Zusatzbericht: Schiedsrichter-Assistent von Feuerzeug getroffen

Zusatzbericht : Schiedsrichter-Assistent von Feuerzeug getroffen

Am Samstag gab es unschöne Szenen auf dem Tivoli: Die Partie gegen Wuppertal musste unterbrochen werden, weil Gegenstände aufs Spielfeld flogen. Im Zusatzbericht des Schiedsrichters ist jetzt zu lesen, dass der Assistent am Oberarm von einem Feuerzeug getroffen worden sei.

Am Samstag lief dann auch Martin vom Hofe über das Spielfeld. Aus gegebenem Anlass wählte Alemannias Geschäftsführer eine Abkürzung, um auf die andere Spielfeldseite zu gelangen. Die Partie gegen Wuppertal war gerade unterbrochen, weil laut Stadiondurchsage Gegenstände aufs Spielfeld flogen, vom Hofe wollte schlichten auf der Gegentribüne.

Im Zusatzbericht des Schiedsrichters ist festgehalten, dass der dortige Assistent am Oberarm von einem Feuerzeug getroffen worden sei. Veranstaltungsleiter vom Hofe sagt, dass nur dieses eine Feuerzeug geflogen, der Werfer bereits identifiziert und zur Anhörung geladen sei. Auch Aachens Präsident Martin Fröhlich registrierte am Tatort keine weiteren Gegenstände auf dem Spielfeld, sagt er.

Das Ereignis fällt in eine Woche, in der das Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbands Aachens Partie bei Wattenscheid 09 sportrechtlich aufrollen und bewerten will. Auch drei Monate nach dem Spiel sind viele Vorfälle noch strittig. Ein Ordner wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht, der Polizei-Einsatzleiter des Spiels hatte berichtet, dass Aachener Fans ihm eine Flasche auf den Kopf geschlagen hätten. Es wurde Strafanzeige wegen schwerer Körperverletzung gestellt.

Personen unkontrolliert im Block

Zudem hatte es einen Kassensturm gegeben, nach Polizeiangaben kamen so „bis zu 30 Personen“ unkontrolliert in den Block. Für die Ordnungskräfte war das ein Anlass, den Block wieder zu räumen und die Personen erneut zu kontrollieren. Aus Polizeisicht wurde es dabei nötig, Pfefferspray und den „Einsatzmehrzweckstock“ einzusetzen. Aus Sicht der Fans war der Einsatz völlig überzogen und maßlos. Auch vom Hofe spricht davon, dass die Polizisten „extrem überreagiert“ hätten.

In dem Verfahren am Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit geht es nur noch um den Kassensturm vom 1. Dezember. Alemannia hat das Vergehen eingeräumt, allerdings ist nur noch von neun Fans die Rede, die unberechtigt in den Innenraum eingedrungen seien. Es läuft auf die nächste Geldstrafe hinaus, 6000 Euro war ein Tarif, der im Laufe des Verfahrens erwägt wurde, Alemannia ist das zu viel.

Seit Saisonbeginn 2015 hat Wiederholungstäter Alemannia 16.450 Euro an Strafen für Fanvergehen begleichen müssen. Der Vorsitzende des Spruchkammer, Hubert Jung, ist vom Sicherheitsbeauftragten des Verbandes nach dem Wuppertal-Spiel bereits informiert worden, dass wieder Arbeit auf seine Kammer zukomme.

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