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Köln: 1:2 gegen Köln: Eine Niederlage, die kaum ein Gladbacher verstehen kann

Köln : 1:2 gegen Köln: Eine Niederlage, die kaum ein Gladbacher verstehen kann

Max Eberl blies kurz die Wangen auf. Dann stapfte der Sportdirektor davon. Vom Ort des Geschehens, wo gerade in rot-weißer Glückseligkeit der Karneval eingeläutet wurde. Mitten in Köln. 50.000 waren gekommen. Keine Reden, kein Tääätäää, keine Orden. Allein ein Ball, 22 Spieler und ein Berg an Hoffnung auf Kölner Seiten, den die Gladbacher am Sonntag eifrig mitzugestalten halfen.

Sie gestatteten Köln zwei Tore, schossen selbst nur eines, und so fuhren sie verdutzt aus der Domstadt heim, wie es aus Gladbacher Sicht wahrlich nicht hätte sein müssen — mit einer 1:2-Niederlage.

Hazards leichter Ballverlust

Und es ist auch bis heute nicht ausgemacht, ob sie zu überheblich waren, zu ängstlich oder einfach zu freundlich dem Gastgeber gegenüber. Vermutlich ist es eine unglückselige Mischung aus allem. Thorgan Hazards Hackentrick im Kölner Strafraum ist nur mit der Attitüde der Überheblichkeit zu verstehen. Trainer Dieter Hecking sagte es nicht so deutlich, eher verklausuliert: „Das Gegentor haben wir ja mit einem leichten Ballverlust eingeleitet.“ Er hätte es auch eine Frechheit von Hazard nennen können. Im Gegenzug erzielt der Neu-Kölner Simon Terodde quasi mit dem Schlusspfiff das 2:1.

Ängstlich spielten die Gladbacher, weil zwar alles schön anzusehen, aber wenig zielgerichtet war. Wie auch Hecking befand: „Wir haben gespielt, gespielt, gespielt.“ Aber kaum Chancen kreiert. Weil die Mannschaft zu langsam agierte. Den Ball stoppen, schauen und dann erst zu spielen — das ist eine simple Aufgabe, wenn man das verteidigen muss. So haben sich die Kölner eine Halbzeit lang auf die Gladbacher einstellen können.

Und gastfreundlich waren die Borussen: Gemessen an den Chancen in der zweiten Halbzeit nach einer Leistungssteigerung — auch durch die Einwechslung von Stürmer Raffael, dem ja auch der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen war, bedingt — mag man nur schwerlich verstehen, warum das Spiel überhaupt noch einmal zugunsten der Kölner kippen konnte.

„Wieder eine Chance verpasst“

Matthias Ginter sagte: „Wahnsinn, dass wir das Spiel noch verloren haben. Wir haben nicht schlecht gespielt, aber auch nicht gut gespielt. Wir haben wieder mal eine Chance verpasst. Wenn wir nicht gewinnen können, dann müssen wir aber den einen Punkt mitnehmen.“

Gegen keinen Gegner in der Liga ist Gladbachs Bilanz eigentlich besser: 23 der 43 Spiele in Köln haben sie gewonnen. Und doch stand es lange 0:1, als die Kölner zum ersten Mal in diesem Spiel wirklich gefährlich im Strafraum der Gladbacher waren: Frederik Sörensen drückte nach 34 Minuten eine Freistoß-Flanke an Torwart Yann Sommer vorbei ins Tor. Raffael egalisierte den Rückstand nach 69 Minuten. Und dann entwickelte sich das, wovon Kapitän Lars Stindl sagt: „Nach dem 1:1 müssen wir die Führung machen, weil wir dann in solche Momente nicht mehr kommen müssen.“

Das 1:2 ließ sichtbar Frust zurück: „Das ist schon sehr, sehr ärgerlich.“ Stindl ging es dabei gar nicht um einzelne Chancen: „Es geht um die gesamte Situation, mit der wir uns auf die Siegerstraße bringen. Oder eben nicht.“ In Köln war es auch Hazards irrwitziger Hackentrick.