Aachen: Trotz Kopfballtor reicht es für die Alemannia nicht zum Sieg

Aachen : Trotz Kopfballtor reicht es für die Alemannia nicht zum Sieg

Es hätte der perfekte Arbeitstag für Alexander Heinze werden können. Seine Aufgabe in der Defensive hatte der Innenverteidiger mit Bravour verrichtet, seine Kollegen in der Offensive hatte er mit einem wuchtigen Kopfballtreffer unterstützt.

Dass der 24-Jährige die Mixed Zone nach 90 intensiven Minuten leicht genervt betrat, lag jedoch am Gegentor, das sein Team kurz vor Schluss kassiert hatte. 1:1 trennte sich Alemannia Aachen vom Tabellenvierten SV Rödinghausen, und nicht nur Heinze ärgerte sich am Ende über zwei verschenkte Punkte. „Wir haben nicht viel zugelassen. Aber die eine Chance, die der Gegner hat, kostet uns den Sieg.“

Auch der Kapitän war nach dem Abpfiff bedient, Peter Hackenberg befand nicht zu Unrecht, dass „wir sehr viel richtig gemacht haben. Unter dem Strich weiß Rödinghausen selbst vermutlich nicht so genau, wie sie zu dem Punkt gekommen sind.“

Vieles richtig hatte vor allem die Aachener Hintermannschaft gemacht, in der es einen Wechsel im Vergleich zum Spiel in Düsseldorf gegeben hatte. Der wiedergenesene Matti Fiedler ersetzte Patrick Salata, der neben Stipe Batarilo auf der Bank Platz nahm. Alemannias Zugang sah in der Anfangsphase einen dominanten Auftritt seiner neuen Kollegen, die die Gäste tief in die eigene Hälfte drängten.

Blendi Idrizi gab nach 38 Sekunden einen ersten Warnschuss ab, der Auftakt zu einem Offensivspektakel war das aber nicht. Die Aachener schafften es zu selten, hinter die letzte Kette der Rödinghausener zu kommen. Die Gäste konzentrierten sich zu Beginn dagegen ausschließlich auf die Verteidigungsarbeit. „Man hat gemerkt, dass wir fünf Spielen in 14 Tagen in den Knochen haben“, sagte SV-Coach Enrico Maaßen fast schon entschuldigend.

Ein Fallrückzieher von Mahmut Temür (14.), der in Richtung Eckfahne ging und ein Schuss von Dimitry Imbongo Boele (27.) waren noch die besten Möglichkeiten in einer ereignisarmen ersten halben Stunde. Maaßen nahm eine erste Korrektur vor, und die Umstellung zeigte Wirkung. Linus Meyer (38.) prüfte Aachens Schlussmann Niklas Jakusch mit einem unplatzierten Versuch aus 18 Metern. Als die Nachspielzeit der ersten Halbzeit bereits abgelaufen war, vergaben die Hausherren die bis dahin beste Chance zur Führung: Nach Flanke von Robin Garnier fand Marco Müller in SV-Keeper Niclas Heimann, der den Kopfball-Aufsetzer stark parierte, seinen Meister.

Die Aachener blieben auch nach dem Seitenwechsel spielbestimmend, ein Treffer lag aber nicht in der Luft. Er fiel dennoch, da Idrizi die Kugel nach einer Ecke scharf in den Sechzehner brachte und Heinze ihn am kurzen Pfosten über die Linie köpfte (58.).

„Wenn der Ball nach einer Ecke so kommt, dann muss ich da nicht mehr viel machen“, gab der Torschütze das Kompliment an den Vorbereiter weiter. Die Gäste waren gezwungen ihre defensive Grundhaltung aufzugeben, nach einer Unaufmerksamkeit im Aufbauspiel wäre beinahe die Vorentscheidung gefallen: Müller (68.) eroberte das Leder und setzte Idrizi in Szene, der das Auge für den besser postierten Boele hatte. Dem wuchtigen Angreifer versprang der Ball, so dass Heimann ihn unter sich begraben konnte.

Aufstiegskandidat Rödinghausen witterte die große Chance, die erste Saisonniederlage noch abzuwenden. Beim Gastgeber wuchs dagegen die Verunsicherung, und nach einem langen Ball hatten Fiedler und Jakusch Glück, dass der eingewechselte Kelvin Lunga kein Kapital aus dem Missverständnis zwischen Abwehrspieler und Torhüter schlug (79.). Vier Minuten vor dem Ende kassierten die Aachener dann doch noch den Ausgleich, „weil wir unzählige Versuche nicht genutzt haben, den Ball konsequent zu klären“, bilanzierte Fuat Kilic.

Alemannias Cheftrainer sah, wie Björn Schlottke im Nachfassen das 1:1 erzielte. Es war nicht der letzte Aufreger an diesem sonnigen Samstagnachmittag, da es an der Seitenlinie noch zu einer Rudelbildung kam. Für Simon Pesch hatte sie Konsequenzen, der Co-Trainer wurde von Philip Holzenkämpfer auf die Tribüne verbannt, weil der Schiedsrichter einen Schubser von Pesch ausgemacht hatte.

„Vom Spielverlauf her ist es enttäuschend für uns, dass wir nur einen Punkt holen. Ich bin trotzdem stolz, dass die Mannschaft sich auch in so einer Phase so präsentiert“, erklärte Kilic mit heiserer Stimme, als das Unentschieden aktenkundig war.

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