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Borussia Mönchengladbach siegt gegen Fortuna Düsseldorf

Sieg im Derby : Thuram erlöst wankende Gladbacher

Der französische Stürmer Marcus Thuram sorgt nach seiner Einwechslung noch für den 2:1-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen Fortuna Düsseldorf. Ein ganz besonderer Triumph für die Fohlen – aus mehreren Gründen.

Namen von Fußballvereinen, kombiniert mit einer Jahreszahl, können bei den Fans böse Erinnerungen wecken. Bayern-Anhänger beispielsweise denken bei „Manchester 1999“ an das Drama beim verlorenen Champions-League-Endspiel in Barcelona.

Marcus Thuram sorgte am Sonntag dafür, dass die Fans von Borussia Mönchengladbach bei „Düsseldorf 2019“ künftig nicht nur negative Erinnerungen haben werden. Schließlich erzielte der Stürmer nach seiner Einwechslung in einem hitzigen Derby gegen die Fortuna zwei Treffer und sorgte dafür, dass seine lange Zeit nicht souverän auftretende Mannschaft nach einem Rückstand doch noch mit 2:1 gewinnen konnte.

Die Revanche für die 1:3-Schmach in Düsseldorf in der Rückrunde der vergangenen Saison war damit geglückt, der „Heimfluch“ nach zehn sieglosen Ligaspielen in Folge vor eigenem Publikum überwunden – und eine Wiedergutmachung für das 0:4-Debakel in der Europa League am Donnerstag gegen den Wolfsberger AC gelungen. „Ich glaube, anhand unseres Jubels konnte jeder sehen, was uns dieser Sieg bedeutet hat“, sagte Gladbachs Trainer Marco Rose, der nach Schlusspfiff erleichtert und voller Freude auf den Platz stürmte.

Nicht überraschend hatte der Coach seine Mannschaft im Vergleich zum Spiel gegen Wolfsberg auf vier Positionen umgebaut. Die ersten Minuten zeigten aber sehr deutlich, dass trotz der Veränderungen das 0:4 noch in den Knochen der Spieler steckte. Die Düsseldorfer dominierten die Anfangsphase. Folgerichtig fiel in der sechsten Minute der Führungstreffer für die Gäste. Und wieder offenbarte die Borussia die bereits gegen Wolfsberg gezeigten Schwächen bei Standards: Nach einer Ecke stimmte die Zuordnung in der Borussia-Defensive nicht, Abwehrspieler Kasim Adams köpfte den Ball unter die Latte; Schiedsrichter Christian Dingert entschied mit Hilfe der Torlinientechnik auf Tor. „Uns hat am Anfang das Selbstvertrauen gefehlt nach der Niederlage gegen Wolfsberg“, sagte Borussia-Torhüter Yann Sommer.

Bessere Reaktion als gegen Wolfsberg

Anders als gegen Wolfsberg zeigte die Borussia aber dieses Mal eine bessere Reaktion. Bis zur 20. Minute ging es hin und her. Die Gladbacher kamen durch Breel Embolo zu zwei guten Chancen (10./13. Minute), hatten bei einer weiteren Ecke und einem Konter der Fortuna (11./12.) aber Glück, nicht das 0:2 zu kassieren. „Wir waren ein wenig davon überrascht worden, dass Fortuna mit einer Dreierkette startete. Wir haben dann Mitte der ersten Halbzeit darauf reagiert und mit drei Stürmern gespielt“, sagte Rose.

Mehr Sicherheit brachte das den Gladbachern zunächst nicht; zu lasch geführte Zweikämpfe in der Defensive sorgten ab der 30. Minute für viel „Unruhe“ auf dem Platz und auf den Rängen, wie Sportdirektor Max Eberl sagte. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit fand die Borussia dann besser ins Spiel. Eine strittige Zweikampfsituation im Strafraum zwischen Embolo und Adams wurde dann vom Videoassistenten wegen Abseits zurückgepfiffen.

Rose schien in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden zu haben: Die Gladbacher agierten mit deutlich mehr Struktur, die Fortuna kam kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. „In der zweiten Halbzeit ist Gladbach besser ins Spiel gekommen. Wir haben da zu viele Fehler im Spiel nach vorne gemacht“, musste auch Fortunas Trainer Friedhelm Funkel anerkennen. Da aber auch die Borussia ihre schnellen Gegenangriffe in Überzahl schlecht ausspielte und Patrick Herrmann zwei Großchancen (54./62.) nicht nutzte, sah es lange nach der zweiten Niederlage innerhalb von drei Tagen aus.

Doch der erst in der 67. Minute eingewechselte Thuram ließ den Borussia-Park dann doch noch jubeln: Erst vollendete er nach einem scharf hereingebrachten flachen Ball von Rechtsverteidiger Stefan Lainer einen schönen Angriff zum 1:1 (74.). Als dann in der 87. Minute der Videoassistent eine Abseitsentscheidung des Schiedsrichtergespanns revidierte, gab es im Stadion nach kurzer Wartezeit kein Halten mehr: Thuram, der nach einer chaotischen Szene im Düsseldorfer Strafraum einnetzte, verschwand unter einer feiernden Spielertraube. Die restlichen Minuten konnten platt wirkende Düsseldorfer nichts mehr ausrichten. Gladbachs Sieg war perfekt.

„Nach einer schwachen ersten Halbzeit war es ein Sieg des Willens – und der Qualität“, sagte Sommer. Und Rose ergänzte: „Kompliment an die Mannschaft, die sich den Sieg aufgrund der zweiten Halbzeit verdient hat.“ Matchwinner Thuram sagte in den Katakomben nichts und lief erst mal strahlend in die Kabine. Sprechen musste er auch nicht. Auch so wird er „Düsseldorf 2019“ in guter Erinnerung behalten.