DFB berät über Regionalligareform: Werden die Wünsche von Fuat Kilic erhört?

DFB berät über Regionalligareform: Werden die Wünsche von Fuat Kilic erhört?

„Es fehlt dieser Liga an professionellen Strukturen, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten“ - bei Fuat Kilic ist der Geduldsfaden zum Thema Regionalliga schon mehr als überstrapaziert. Zumindest was das Thema Aufstiegsregelung angeht, soll sich etwas ändern, meldete der DFB am Dienstag. Aber ob die neuen Planungen wirklich kommen werden, steht in den Sternen.

Noch am Montag klang es, als wären alle Bemühungen gescheitert. Laut Informationen des „Kicker” sei die eingesetzte Arbeitsgruppe zur Regionalligareform aufgelöst worden, weshalb die Reform des Aufstiegssystems erstmal ad acta gelegt werden könnte.

Dann meldete der DFB sich doch noch zu dem Thema, das in der Regionalliga für reichlich Unmut sorgt. Der neue Vorschlag sieht vor, dass nicht mehr fünf Staffeln - wie bisher - um den Aufstieg in den Profi-Fußball kämpfen. Stattdessen sollen vier Staffeln ausgetragen werden, in denen alle Meister direkt in die dritte Liga aufsteigen. Die Entscheidung der Arbeitsgemeinschaft fiel einstimmig, die Vertreter der dritten Liga enthielten sich.

„Das erarbeitete Modell beinhaltet, im ersten Schritt den Flächenbereich des DFB in zwei Gebiete aufzuteilen, aus denen heraus jeweils zwei Ligen gebildet und jeweils zwei Aufsteiger ermittelt werden. Die Entscheidung über den genauen Zuschnitt der einzelnen Regionalligen soll auf die jeweiligen Regional- und Landesverbände für deren Flächengebiete übertragen werden. Die Drittliga- und Regionalligavereine sollen in die Entscheidungsprozesse ihrer Gebiete eingebunden werden”, heißt es von Seiten des DFB.

Der Vorschlag wäre, dass die Gebiete der Regionalliga West und Südwest zwei Aufsteiger erhalten und die restlichen Staffeln dann ebenso den Zuschnitt klären müssen der zwei Ligen aus denen dann die weiteren beiden Aufsteiger kommen.

Das bedeutet natürlich aber auch viel Abstimmungsarbeit zwischen den zahlreichen Fußballverbänden des DFB. Ob das System wirklich zur Saison 2020/2021, wenn die bisherige Regelung (siehe Info-Box) ausläuft, realisierbar wäre, ist daher noch mit Skepsis zu sehen.

Für die Alemannia hätte eine Umsetzung mehrere positive Nebeneffekte: Die Liga würde planbarer, da man nicht mehr als Meister auch noch durch eine Relegation muss, die selbst eine bisher perfekte Saison ruinieren kann. Wohin das führen kann, sah man beispielsweise in Mannheim, wo mehrere Ultra-Gruppen einen Spielabbruch im vergangenen Sommer im Rückspiel gegen den KFC Uerdingen erzwangen. Der SV Waldhof war bereits mehrfach in der Relegation gescheitert.

Zudem würde die Liga damit auch für Spieler und Sponsoren attraktiver, da es deutlich realistischer wird, den Sprung in die dritte Liga - und damit in Richtung der attraktiven Fernsehgelder - zu verlassen. Das könnte auch Fuat Kilics „Hilferuf” im Interview mit unserer Zeitung vor wenigen Wochen unterstützen, der unbedingt den „Flaschenhals” der Regionalliga mit der Alemannia verlassen will. Zu der häufigen Forderung, die vielen zweiten Mannschaften der Profi-Clubs in einer eigenen Liga zu bündeln, nahm der DFB jedoch keine Stellung.

Schon seit der Einführung der fünf Staffeln regt sich Kritik gegen das System, besonders aus Reihen der vielen Traditionsclubs wie Aachen, Essen und Mannheim. Der DFB hatte deshalb im Dezember 2017 die Arbeitsgruppe gegründet, die sich aus je fünf Vertretern der Regionalliga-Leitungen, der Vereine und weiteren zwei Vertretern der dritten Liga zusammensetzt. Am 7. Dezember sollen die erarbeiteten Maßnahmen dann zum Thema beim DFB-Präsidium werden. Beim DFB-Bundestag am 26./27. September 2019 soll das Konzept dann verabschiedet werden - wenn die vielen Akteure sich darauf einigen können.

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