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Gedanken zum 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga: Bas Dosts Vier-Tore-Gala – als „Kloppo“ noch „Klöppchen“ war

Gedanken zum 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga : Bas Dosts Vier-Tore-Gala – als „Kloppo“ noch „Klöppchen“ war

Die Auszeichnung zum „Spieler des Tages“ geht an diesem 28. Spieltag der Bundesliga an Bas Dost... Halt. Spinnt der Autor jetzt? Nein, er war nur Augenzeuge der ersten „hisTOOORischen“ Sky-Konferenz.

Es kann nur einen geben. Die Auszeichnung zum „Spieler des Tages“ geht an diesem 28. Spieltag in der Fußball-Bundesliga an Bas Dost. Vier Treffer erzielte der Mittelstürmer des VfL Wolfsburg, einer schöner als der andere. Mit dem Kopf, mit rechts, mit links, und am Ende stand ein furioser 5:4-Erfolg der Niedersachsen bei Bayer Leverkusen. Besiegelt durch ein Tor in der letzten Minute der Nachspielzeit. Schütze: Bas Dost, natürlich.

Aber auch andere Partien des 28. Spieltags sorgten in der Konferenz für spektakulären Fußball und Tore fast im Minutentakt. Egal, ob beim satten 6:0 der TSG Hoffenheim gegen den 1. FC Köln (sieht man als Sympathisant von Borussia Mönchengladbach immer gerne, aber das nur am Rande), das gleichfalls überzeugende 5:0 von RB Leipzig gegen Hertha BSC oder auch das ungefährdete 3:0 des FC Augsburg gegen den SC Paderborn – das war Fußball, wie ihn sich der Fan des runden Leders vorstellt. Und ein Spieler schaffte in der Tat Historisches: Lukas Rupp stand in der Hoffenheimer Mannschaft und wurde später noch für Paderborn eingewechselt…

Halt, Stopp! Spinnt der Autor jetzt? Hat er Halluzinationen wegen der seit Wochen fußballlosen Zeit? Nein, nein, er war nur Augenzeuge der ersten „hisTOOORischen“ Sky-Konferenz. Gemäß des ursprünglichen Spielplans dieser Spielzeit setzt der private Fernsehsender seit Samstag die Saison mit historischen Duellen und einer aktuell live produzierten Konferenz fort – bis der Ball wieder in echt rollt.

Und so gab es die eingangs erwähnten Partien, die vor dem Anpfiff eher zum Einschlafen, denn zum Fußballschauen animiert haben. Ein Traditionsverein, ein hauptstädtischer Chaos-Club, zwei „graue Mäuse“ und gleich vier Betriebssportgemeinschaften – gähn. Doch es wurden unterhaltsame zwei Stunden, was nicht nur an der Torflut lag. Auch die Art und Weise der Präsentation sorgte für gute Unterhaltung. Den Kommentatoren Kai Dittmann, Roland Evers, Toni Tomic und Jonas Friedrich war nur bei kleineren Anspielungen auf die Zukunft anzumerken, dass sie längst Vergangenes verbal begleiteten.

Und fast schon komödiantisch waren die 30 Minuten im Vorlauf der Konferenz, als der damalige Paderborner Trainer André Breitenreiter von zu Hause aus – wie sonst an der Seitenlinie – den Blick in die nahe Zukunft auf eine längst gespielte Partie in Augsburg warf. Und dabei ernst blieb.

Das Urteil des Familienrats: Ein Sohn fand den Nachmittag „sehr, sehr gut“, der andere urteilte: „Es war gut zu gucken.“ Und der Autor sagt: Es hat Spaß gemacht, muss ich mir aber jetzt nicht jede Woche anschauen. Die einstündige Zusammenfassung „Alle Spiele, alle Tore“ und das Topspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München im Anschluss mussten dann auch nicht mehr sein, zwei Stunden Fußball vor vollen Rängen und ohne Einschalten des Video-Schiedsrichters (Hurra!!!) haben gereicht.

Sie fragen sich noch, was der Trainer Jürgen „Kloppo“ Klopp in der Überschrift zu suchen hat? Da es die Partie zwischen Union Berlin und Mainz 05 in der Ersten Liga noch nie gegeben hat, griff Sky auf den letzten Spieltag der Zweitliga-Saison 2002 zurück, an dem die Mainzer mit einem Unentschieden bei den Eisernen den erstmaligen Aufstieg ins Oberhaus hätten perfekt machen können. Sie verloren 1:3, aber allein schon wegen der Bilder des „Klöppchens“, ohne Bart, mit schmalem Gesicht und putziger Brille, war die Sky-Konferenz lohnenswert. Wie auch der Auftritt des damaligen 05er Spielers Sandro Schwarz, der sich vor der Partie über seine Nichtnominierung für die Startelf ein bisschen echauffieren durfte. Ähnlich wie André Breitenreiter bewies der spätere Mainzer Trainer humoristisches Talent.

Den Impuls zu diesem TV-Format gab übrigens Andreas Rettig, Ex-Manager in Freiburg, Köln und Augsburg und von 2013 bis 2015 Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga. Dem nichts lieber wäre, als wieder eine „normale“ Konferenz zu schauen. Aber das dürfte noch lange dauern.