1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Mönchengladbach: Borussia endgültig auf Königsklassen-Niveau

Mönchengladbach : Borussia endgültig auf Königsklassen-Niveau

Trainer in der 1. oder 2. Bundesliga zu sein, ist nicht unbedingt nötig für das Lebensglück von André Schubert. Das ist bekannt. Um Mitternacht nach einem berauschenden 4:2-Sieg gegen den FC Sevilla wurde die Einstellung des neuen Mönchengladbacher Cheftrainers zu seinem Job auf eine weitere Nagelprobe gestellt.

Da hatte seine Mannschaft gerade in einem spektakulären Match den ersten Sieg in der Champions League geholt, im vierten Anlauf endlich den andalusischen Stachel aus dem niederrheinischen Fußball-Körper gezogen, um dann mit der Frage konfrontiert zu werden: „Fürchten Sie, am Ende mit leeren Händen dazustehen?“

Schubert hatte seine Contenance im Griff, so wie seine Mannschaft zuvor über weite Strecken den Europa-League-Gewinner der vergangenen beiden Spielzeiten. Und mit einem nur leicht modifizierten Siegerlächeln tat er seine Sicht der vermeintlich bedrohlichen Dinge kund. „Ich stehe nicht mit leeren Händen da. Wir haben eine überragende Leistung gegen Manchester City gezeigt. Wir haben richtig gut defensiv gearbeitet bei Juventus Turin. Und im Rückspiel hätten wir mit ein bisschen Glück gewinnen können statt 1:1 zu spielen. Und heute haben wir gegen Sevilla gewonnen“, listete der 44-Jährige auf.

Beim Fernduell mit Sevilla um den Einzug in die Europa League im letzten Gruppenspiel muss Gladbach nur in Manchester gewinnen, wenn die Andalusier zu Hause auch einen Dreier gegen Juve holen.

Unabhängig davon ist die Feuertaufe in der Königsklasse bereits bestanden. Seit dem Mittwochabend auch vom Resultat her, zuvor bereits inhaltlich. Und beides unter widrigen Umständen. Erst die Start-Krise, die wie ein Gewitter unerwartet über der Favre-Mannschaft ausbrach, und dann auch noch eine Verletzungs-Pechsträhne, die ihren Höhepunkt in der frühen Verletzung von Ibrahima Traoré am Mittwochabend fand.

Wie Josip Drmic die dadurch vakante Position offensiv rechts mit anderem, aber gewinnbringendem Leben füllte, sagt viel über die fußballerische und charakterliche Qualität des Borussia-Kaders. Und so mochte sich auch Torhüter Yann Sommer nicht die strahlende Laune von Rechnungen trüben oder gar zerstören lassen, was alles möglich gewesen wäre oder wie knapp sein Team am Vorteil im direkten Vergleich mit Sevilla im Falle eines Punktegleichstands vorbeigeschrammt sei. „Ich bin kein Freund von ,was wäre wenn?‘ Ich blicke nicht zurück“, versicherte der Schweizer Goalie. „Wir sind mit jedem Spiel in der Champions League erfahrener, reifer geworden. Das Wichtigste ist die Erkenntnis, dass wir internationales Niveau besitzen.“

Ruhm, Ehre und auch pekuniärer Lohn: Die unbezahlbare Krönung aber wartete gegen 1 Uhr am Donnerstagmorgen in seiner Düsseldorfer Wohnung auf Sommer. „Ein Kuss von meiner Mutter.“