Aachen: Trotz Führung: Alemannia verliert Spiel und Trainer

Aachen : Trotz Führung: Alemannia verliert Spiel und Trainer

Am Ende zogen graue Wolken über dem Tivoli auf, wo vor dem Spiel noch bestes Wetter herrschte. Die Alemannia verliert trotz 70 starker Minuten und einer 1:0-Führung mit 1:2 (1:0) gegen Wattenscheid 09, nach einer strittigen Schiedsrichterentscheidung legte sich Fuat Kilic zudem mehr als grenzwertig mit Schiedsrichter Jonas Seeland an.

Die Alemannia erkämpfte sich eigentlich früh die Hoheit in diesem Spiel und drückte auf die Führung. Allein mit der Genauigkeit hatten die Schwarz-Gelben noch zu kämpfen. In der 16. Minute dann aber klingelte es im Kasten der Gäste: Nach einem großen Hin und Her holten die Hausherren eine Ecke heraus. Damaschek blieb vor dem Tor der Gäste unbewacht und erzielte das verdiente 1:0 (16.).

Trotz einiger weiterer Hochkaräter und zahlloser Hereingaben blieb es beim 1:0 zur Halbzeit und einigen Fans dürfte bereits ein unwohles Gefühl beschlichen haben. Bis zur 70. Minute waren es jedoch die Hausherren, die weiter auf das Tor der Gäste drängten. Hammel durfte sich beispielsweise problemlos in den Strafraum tanken. Statt auf die freien Mitspieler abzulegen entschied er sich für den eigenen Versuch aus spitzem Winkel — vorbei (57.).

Das Spiel kullerte auf das Finale zu und eigentlich waren die Alemannen fest im Sattel. Dann die 74. Minute: Eckball für die 09er, Glowacz mit der Hereingabe und der eingewechselte Clever kopierte den Alemannen-Treffer zum 1:1. Nur drei Minuten später der nächste Nackenschlag. Keiner stoppte Erwig-Drüppel, der das Auge für Boyamba hatte und vor dem Tor problemlos querlegte (77.). Das Spiel war auf den Kopf gestellt, die harmlosen Wattenscheider wussten selbst nicht was hier passierte.

Der Kilic-Elf fiel nicht mehr viel ein — bis in die Nachspielzeit. Langer Ball auf Yesilova, der klar von SGW-Torwart Sancaktar gefoult wurde. Jonas Seelands Pfeife blieb stumm, was Kilic vollkommen auf die Palme brachte. Der Trainer legte sich mit dem Assistenten an, wurde auf die Tribüne geschickt — und ging wutentbrannt auf Seeland los. Nur mit Mühe konnte die Aachener Bank ihren Trainer auf die Tribüne ziehen und danach war auch Schluss, doch dieses unwürdige Ende wird wohl noch ein Nachspiel haben.

Weiter geht es am nächsten Samstag um 14 Uhr. Mit Westfalia Rhynern, heute 1:6 in Köln, wartet immerhin ein möglicher Aufbaugegner auf die Aachener Mannschaft, die erstmal einige Scherben aufkehren muss.

(cheb)