Borussia Mönchengladbach verpflichtet Ramy Bensebaini

Gladbachs letzte Baustelle geschlossen : Ramy Bensebaini fordert den „ewigen Oscar“ heraus

Mönchengladbachs neuer Linksverteidiger und Wendt-Konkurrent trainierte am Mittwoch bereits mit der Mannschaft. Währenddessen entwickelt sich Michael Cuisance zum Problemfall.

Richtfeste zu feiern, damit kennen sich die Mönchengladbacher Verantwortlichen der Neuzeit aus. Stadion-Neubau, Hote-Anbau, Fohlenwelt, Jugendakademie: Am Mittwoch wurde am Borussia-Park einmal nicht gefeiert, obwohl die letzte Baustelle geschlossen wurde – von Sportdirektor Max Eberl, womit man weiß, dass es um den Kader geht und nicht um Gebäude.

Ramy Bensebaini vom französischen Erstligisten Stade Rennes trainierte am Mittwoch bereits mit. Der Linksverteidiger hatte zuvor einen Vierjahresvertrag erhalten. Der algerische Nationalspieler soll die Alternative oder Ablösung für den „ewigen Oscar“ sein, Oscar Wendt, Gladbachs schwedischen Routinier (33), der bis dato alle Übernahmeaktionen erfolgreich abgewehrt hat.

Zum Einstand sagt man dann als Neu-Borusse möglichst nette Sachen, über den Verein, der immer ein besonderer ist, über die Herausforderung. Das machte auch Bensebaini nicht anders. Und sagte aber noch einen interessanteren Satz, der fast eine Drohung war: „Mir gefällt, das eigene Tor zu verteidigen, und ich hoffe auch in der Bundesliga ein harter Gegenspieler zu sein.“

Das wird nicht die Gegenspieler, aber Trainer Marco Rose erfreuen, der allerdings wie Eberl gehofft hatte, Wunschspieler Malang Sarr an Land ziehen zu können. Doch OGC Nizza verlangte eine Ablösesumme um 20 Millionen Euro. Diesen Poker beendete Eberl, indem er den rund 13 Millionen Euro günstigeren Bensebaini verpflichtete. Linksverteidiger-Talent Andreas Poulsen (19) könnte nun ausgeliehen werden, um Spielpraxis zu sammeln.

Da fühlt sich Michael Cuisance bereits weiter: Der 19-jährige offensive Mittelfeldspieler ist unzufrieden mit seiner Situation. Der Franzose verblüffte und verärgerte Gladbachs Sportdirektor mit der Forderung nach einer Stammplatz-Garantie anstatt sich diese sportlich zu erwerben. Eine Mentalität, die zu denken gibt.

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