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Fußball-Regionalliga: Beeck mit mehr Selbstvertrauen als Gast RWO?

Fußball-Regionalliga : Beeck mit mehr Selbstvertrauen als Gast RWO?

Nach der guten Leistung bei der BVB-Zweiten erwartet Fußball-Regionalligist FC Wegberg-Beeck am Mittwochabend Rot-Weiß Oberhausen.

Der Rhythmus ist unglaublich: Spiel, Auslaufen, Training, Spiel, Auslaufen, freier Tag, Training, Spiel – und das setzt sich auch in den nächsten Tagen so fort: Zehn Partien in 22 Tagen muss der FC Wegberg-Beeck absolvieren. Nummer vier steht am Mittwochabend mit dem Nachholspiel der Fußball-Regionalliga gegen Rot-Weiß Oberhausen ab 19.30 Uhr im Beecker Waldstadion auf dem Plan. „Es ist echt krass. Man kommt ja noch nicht mal mehr dazu, richtig zu trainieren“, sagt Michael Burlet, „krass, wenn man bedenkt, dass wir ja alle noch einem Job nachgehen.“

Ein Punkt sprang aus den vergangenen drei Partien heraus – zu wenig, wenn man sich vor allem die gute Leistung der Beecker zuletzt bei Regionalliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund II anschaut. Schon unter der Woche hatte der Aufsteiger das Heimspiel gegen den SV Bergisch Gladbach (0:2) vergessen lassen,  in dem der Aufsteiger auf ganzer Linie enttäuschte. In Wiedenbrück wurde Beeck für die kämpferische Moral mit einem Punkt belohnt, in Dortmund (2:3) blieb die Belohnung nach einem umstrittenen Foulelfmeter in der Endphase der Partie aber aus. Von Komplimenten kann man sich zwar nichts kaufen, aber verdient waren diese nach einem leidenschaftlichen und kämpferischen Einsatz.

Und am Mittwoch kommt nun der hohe Favorit Oberhausen, der überraschend hinter Beeck, punktgleich  mit vier Zählern, nur auf dem vorletzten Tabellenplatz steht. Nach sieben sieglosen Spielen in Serie musste Coach Dimitrios Pappas am Sonntag seinen Spind räumen, Interimsnachfolger ist sein Vorgänger Mike Terranova, bei RWO nahezu eine Ikone. Der 43-Jährige spielte von 2006 bis 2013 selbst in Oberhausen und gehörte wie Pappas zum Team, das mit RWO in die Zweite Liga aufstieg. Terranova hatte die RWO-Mannschaft in den vergangenen vier Spielzeiten betreut und ist seit dem Sommer Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Einer der noch mit Terranova zusammen gespielt hat, ist Gökan Lekesiz, Beecker Zugang von Liga-Aufsteiger SV Straelen. Der 29-jährige Viersener war nach zwei Jahren beim damaligen NRW-Ligisten Alemannia Aachen II nach Oberhausen gewechselt. „Mike hat mir damals bei den ersten Schritten sehr viel geholfen und mir Ratschläge gegeben“, blickt Lekesiz, der später mit dem MSV Duisburg als Vizemeister in die Zweite Liga aufstieg, zurück.

Ist der Trainerwechsel ein Vor- oder Nachteil für Beeck? „Für RWO ist es sicher ein Vorteil, da Terranova die Mannschaft größtenteils gut kennt und anders pushen kann“, so Lekesiz, der bei Dortmund  II mit einer leichten Knöchelverletzung passen musste. „Für Beeck ist es aber kein Nachteil, da Oberhausen verunsichert ist und mehr Druck hat als wir, punkten zu müssen. Und wir nach den beiden letzten Spielen zuversichtlich sein können.“

Sein Coach sieht es ähnlich. „Es ist schwierig zu sagen, wie so ein Trainerwechsel sich auswirkt, ob er gut oder schlecht für uns ist. Sicher wird die Mannschaft nach den letzten Ergebnissen aber nicht vor Selbstvertrauen strotzen.“ Der Wechsel erschwert seine Arbeit aber auf jeden Fall, denn das Studium des Videos von der Samstag-Partie Alemannia Aachen gegen RWO (2:1) könnte Makulatur sein. „Oberhausen hat auf dem Tivoli schon versucht, das Spiel voranzutreiben und zu machen. Aber ich fand, dass man das fehlende Selbstvertrauen gespürt hat. Nur: Ich weiß ja nicht, was der neue Trainer macht“, erläutert Burlet, der aber optimistisch hinterher schiebt: „Das 2:3 in Dortmund hat gezeigt, dass alles eng zusammen ist. An einem guten Tag und mit etwas Glück können alle punkten. Ich hoffe, wir erwischen einen guten Tag – so wie in Dortmund.“

Personell kann Burlet am Mittwochabend aus dem Vollen schöpfen: Shpend Hasani, der beim BVB bereits eingewechselt wurde, kann ebenso wieder auflaufen wie Lekesiz.