Borussia Mönchengladbach trifft auf den Wolfsberger AC

Gladbachs Start in die Europa League : Bewährtes bei der neuen Aufgabe

Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose will bei der Rückkehr auf die europäische Fußballbühne gegen den Wolfsberger AC auf eine größere Rotation verzichten. Eine Veränderung könnte es aber geben.

Englische Wochen gehören zu den besonderen Herausforderungen, denen sich Fußballvereine stellen müssen. Dies gilt für Klubs, die sich so gut wie jedes Jahr für die internationalen Wettbewerbe qualifizieren und daran gewöhnt sind, alle drei Tage ein Spiel zu bestreiten. Mannschaften, für die es nicht selbstverständlich ist, immer im oberen Tabellendrittel zu landen, müssen sich noch deutlich stärker auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen, die da lauten: mehr Spiele, mehr Reisen, mehr Belastung. Und: weniger Regeneration, weniger Training, weniger Vorbereitungszeit auf das Alltagsgeschäft in der heimischen Liga.

Für Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose ist diese Aufgabe vor dem Start am Donnerstag (21 Uhr/Nitro) in der Europa League gegen den österreichischen Vertreter Wolfsberger AC besonders anspruchsvoll. Schließlich fordert der neue Coach von seinem Team auf dem Spielfeld 90 Minuten lang körperliche Intensität und die Bereitschaft, blitzschnell zu agieren. Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, bekommt die Unzufriedenheit des Trainers schnell zu spüren. So wie Marcus Thuram, der von Rose beim 1:0-Sieg in Köln am Samstag mehrmals auf dem Platz lautstark zurechtgewiesen wurde. Die Körpersprache seines Stürmers habe ihm nicht gefallen, sagte Rose nach dem Spiel.

„Wir wollen hellwach und aktiv sein. Das sind Sachen, die wir jeden Tag im Training besprechen“, sagte Breel Embolo zu den neuen Anforderungen an die Gladbacher Mannschaft. Um diese Idealvorstellung über eine lange Saison in möglichst drei Wettbewerben wirklich umsetzen zu können, scheint ein Kader notwendig zu sein, der über mehr als nur elf potenzielle Stammelfkandidaten verfügt. Rose ist sich dessen bewusst. Trotzdem zeigte sich der Fußball-Lehrer am Mittwoch verhalten bei der Frage, ob es zu größeren Rotationen gegen Wolfsberg kommen werde: „Nach dem Derby am Samstag hatten alle Spieler genug Zeit zur Regeneration. Die Pause nach unserem Spiel morgen bis zum Sonntag gegen Düsseldorf ist viel kürzer. Da wird es wohl mehr Wechsel geben.“

Rose scheint den Europa-League-Auftakt gegen den Dritten der österreichischen Liga sehr ernst zu nehmen. Schließlich weiß der Ex-Salzburger Trainer, was für ein Gegner wartet: „Sie sind sehr gut organisiert und sehr aktiv und aggressiv gegen den Ball.“

Der „Unrotierbare“

Beständigkeit, Physis und Erfahrung werden also gefragt sein. Eigenschaften, die kaum einer so gut verkörpert wie Stefan Lainer. Der Rechtsverteidiger gehört bislang zu den „Unrotierbaren“, stand jede Pflichtspielminute auf dem Feld und überzeugte auch im Derby mit langen Läufen und klugen Pässen in die Spitze. „Ich freue mich auf die Dreifachbelastung“, sagte Lainer, der gemeinsam mit Rose vor der Saison nach Gladbach wechselte. Und somit umfassend informiert sein sollte. Sowohl über Roses Spielidee, die „sehr undankbare Aufgabe“ Wolfsberg und die Besonderheiten bei Europa-League-Abenden, die der 27-Jährige bereits mit Salzburg erleben durfte.

Definitiv nicht an Lainers Seite werden am Donnerstagabend Tobias Strobl (Meniskusverletzung) und Fabian Johnson (Rückenprobleme) spielen. Dafür könnte Oscar Wendt nach seinem Magen-Darm-Infekt wieder das Außenverteidiger-Pendant zum Österreicher bilden. Drei Kilo leichter sei Wendt und sehe richtig gut aus, sagte Rose, der voller Vorfreude ankündigte, eine „richtig gute Mannschaft“ aufs Feld zu bringen, um die Herausforderungen der Englischen Woche bestehen zu können.

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