Borussia Mönchengladbach vor Duell mit Fortuna Düsseldorf

Vor dem Derby : Gladbach sucht die richtige Einstellung

Nach der 0:4-Klatsche in der Europa League gegen den Wolfsberger AC fordert Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose für das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf eine andere Mentalität seiner Mannschaft. Der Fohlen-Coach nennt ein besonderes „Dilemma“.

Es passte zu dem verkorksten Abend von Borussia Mönchengladbach: Als die Mixed Zone im Borussia-Park mit deutlicher Verspätung für alle Reporter geöffnet wurde, suchte man lange Zeit vergeblich nach Spielern der Heimmannschaft, die sich zu der 0:4-Klatsche beim Europa-League-Auftakt gegen den Wolfsberger AC äußern wollten.

Zu sehen und vor allem zu hören waren zunächst nur die österreichischen Gäste um Ex-Fortuna-Profi Michael Liendl und Doppeltorschütze Mario Leitgeb, die mit einem breiten Grinsen im Gesicht in die Mikrofone sprachen und in der Kabine lautstark den unerwarteten Coup feierten. Am Ende war es nur Denis Zakaria, der sich spät stellte. „Es ist schwer zu begreifen. Ich kann wirklich nicht erklären, was da heute passiert ist“, sagte Gladbachs ratlos wirkender Mittelfeldspieler.

Kurz zuvor hatte sein Trainer Marco Rose ehrliche Worte gewählt: „Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit keine Lösungen gegen einen Gegner gefunden, der 90 Minuten mit Leidenschaft, Intensität, Bereitschaft und viel Mut gespielt hat.“ Der Fußball-Lehrer fasste dann zusammen: „Wir haben in den meisten Statistiken vorne gelegen. Aber am Ende hat der WAC verdient mit 4:0 gewonnen.“

Ein Blick auf die Zahlen zum Spiel verdeutlichte, dass Rose treffend das Dilemma der Gladbacher zusammengefasst hatte. Die bessere Zweikampfquote nutzt wenig, wenn der Gegner – wie bei den Treffern von Shon Weissman (13. Minute) und Leitgeb (31.) – in den entscheidenden Situationen am Fünfmeterraum ungestört zum Abschluss kommen kann. 83 Prozent angekommene Pässe im Vergleich zu 56 Prozent beim Gegner lesen sich auf dem Papier gut. Leichte Abspielfehler im Mittelfeld vor dem 0:3 durch Marcel Ritzmaier (41.) und fehlende Genauigkeit im letzten Drittel konterkarieren diese Werte allerdings. „Wir haben uns schwergetan, den letzten Pass an den Mann zu bringen“, sagte Rose.

Zielstrebigkeit fehlt

Am Ende zählten die Statistiker mehr Schüsse der Gladbacher. Zielstrebiger waren jedoch die Wolfsberger, die nach Leitgebs zweitem Treffer (68.) sogar noch Chancen auf ein oder zwei weitere Tore hatten, während ihr Torhüter Alexander Kofler erst in der 60. Minute das erste Mal von Alassane Pléa geprüft wurde.

Und so gab Rose seinen Spielern deutlich mit auf den Weg, dass die Borussia im Hinblick auf das Bundesligaspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf an grundsätzlichen Dingen arbeiten muss: „Wir dürfen vorher nicht nur darüber reden, dass wir wissen, was auf uns zukommt. Wir müssen das auch auf dem Platz umsetzen. Da geht es um Haltung und Einstellung. Dafür muss jeder bereit sein. Punkt.“

Beim zweiten Derby innerhalb von acht Tagen wird Rose wahrscheinlich rotieren. „Das Spiel gestern wird unseren Ansprüchen nicht gerecht. Allein deshalb sollten wir da schon ein Derby draus machen. Egal, ob gegen Buxtehude oder Düsseldorf“, forderte Gladbachs Trainer am Freitag. Auf lauten Jubel aus der Gästekabine möchte Rose am Sonntag nämlich gerne verzichten.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Lainer, Jantschke, Elvedi, Wendt - Zakaria - Bénes, Traoré - Embolo - Herrmann, Pléa

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