Alemannia Aachen gegen Verl: Wird mit Glücksbringer Redjeb die Serie verteidigt?

Alemannia Aachen gegen Verl : Wird mit Glücksbringer Redjeb die Serie verteidigt?

Der Arbeitstag von Mohamed Redjeb hatte früher begonnen als erwartet. Gerade einmal sechs Minuten waren zwischen Alemannia Aachen und dem SV Lippstadt gespielt, als Alexander Heinze mit einer Schädelprellung aus- und Redjeb eingewechselt wurde.

Die frühe personelle Änderung bereitete seinem Trainer vergangenen Samstag allerdings kein Kopfzerbrechen, denn Fuat Kilic weiß: „Es spielt keine Rolle, ob Mo von Anfang an spielt oder eingewechselt wird: Er gibt immer 100 Prozent.“ Auch diesmal machte Redjeb seine Sache gut, und am Ende des Arbeitstages stand der vierte Sieg in Folge.

Am Freitagabend (19 Uhr) treten die Seriensieger bei einem Team an, das eher unfreiwillig zum Serienstarter geworden ist: Seit fünf Spielen wartet der SC Verl auf einen Sieg. „Wir können selbstbewusst auftreten, aber es wird sicher kein Selbstläufer“, warnt Kilic vor dem angeschlagenen Gegner.

Bereits am Donnerstag ist der Alemannia-Tross Richtung Ostwestfalen aufgebrochen, und natürlich hat auch Redjeb im Mannschaftsbus seinen Platz eingenommen. Der 23-Jährige ist in den vergangenen Wochen zum Glücksbringer mutiert, denn immer wenn der Zweikämpfer mit den tunesischen Wurzeln im Kader stand, hat die Alemannia nicht verloren. Ohnehin hat Redjeb, der vor der Saison vom Ligakonkurrenten TV Herkenrath kam, eine ähnliche Entwicklung genommen wie sein neuer Arbeitgeber.

Sein Start am Tivoli verlief mit Komplikationen, da sich der gebürtige Leverkusener in der Vorbereitung einen Außenbandriss im Sprunggelenk zugezogen hatte. „Die ersten Wochen waren nicht einfach“, räumt Redjeb ein. „Zu Beginn hat er keine Rolle gespielt“, sagt denn auch sein Trainer. Aber Redjeb hat das gemacht, was er am besten kann: Er hat sich zurückgekämpft. So wie die gesamte Mannschaft nach dem verkorksten Saisonstart. „Es war eine schwierige Phase, aus der wir mental gestärkt hervorgegangen sind“, sagt der 23-Jährige. Und mit seiner individuellen Entwicklung bereitet er seinem Trainer großes Vergnügen. „Mittlerweile ist Mo viel präsenter und spielt klarer. Er hat verinnerlicht, was ich von ihm will“, sagt Kilic. Der Lohn: In Wuppertal durfte Redjeb zum ersten Mal in seiner Karriere Regionalliga-Luft schnuppern, gegen Ex-Verein TV Herkenrath erhielt er sogar das Mandat für die Startelf. In den vergangenen vier Spielen stand der ehemalige Student immer auf dem Platz – meistens als Teilzeitkraft, aber wenn der Abpfiff ertönte, ging auch Redjeb als Sieger vom Feld. „Und der Hunger wächst“, sagt Redjeb und lacht.

Der SC Verl soll das nächste Opfer der siegeshungrigen Aachener werden. Die Voraussetzungen sind allerdings eher ungünstig, da mit Marcel Kaiser (Grippe) und Matti Fiedler (muskuläre Probleme) zwei Stammkräfte definitiv ausfallen werden. Und auch für Torjäger Dimitry Imbongo Boele sind die Chancen auf einen Startelfeinsatz ausgeschlossen. Immerhin ist Alexander Heinze einsatzfähig. „Wir wollen unsere Serie unbedingt schützen“, sagt Kilic. Ein Zweikämpfer wie Redjeb könnte dabei durchaus von Vorteil sein . . .

Mehr von Aachener Zeitung