter dem charismatischen Chefcoach, der die Borussia in der vergangenen Saison zurück in die Champions League führte und noch mehr mit dem fünfmaligen Meister vorhat. Zunächst war Zickler Roses Assistent bei Red Bull Salzburg, seit einem Jahr arbeiten und wohnen die beiden zusammen in Mönchengladbach. Die Familien der beiden gebürtigen Ostdeutschen wohnen jeweils nicht im Rheinland.

Auch in der Gladbacher Trainer-WG spitzt Zickler begierig die Ohren. „Fußball nimmt bei uns schon eine große Zeit in Anspruch. Auch heute werden wir wieder über das Spiel sprechen“, kündigte Zickler nach dem Pokalsieg an. Und das, obwohl die beiden nach Roses 44. Geburtstag am Freitag dessen Familie zu Besuch hatten. Viel zu meckern über das Spiel am Samstag dürfte Rose auch nicht gehabt haben. Zeit für „ein kleines Bier“ (Zickler) dürfte sich somit ergeben haben.

(dpa)