Zwei Tore gegen Mönchengladbach: Vincent Boesen krönt eine starke Englische Woche

Zwei Tore gegen Mönchengladbach : Vincent Boesen krönt eine starke Englische Woche

Heimsieg für die Alemannia: Gladbach zu Gast auf dem Tivoli

Sieben Punkte binnen einer Woche – die Bilanz der Alemannia nach dem 2:1-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach II fällt positiv aus. In der Schlussphase geriet der dreifache Punktgewinn noch einmal in Gefahr.

Am Ende der Englischen Woche drangen ein paar fetzige Beats aus der Alemannia-Kabine, Freibier-Stimmung machte sich breit. Aachen besiegt nach anstrengendem Schlagabtausch Borussia Mönchengladbach II mit 2:1 und holt damit sieben Punkte aus den letzten drei Spielen. Die Beats verdrängten die Bluestöne, die sich noch nach dem letzten Heimspiel verbreitet hatten. Diese Niederlage gegen Schalke II hatte einige Konsequenzen. Man geigte sich mal intern die Meinung, und heraus kam dabei die Rückkehr zur Viererkette. „Der Schlüssel ist der offene und ehrliche Umgang miteinander“, bilanzierte Fuat Kilic am Ende des 15. Spieltags erleichtert.

Die Gäste begannen durchaus schwungvoll, nach 100 Sekunden bereits köpfte Thomas Kraus aufs Aachener Tor, Alemannias Matti Fiedler musste zum zweiten Mal in dieser Woche per Fallrückzieher auf der Linie retten. Schon in Dortmund hatte er den Artisten in sich entdeckt. Die frühe Großchance war kein Hinweis auf ein turbulentes Spiel mit Chancen im Minutentakt. Vielmehr dominierten die Abwehrreihen. Das letzte Drittel in der ersten Halbzeit ging dann klar an die Hausherren.

Zunächst verpasste Steven Rakk um etwa eine Schuhgröße eine optimistische Rückgabe von Markus Pazurek zu seinem Torwart (35.). Jan Olschwosky hatte nur Sekunden später eine merkwürdige Idee, er warf den Ball zu Aachens Kai Bösing. Der quirlige Mittelfeldspieler bekam aber aus 17 Metern nicht mehr als eine Rückgabe hin (36.).  Der prominenteste Spieler auf dem Platz war bis dahin nur mit einer Peinlichkeit aufgefallen. Gladbachs Profi Andreas Poulsen wird mit einem Marktwert von drei Millionen Euro gelistet, was mehr ist als der Zeitwert des gesamten Aachener Kaders. Der dänische U-21-Nationalspieler versuchte mit einer plumpen Schwalbe einen Elfmeter zu schinden.

Tore sahen die 5300 Zuschauer vorerst nicht, auch wenn Vincent Boesen eine feine Gelegenheit dazu bekam. Aachens Torjäger versemmelte eine präzise Vorlage von Kai Bösing aus elf Metern (61.). Ein paar Minuten später stand er wieder am Elfmeterpunkt. Gladbachs Marco Cirillo hatte André Wallenborn, der später noch seine fünfte Gelbe Karte sah, im Strafraum gefällt. Boesen verwandelte den Elfmeter sicher (67.). Der Treffer gab dem jungen Torjäger Aufschwung, per Kopf veredelte er eine präzise Hereingabe von Bösing zum 2:0 (72.). „Das tut gut, dass der Aufwand so belohnt wird“, freute sich der 21-Jährige. Der war eigentlich gar nicht für die Startformation vorgesehen gewesen. Aber weil die Trainer das „Anlaufverhalten“ von Neuzugang Jonathan Benteke beim Abschlusstraining nicht überzeugte, lief Boesen auf.

Alemannia hätte die Führung souverän vewalten können, aber diesmal patzte Keeper Ricco Cymer, der einen Schuss von Cirillo durchflutschen ließ, so dass Justin Steinkötter begeistert abstaubte (76.). Der Zittermodus brach wieder aus. „Wir haben es schon so oft erlebt, dass wir in den letzten Minuten noch Führungen abgegeben haben“, erinnerte sich Fiedler auf dem Spielfeld. Diesmal brachte das Team die komplette Beute mit, weil Cymer noch einmal prächtig nach einem Solo von Cirillo parierte (80.). Alemannia befreite sich durchaus imponierend aus prekärer Lage. „Das war eine ziemlich perfekte Englische Woche“, fasste der starke Marco Müller die Phase zusammen.

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