Überflüssiges 1:1 in Bonn: Unzufriedenheit bei der Alemannia nach verpassten Siegen

Überflüssiges 1:1 in Bonn : Unzufriedenheit bei der Alemannia nach verpassten Siegen

Alemannia Aachen lässt in Bonn Punkte liegen

Nach ziemlich zuverlässigen Recherchen dieser Zeitung hat Alemannia in den letzten beiden Auswärtsspielen bei Borussia Mönchengladbach II und zuletzt beim Bonner SC vergessen, weitere Punkte einzutüten.

Nach ziemlich zuverlässigen Recherchen des Trainers Fuat Kilic fehlen nach zwei durchaus sehenswerten Spielen etwa fünf Punkte bei den Heimfahrten. Aufwand und Ertrag standen in einem Verhältnis, als würde man die Suppe mit der Gabel auslöffeln.

Das Flutlicht-Remis beim Bonner SC war der jüngste Beleg dafür, dass die Mannschaft gerade nicht sonderlich zupackend ist. Dabei ist sie durchaus mit einem erhöhten Reifegrad unterwegs. Selbst gegen Igel-Mannschaften finden sie inzwischen regelmäßig Lücken. An diesem frostigen Abend lag die bevorzugte Einflugschneise auf der rechten Seite, auf der sich vor allem Matti Fiedler regelmäßig bis zur Grundlinie durchwühlte, um von da aus vorzulegen.

Im Sturmzentrum fehlt aber in diesen Wochen ein bisschen das Glück, zuweilen aber auch die taktische Disziplin. In seinem (Über-)Eifer vergaß Dimitry Imbongo zum Beispiel seinen Auftrag. „Er hat uns Räume genommen, in dem er auf die Flügel ausgewichen ist“, ärgert sich der Trainer über seinen Mittelstürmer, der gerade etwas krampfhaft seine alte Leichtigkeit sucht. „Er sollte im Zentrum präsent bleiben und dort zuschlagen.“ Und weil der 28-Jährige nach Ballverlusten auch häufiger den Rückwärtsgang nicht fand, stehen nun durchaus sachdienliche Gespräche an.

Die Tordürre erinnert ein bisschen an die erste Saisonphase, als das Team auch häufiger vergaß, sich zu belohnen. Verschärftes Torschusstraining steht dann diese Woche auf dem Stundenplan. Am Mittwoch auch „unter Wettkampfbedingungen“. Alemannia trifft in der 1. Pokalrunde auf den TV Rösrath, einen der unterklassigsten Gegner seit vielen Jahren. Der Gegner aus Köln ist in die Kreisliga A aufgestiegen, wehrt sich da von Beginn an gegen die schnelle Rückversetzung. „Das Spiel sollte uns mehr Sicherheit beim Torabschluss geben“, hofft der Trainer, der die Aufstellung ordentlich durchmischen wird.

Standardbälle könnten ein probates Gegengift sein, wenn aus dem Spiel heraus der Ball nicht ins gegnerische Tor findet. In Bonn gab es rund ein Dutzend solcher Momente, aber richtig gefährlich wurde es selten trotz der üblichen Zentimeter-Überlegenheit bei solchen Anlässen. Manuel Glowacz ist vor allem deswegen zum Tivoli geholt worden, weil er ein ausgewiesener Präzisionsschütze ist, der Jahr für Jahr bei Wattenscheid 09 Freistoß auf Freistoß verwandelte - bevorzugt auch gegen Alemannia. Jetzt, fast am Ende der Hinrunde, lässt sich nicht feststellen, dass sich die Qualität nach ruhenden Bällen kaum signifikant verbessert hat. „Da brauchen wir nicht drumherum reden“, sagt auch der Trainer. Die Bälle fliegen zu weit, das Timing der Angreifer stimmt nicht, und wenn sich dann doch eine Gelegenheit bietet, ist der Kopfball harmlos.

Der Freistoßschütze Glowacz ist in Aachen bislang ziemlich anonym geblieben. „Er setzt sich zu sehr unter Druck, um befreit aufspielen zu können“, sagt der Trainer über den Routinier. So bleiben die ruhenden Bälle ganz oben auf der To-do-Liste. Die nächsten drei Gegner in den Heimspielen sind schließlich die führenden Klubs in der Liga. Dortmund II, Viktoria Köln und RW Oberhausen schauen noch bis zum Jahresende am Tivoli vorbei. Beantwortet wird in den Duellen auch die Frage, „ob wir schon auf Augenhöhe mit solchen Gegnern sind“, sagt Kilic. Alemannia – aktuell 24 Punkte – will bis zur Weihnachtsfeier die 30-Punkte-Marke überqueren. Die fünf fehlenden Punkte der letzten beiden Spieltage nicht mitgerechnet.

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