Saisonvorschau Alemannia Aachen 2019/2020 in der Glaskugel

Saisonvorschau 2019/2020 : Ein Blick in die Alemannia-Glaskugel

Die Saison 2018/2019 ist rum und endete für die Alemannia mit einem Erfolgserlebnis: Die Schwarz-Gelben holten den FVM-Pokal und sicherten sich damit das Ticket für den DFB-Pokal. Damit tanzt die Tivoli-Truppe in der kommenden Spielzeit auf gleich drei Hochzeiten: Liga, FVM-Pokal und DFB-Pokal. Wird das gutgehen? Wir wagen einen – nicht ganz ernst gemeinten – Blick in die Glaskugel.

Saisonprognosen sind immer schwer und nicht selten liegen die Experten mit ihren Einschätzungen daneben. Während Fuat Kilic fleißig am Kader für die kommende Saison bastelt, in der Liga oben angreifen will und Fans und Spieler sich auf das Highlight erste Runde DFB-Pokal freuen, blicken wir in die Zukunft und spulen schon einmal durch die Höhepunkte der anstehenden Spielzeit.

1. Juni 2019: Während Alemannia-Trainer Fuat Kilic Urlaub hat, arbeitet der Kaderplaner Fuat Kilic an den letzten Planstellen im neuen Kader. Auf dem Gelände sieht man viele Anzugträger mit schwarzen Aktentaschen und Smartphones am Ohr: Die Spielerberater haben den Erfolg der Alemannia im FVM-Pokal genau verfolgt. „Da ist wieder Geld zu holen!“, kann man aus einer Ecke des Parkhauses vernehmen. In verschiedenen Foren ist von der Rückkehr großer Namen zu lesen: „Holtby, Höger, Ibišević. Spielt eigentlich Bas Sibum noch?“

Wenn die Alemannia einen Bas Sibum verpflichten kann, dann muss die Alemannia einen Bas Sibum verpflichen - aber bitte kein zweites Mal! Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

15. Juni 2019: „Herzlich willkommen im Aktuellen Sportstudio.“ Die Auslosung der ersten DFB-Pokal-Runde steht an. Nach sieben Jahren ist auch die Alemannia endlich wieder mit dabei und darf auf einen großen Namen hoffen. Wie immer werden die Kugeln von einem Prominenten gezogen. Nach Absagen von Ex-Spieler, Ex-Trainer, Ex-Ehemann und Ex-perte Lothar Matthäus, Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel (der immer noch nichts zu Katar gesagt hat) und Steffen Freund (er musste am gleichen Tag noch das Auslaufen der dritten Mannschaft des FC Fuppes kommentieren, das live auf RTL Nitro gezeigt wurde), hatte sich Jérôme Boateng bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen. Der ehemalige Nationalspieler hatte tags zuvor seinen Abschied vom FC Bayern München bekannt gegeben und war eh gerade in Mainz zur Eröffnung eines neuen Nachtclubs unterwegs. Direkt mit der ersten Kugel hat er die Schwarz-Gelben in der Hand. Und der Gegner: Boatengs alter Arbeitgeber und aktueller Meister und Pokalsieger, der FC Bayern München. Im Hintergrund jubelt Martin vom Hofe, der gerade im Rahmen von „Alemannia packt an“ die Torwand aufbaut.

17. Juni 2019: Fuat Kilic begrüßt seine Jungs zum Trainingsauftakt am Tivoli. Mit dabei: viele bekannte Gesichter. Nach Jahren der permanenten Neuanfänge muss Alemannias Trainer zum Start in die Vorbereitung keine Namensschilder verteilen. Man kennt sich. Die rund 1000 Fans können sich zudem über Dimitry Imbongo freuen. So wie zuvor bereits Stipe Batarilo und Blendi Idrizi hat auch Aachens dritte Offensivkraft verlängert. Und natürlich gibt es auch wieder eine Wette: Dieses Mal verspricht der erfolgreichste Schütze der abgelaufenen Saison 20 Saisontore.

Trifft hoffentlich auch in der kommenden Saison wieder für die Alemannia: Torjäger Dimitry ImbonGOAL. Foto: Jérôme Gras

1. Juli 2019: Die Alemannia bestreitet ihr erstes Testspiel im Rahmen der Vorbereitung. Gegen eine Auswahlmannschaft bestehend aus Spielern von Kreisligisten der Region steht es nach 90 Minuten 19:1 für die Schwarz-Gelben. Mit sieben Treffern war Abwehrspieler Alexander Heinze der erfolgreichste Schütze. „Sieben Kopfballtore nach Ecken, wenn wir das mit in die Saison nehmen können, bin ich zufrieden“, lobte Fuat Kilic seinen Schützling nach der Partie.

Nicht nur am Ball stark: Alexander Heinze sorgt bei hohen Bällen mit seiner Größe für Frust bei gegnerischen Stürmern und Angst bei den Verteidigern auf der anderen Seite. Foto: Jérôme Gras

27. Juli 2019: Saisonauftakt am Tivoli! Der Spielplan hat für die Aachener zum Start in die neue Spielzeit ein Heimspiel vorgesehen. Und gleich zum Ligastart kommt es zur Neuauflage des FVM-Pokalfinals. In einer mitreißenden Partie fegen die Schwarz-Gelben Fortuna Köln vom Platz und siegen 5:0 (3:0). Spieler des Tages ist der doppelte Torschütze und zweifache Vorbereiter Dominik Ernst, der im Sommer von den Kölnern zurück zur Alemannia wechselte. Von den Rängen schallt es: „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!“

12. August 2019: Ausverkaufter Tivoli, Live-Spiel im Fernsehen, die Alemannia zurück auf der großen deutschen Fußballbühne. In der ersten Runde des DFB-Pokals haben die Aachener den FC Bayern München zu Gast. Der Double-Sieger der vergangenen Saison tut sich in der ersten Halbzeit schwer gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Hausherren. Und dann die Sensation kurz vor der Halbzeit: Dimitry Imbongo lässt die Bayern-Defensive um Hernandez, Süle, Pavard, Hummels & Co. richtig alt aussehen, Manuel Neuer im Tor hat keine Chance und die Alemannia geht in Führung. Während Neuers Reklamierarm in die Luft schnellt, tanzt Imbongo an der Seitenlinie und bejubelt seinen Treffer. In der Halbzeit zählt FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge seinen Coach Nico Kovac an – natürlich unter Einhaltung der Menschenrechte (so, wie die Bayern sie auslegen) – und Uli Hoeneß arbeitet daran, dass ihm der rote Kopf nicht platzt. Schwierig, wenn einem die Bilder von 2004 und 2006 auf dem alten Tivoli nie aus dem Kopf gegangen sind. In der zweiten Halbzeit bringen die Münchener ihren 150-Millionen-Euro-Mann Leroy Sané. Der ehemalige Schalker kam im Sommer von Manchester City und drehte das Spiel in der zweiten Halbzeit mit zwei Treffern zugunsten seines neuen Klubs. Doch Deutschlands Vorzeigeklub hat die Rechnung ohne Florian Rüter gemacht! Der Dauerpatient der vergangenen Rückrunde lässt die Bayern Manchester United von 1999 vergessen: Ausgleich in der ersten Minute der Nachspielzeit, Siegtreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit! Die Alemannia schmeißt mal wieder die Bayern aus dem Pokal! Noch mit dem Abpfiff senkt Rummenigge auf den Business-Seats den Daumen.

Im Anschluss an das Spiel sendet die ARD einen Brennpunkt, da die Lage bei Bayern München eskaliert. Niko Kovac musste den Tivoli auf eigene Kosten mit dem Taxi verlassen, Reporter tummeln sich vor einem Bauernhof in Schwalmtal in der Nähe von Mönchengladbach, Jupp Heynckes aber hat sich noch nicht blicken lassen.

Die schwarz-gelbe Alemannia-Familie hingegen schwebt auf Wolke 7 und kann das eigene Glück kaum fassen.

4. Oktober 2019: Das gab es bei der Alemannia auch lange nicht mehr: Ein Spieler der Schwarz-Gelben reist zur Nationalmannschaft ab. Vom Tivoli aus geht es für Stürmer Gary Noël zum Flughafen Köln/Bonn, von dort aus sind es nur knapp 14 Stunden Flugzeit bis zur Heimat seines Vaters. Der Offensivmann, der nach guten Leistungen im Probetraining im Sommer vom SC Weiche Flensburg nach Aachen wechselte, spielt seit 2016 für die Nationalmannschaft Mauritius. Für die Länderspiele gegen die Seychellen und die Malediven ist er nach guten Leistungen unter Fuat Kilic gesetzt.

7. Oktober 2019: „Mein Leben im Flugzeug“ könnte ein Kapitel in der Autobiographie von Alemannias Stürmer Gary Noël lauten, denn nach der Absage der Länderspiele von Mauritius gegen die Seychellen und die Malediven macht sich „Mister Weihnachten“, wie der Offensivmann am Tivoli genannt wird, sofort wieder auf den Weg zurück nach Aachen. „Die Busreise nach Rödinghausen in dieser Saison wird für Gary ein Klacks“, kommentiert Trainer Fuat Kilic die Reisestrapazen seines Spielers.

Kein Freund langer Busreisen kurz vor einem Spiel: Alemannia-Trainer Fuat Kilic. Foto: Benjamin Jansen

12. Oktober 2019: Die Alemannia steckt in der Krise. Am 13. Spieltag gab es für die Mannschaft von Fuat Kilic die fünfte Pleite in Folge. Beim Aufsteiger VfB Homberg setzte es eine 0:1-Niederlage. In der Tabelle rutschen die Aachener auf den fünften Platz ab, die ersten Fans fordern den Rücktritt von Jürgen Seeberger – wo auch immer der gerade unterwegs ist.

Hat nicht unbedingt die Beliebtheitsskalen unter den Fans auf dem Tivoli gesprengt: Trainer Jürgen Seeberger. Foto: dpa/A3508 Rolf Vennenbernd

30. Oktober 2019: Nach dem sensationellen Überraschungserfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals über die großen Bayern empfängt die Alemannia den amtierenden Vize-Meister aus Dortmund. Natürlich platzt der Tivoli wieder aus allen Nähten, das Fernsehen ist vor Ort und Aki Watzke grüßt vor dem Spiel seine „Freunde“ in München. Nach dem Spiel ist es allerdings vorbei mit der Freude des BVB-Bosses. Lucien Favre verzichtete gegen die Aachener auf große Namen: Reus, Götze, Sancho, Alcácer, alle nicht dabei. Dafür durfte André Schürrle ran, der seit dem Sommer wieder in Dortmund weilt. Eine erneute Ausleihe des ehemaligen Nationalspielers hat nicht geklappt und kaufen wollte ihn auch keiner. Warum, zeigte das Ex-Mitglied der Mainzer Bruchweg Boys: kaum eine Flanke kam an, viele Ballverluste im Mittelfeld und als Krönung ein Eigentor rund zehn Minuten vor Schluss. Der Tivoli wieder im Tollhaus-Modus, der BVB geschlagen, Alemannia in Runde drei!

Da war die Welt noch in Ordnung: André Schürrle (rechts) feiert mit Mario Götze den WM-Titel. Foto: dpa/Alex Grimm

23. November 2019: Die Alemannia tanzt weiterhin auf drei Hochzeiten. In der Liga klettern die Schwarz-Gelben wieder nach oben und haben die Tabellenspitze im Blick, im DFB-Pokal wurden Deutschlands Fußballschwergewichte Bayern und Dortmund ausgeschaltet und auch im FVM-Pokal sind die Aachener noch vertreten. In der zweiten Runde muss die Tivoli-Truppe gegen Wegberg-Beeck ran. Dort sitzt mit Co-Trainer Stefan Kniat ein alter Bekannter auf der Bank. Aber auch er kann den souveränen 4:2-Sieg der Gäste aus der Kaiserstadt nicht verhindern. Für die Gegentore aus Aachener Sicht sorgen natürlich die zwei ehemaligen Alemannen Armand Drevina und Shpend Hasani.

Zwei Ex-Alemannen in einem Bild: Armand Drevina (links) und Mahmut Temür. Foto: Jérôme Gras

14. Dezember 2019: Zum Jahresabschluss gelingt der Alemannia, die seit dem phänomenalen Sieg über die Borussen aus Dortmund im DFB-Pokal auch in der Liga wieder in die Spur gefunden haben, der fünfte Sieg in Folge. Gegen die Zweitvertretung der anderen Borussia aus Mönchengladbach gewinnen die Schwarz-Gelben dank eines Hattricks von Publikumsliebling Dimitry Imbongo, oh, oho-oho mit 3:0. Nach 21. Spieltagen liegt die Truppe von Fuat Kilic punktegleich mit den Sportfreunden aus Lotte auf Platz 1.

6. Januar 2020: Trainingsauftakt am Tivoli. Fuat Kilic kann den kompletten Kader begrüßen und hat für die Fans noch ein verspätetes Weihnachtsgeschenk parat: Hervé Oussalé. Der Offensivallrounder spielte bereits von Januar 2009 bis Januar 2010 in Schwarz-Gelb. Der mittlerweile 31-Jährige zeigt in der ersten Trainingseinheit, dass er immer noch pfeilschnell über die Außen ist. Eine Verpflichtung kommt dennoch nicht zustande, denn das Tor trifft er immer noch nicht. Das Ein-Tag-Comeback der Oussalé-Sprechchöre am Trainingsplatz sorgt dennoch für ein wohliges Nostalgie-Gefühl.

Oussalé, Oussalé, Oussalé: Während seiner Zeit am Tivoli war der Offensivspieler aus Burkina Faso (rechts) ein Fanliebling. Mit im Bild: Lews Holtby, der auf dem Tivoli seine Karriere startete. Foto: dpa/Uwe Anspach

4. Februar 2020: 16 Jahre nach dem Sieg im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen die Bayern sorgt die Alemannia erneut für eine Sensation in Deutschlands größtem Fußball-Pokal-Wettbewerb. Im Derby gegen den Bundesligisten 1. FC Köln hält die Truppe von Fuat Kilic 90 Minuten lang das 0:0. Überragender Mann der Partie bis dahin ist Aachens Torwart Ricco Cymer. Der im Sommer zu den Schwarz-Gelben gewechselte Keeper war im Privatduell gegen die Kölner Stürmer Terrode und Modeste der klare Sieger. In der Nachspielzeit sorgte dann Aachens Sturmduo Imbongo und Bores für die Entscheidung. Die beiden legen sich jeweils gegenseitig einen Treffer auf, die Alemannia zieht als Viertligist in die nächste Runde ein und hat damit bereits den dritten Erstligisten eliminiert!

Brauchte nach dem Spiel gegen die Alemannia erstmal einen Beruhigungstee, um den Frust zu bewältigen: Geißbock Hennes. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

26. Februar 2020: Aschermittwoch? Nicht bei der Alemannia. Die Mannschaft von Trainer Fuat Kilic hat sich über die Karnevalstage benommen, um in der dritten Runde des FVM-Pokals „steil zu gehen“. Wie schon im Vorjahr muss die Alemannia im Viertelfinale gegen Borussia Freialdenhoven ran. Und wieder heißt es am Ende 3:1 für die Kaiserstädter. Déjà-vu? Aus Sicht der Alemannia sehr gerne. Alaaf!

4. März 2020: „Immer erste Liga, HSV.“ Das war einmal. Der Krisenklub aus dem Norden hatte im Sommer Dieter Hecking als Trainer verpflichtet. Er sollte den ehemaligen Bundesliga-Dino zurück ins Fußballoberhaus führen. Doch schon nach fünf Spieltagen war Schluss, denn in allen Ligaspielen bis dahin gingen die Hamburger als Verlierer vom Platz. Es folgten Bruno Labbadia mit seinem x-ten Engagement in der Hansestadt, Thomas Doll wollte es nach dem Hannover-Debakel auch noch einmal wissen, selbst Bernd Hollerbach übernahm die Rothosen erneut für ein Spiel, da fiel den Verantwortlichen ein, dass er schon einmal gezeigt hat, dass er es nicht kann. Mittlerweile wird die Mannschaft von Dino Hermann „trainiert“.

In der 2. Bundesliga kämpft sie gegen den Abstieg, auf dem ausverkauften Tivoli dürfen sie dennoch im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen die Alemannia ran. Die zerlegt den HSV in seine Einzelteile. Selten hat ein Viertligist ein solches Spiel gegen eine Profi-Mannschaft abgeliefert: 5:0 heißt es am Ende nach einem Dreierpack von Dimitry Imbongo und Treffern von Robin Garnier und Stipe Batarilo. Der Pokal-Wahnsinn der Alemannia geht weiter, HSV-Legende Uwe Seeler winkt enttäuscht ab, Felix Magath postet irgendetwas auf Facebook.

1. April 2020: Klitze ist zurück am Tivoli. Was zunächst wie ein schlechter Aprilscherz wirkt, ist tatsächlich Realität. Mit den bisherigen Saison-Erfolgen im Rücken denken die Verantwortlichen bei der Alemannia über die erneute Einführung des Sportdirektorpostens nach, auch um Fuat Kilic zu entlasten. Obwohl der in Ungnade gefallene ehemalige Sportdirektor keine Einladung zu einem Gespräch erhalten hat, reist er mit eigenem Flipchart an. Martin vom Hofe und Fuat Kilic reagieren allerdings nicht auf das Klingeln und lassen die Rollladen unten, bis Alexander Klitzpera den Heimweg antritt.

Für einen Job am Tivoli macht ihm so schnell keiner mehr die Türe auf: Ex-Spieler und -Sportdirektor Alexander Klitzpera. Foto: Ralf Roeger

4. April 2020: Vom Tivoli aus sind es bis zum Häcker Wiehenstadion in Rödinghausen etwas mehr als 300 Kilometer. Pro 100 Kilometer gibt es für die Aachener zum Monatsanfang je einen Punkt. Es ist der fünfte Sieg in Folge für die Mannschaft von Fuat Kilic, die sich damit endgültig an der Tabellenspitze festsetzt. Es sieht ganz nach einem Zweikampf mit den Sportfreunden aus Lotte aus. Fun Fact: Die letzten Meter zum Stadion in Rödinghausen führen immer noch übers Feld, da soll noch jemand sagen, dass es in der Eifel keine echten Straßen gibt.

15. April 2020: Im Halbfinale des FVM-Pokals empfängt die Alemannia den Drittligaaufsteiger Viktoria Köln. Aus den vergangenen gemeinsamen Jahren in der Regionalliga kennen sich beide Vereine noch sehr gut. Auch im FVM-Pokal standen sich die beiden Domstädter schon gegenüber. Nun kommt es zur Neuauflage der Finalpaarung von 2018. Damals gewann die Viktoria in der Nachspielzeit. Das sieht heute ganz anders aus. Die Kölner, die in ihrer Liga bisher nur einen Sieg einfahren konnten und im bisherigen Jahr stets als Verlierer vom Platz gingen, sehen auch auf dem Tivoli nicht gut aus. Mike Wunderlich, der nach bereits drei Trainerentlassungen den Spielertrainer gibt, aber seit Wochen außer Form und nur für Eigentore gut ist, bringt seine Mannschaft nach einer Aachener Ecke schon in der zehnten Spielminute in Rückstand. Nach anstrengenden Wochen und dem anstehenden Halbfinale im DFB-Pokal vor Augen, verwaltet die Kilic-Elf das Ergebnis. Allein Dimitry Imbongo nimmt fast 20 Minuten mit Tänzchen an der Seitenlinie von der Uhr. Die letzten fünf Spielminuten steht er gar auf dem Ball und sieht in die Ferne. Damit steht der Titelverteidiger erneut im Finale. Die Frage ist nur, wann die Alemannia das Spiel in Bonn bestreiten wird.