Borussia Mönchengladbach mit Yann Sommer bei Schalke 04

Vor dem Spiel gegen Schalke : Yann Sommer, Mönchengladbachs Konstante im Tor

Für Yann Sommer ist es ein besonderes Spiel: Der Schweizer Nationalkeeper wird am Samstagabend bei Schalke 04 zum 150. Mal für Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga auflaufen.

Wenn Max Eberl über Yann Sommer spricht, dann gerät er ins Schwärmen. Der Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach sagt dann Sätze wie: „Mit ihm ist uns ein Glücksgriff gelungen. Yann ist ein kompletter Torwart, der in den vergangenen Jahren Topleistungen für uns gezeigt hat.“

Vor rund viereinhalb Jahren wechselte der heute 30-Jährige vom FC Basel zur Borussia. An diesem Samstagabend (18.30 Uhr) wird er beim „Topspiel“ in der Schalker Veltins-Arena aller Voraussicht nach zum 150. Mal für die Fohlen bei einem Bundesliga-Spiel im Tor stehen. „Das spricht für ihn und unsere Kontinuität auf der Torwartposition“, sagt Eberl und klopft sich selbst auf die Schulter.

„Keine leichte Aufgabe“

Es waren große Fußstapfen, die Sommers Vorgänger Marc-André ter Stegen im Sommer 2014 hinterlassen hatte. Das Gladbacher Eigengewächs schloss sich dem spanischen Spitzenklub FC Barcelona an und ist inzwischen die unumstrittene Nummer eins bei den Katalanen. Zu seiner Borussia-Zeit war der 26-Jährige nicht nur ein starker Torhüter, sondern auch ein Gesicht des Traditionsklubs. „Das war sicher keine leichte Aufgabe, einen Nachfolger für ihn zu finden“, sagt Eberl und fügt in einem Atemzug hinzu: „Wir hatten aber etwas Wissensvorsprung, da wir früh erfahren haben, dass sich Barcelona um Marc-André bemüht.“

Die Wahl fiel bekanntlich auf Sommer, den die Gladbacher Verantwortlichen schön länger auf dem Zettel hatten, wie der Sportdirektor betont: „Er ist wie Marc-André ein kompletter Torhüter.“

Der Schweizer Nationalspieler ist  zu einem Führungsspieler beim Klub vom Niederrhein gereift und ist ein sicherer Rückhalt des Tabellendritten. Der Vize-Kapitän hat in dieser Saison noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht. In den vergangenen sechs Partien blieb Sommer fünfmal ohne Gegentor. Neunmal behielt er in dieser Spielzeit die Weiße Weste, was der Bestwert in der Liga ist. Dass es momentan für ihn und die Mannschaft so gut läuft, führt der 1,83 Meter große Torhüter vor allem auch auf den Systemwechsel vom 4-4-2 auf das jetzige 4-3-3 zurück. „Das Ziel war es, wieder mehr Chancen zu kreieren, dennoch aber das eigene Tor zu verteidigen. Beides machen wir im Moment sehr gut“, wird Sommer auf der Homepage der Borussia zitiert.

Angesprochen auf seine aktuell herausragende Form, äußert sich der Schweizer zurückhaltend: „Grundsätzlich ist es doch so, dass man als Torwart von der Mannschaft lebt. Läuft es für das Team gut, läuft es in der Regel auch beim Torwart.“ Die Borussen haben in diesem Jahr noch kein Gegentor kassiert, das soll nach den Wünschen der Gladbacher auch nach Sommers Jubiläumsspiel am Samstag Bestand haben. „Das wird ein hartes Duell zwischen zwei Teams, die gut aufgestellt sind“, unterstreicht der Keeper, und sein Trainer, Dieter Hecking, ergänzt: „Schalke wird hochmotiviert sein. Wir werden erneut an unsere Leistungsgrenze gehen müssen.“

Dabei kann der Coach in Gelsenkirchen fast aus dem Vollen schöpfen. Mit Ausnahme von Raffael (Schlüsselbeinbruch), Mamadou Doucouré (Muskelbündelriss im Oberschenkel) und Keanan Bennetts (Muskelfaseriss im Oberschenkel) stehen dem 54-Jährigen alle Spieler zur Verfügung. Ob der wiedergenese Thorgan Hazard direkt wieder in die Startelf rückt, ließ Hecking offen.

„Schalkes Ansatz wird sein, auch gegen uns fußballerische Lösungen zu finden, darauf müssen wir vorbereitet sein. Wir wollen dagegenhalten, Spielfreude und Selbstvertrauen auf den Platz bringen – all das wird nötig sein, um etwas mitzunehmen“, verdeutlicht Gladbachs Trainer.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Lang, Ginter, Elvedi, Wendt - Hofmann, Strobl, Zakaria - Hazard, Stindl, Plea

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