Alemannia gegen Köln: Zwei Teams auf der Suche nach dem Erfolgserlebnis

Alemannia gegen Köln: Zwei Teams auf der Suche nach dem Erfolgserlebnis

Dass sich die Trainerausbildung des Deutschen Fußball-Bundes auch mit sportpsychologischen Aspekten beschäftigt, hat sich für Fuat Kilic in dieser Woche durchaus als Vorteil erwiesen. Nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Aufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn war Alemannia Aachens Chefcoach nicht nur als Übungsleiter, sondern auch als Mentaltrainer gefragt.

Das Spiel wurde aufgearbeitet, „die Jungs haben verstanden, dass wir uns nicht selbst im Weg stehen dürfen“.

Freitagabend (19.30 Uhr) bei der „Zweiten“ des 1. FC Köln soll der Schalter umgelegt werden, oder wie Kilic es formuliert: „In den Köpfen der Spieler muss es klick machen.“ Der 45-Jährige erwartet nach dem Fehlerfestival gegen Kaan-Marienborn einen dominanten und selbstbewussten Auftritt seiner Mannschaft. Und „eine höhere Effizienz bei der Chancenverwertung. Denn wenn wir ein paar unserer zahlreichen Hochkaräter am Samstag genutzt hätten, wäre auch das Selbstvertrauen gestiegen“, ist der Trainer überzeugt.

Die Situation des Gastgebers ist vergleichbar, auch in der anderen Domstadt läuft die fieberhafte Suche nach Erfolgserlebnissen. Die Alemannia ist einen Schritt weiter, denn im Gegensatz zu dem jungen Kölner Team wartet man am Tivoli nicht mehr auf den ersten Saisonsieg. Dafür aber auf den zweiten, um den Tabellenkeller zu verlassen.

Gefahndet wird in diesen Tagen auch nach selbstbewussten Spielern, und so überrascht es nicht, dass Stipe Batarilo Freitagabend wieder in der Startelf stehen wird, wenn das Flutlicht im Franz-Kremer-Stadion eingeschaltet wird. Für den gebürtigen Kölner, der beim FC ausgebildet wurde, ist es ein „besonderes Spiel. Ich will die Punkte aber dennoch mit nach Aachen nehmen.“ Der technisch versierte Mittelfeldspieler ist als letzter Akteur zum Team gestoßen, gerade einmal drei Wochen ist es her, dass der ehemalige Spieler des SC Wiedenbrück für die Alemannia die Fußballschuhe schnürt.

Kilic sieht größtes Manko in der mangelnden Chancenverwertung

„Ich kann jeden verstehen, der uns vorwirft, dass wir zuletzt nicht mutig genug gespielt haben“, sagt Batarilo. „Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir 95 Minuten marschiert sind und am Ende noch den Ausgleich geschafft haben.“ Beeindruckt ist der 24-Jährige, der sich seit Saisonbeginn im Camp der vereinslosen Vertragsfußballer fit hielt, von der Intensität im Training. „Ich habe es noch nie erlebt, dass jeder Spieler in den Einheiten so Gas gibt wie hier.“

Genau diese Situation bereitet Kilic allerdings auch ein wenig Kopfzerbrechen. „Wir schaffen es viel zu selten, unsere guten Trainingsleistung auf das Spiel zu übertragen“, moniert Aachens Trainer. In Panik verfällt er deshalb nicht. „Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren“, zitiert Kilic den indischen Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi. Um dann mit einem Schmunzeln das Zitat zu vervollständigen: „Wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.“

Neuzugang Batarilo: "Wir müssen Köln wegputzen"

Optimistisch trotz Stotterstart

Seinen Optimismus hat der 45-Jährige nach dem Stotterstart allerdings nicht verloren: „In der Tabelle liegt alles dicht beieinander. Ich habe zu 100 Prozent die Überzeugung, dass wir da unten rauskommen werden.“ Ein Sieg in Köln würde dabei helfen.

Voraussichtliche Aufstellung: Jakusch — Heinze, Hackenberg, Fiedler — Müller, Bösing, Pütz, Idrizi, Garnier — Batarilo, Imbongo

Schiedsrichter: Florian Heien (Xanten)

Bilanz: 16 Spiele/9 Siege/1 Remis/6 Niederlagen (23:18 Tore)

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