Regionalliga West: Alemannia Aachen und Homberg trennen sich remis

Nur 1:1 gegen Aufsteiger VfB Homberg : Der Alemannia mangelt es an Effizienz

Alemannia kann sich gegen Homberg nicht belohnen

Nach dem Spiel waren alle Vorräte an guter Laune am Tivoli verbraucht. Alemannias Spieler kamen mit mürrischen Gesichtern vom Spielfeld. Aachens 1:1 gegen den VfB Homberg wirkte wie ein Schlag in die Magengrube.

Die Mannschaft wähnte sich nach dem deutlichen Sieg gegen Haltern gut in der Spur – und wurde gleich wieder belehrt. Das Remis war ein ziemlicher Rückschlag im vierten Heimspiel in Folge.

Spielerisch knüpfte das Team an die letzte Vorführung an. Das Tempo war hoch, es gab viele Ballgewinne auch in gefährlichen Zonen. Heraus kam dabei wieder eine hübsche Sammlung erstklassiger Chancen. 15:3 Gelegenheiten wurden am Ende festgehalten. Der Ertrag war überschaubar, deshalb herrschte später Katerstimmung. „Wir belohnen uns nicht“, hielt Stipe Batarilo fest. „Wir müssen abgezockter vor dem Tor sein.“

Die Gäste feierten dagegen einen Punkt, „mit dem wir nicht gerechnet hatten“, freute sich Trainer Stefan Janßen. Welchem Drehbuch die Aachener folgten, erfuhren die Gäste früh, sehr früh sogar. Nach 18 Sekunden verpasste David Bors nur knapp eine Flanke von Marco Müller. Exakt sieben Sekunden später traf Florian Rüter nur die Latte.

Das verschreckte den Aufsteiger. Die beiden dichten Viererketten rückten noch näher zusammen, die Homberger versuchten den Strafraum zu verrammeln. Dabei führte der erste Angriff noch zu einer guten Kopfball-Chance für Danny Rankl (7.). Die Zuversicht wurde dadurch nicht gesteigert, die Amateure zogen sich zurück, zu mächtig war die erste Aachener Welle. Bors‘ Kopfball zischte knapp am Tor vorbei (10.), dann scheiterte Steven Rakk aus etwas ungünstigem Winkel an Gästekeeper Philipp Gutkowski (13.). Rakk (für David Pütz) war der einzige Neuling in der Aufstellung im Vergleich zur Dienstagspartie.

Der Treffer lag in der Luft – und er fiel. Der Drehschuss von Stipe Batarilo war noch zu harmlos, der Abpraller fiel David Bors vor die Füße. Eine leichte Aufgabe, das Tor hätte er mit großer Sicherheit auch am Ende seines Polterabends gemacht. Der Neuzugang feiert überschwänglich seinen Premierentreffer zum 1:0 (14.). Der zweite Treffer hätte gleich folgen können, vielleicht auch müssen. Er fand seinen Meister im Gästetorwart, der famos abwehrte (19.). „Die Aachener haben ein schönes Feuerwerk veranstaltet, die Partie kann nach 25 Minuten entschieden sein“, beobachtete der Gästetrainer.

Erst nach einer halben Stunde wurde die Partie etwas ausgeglichener. Aachener Gelegenheiten gab es weiterhin. Florian Rüter umkurvte halb Homberg, um dann aus 16 Metern knapp über das Tor zu schießen (37.). Der knappe Rückstand jedenfalls schmeichelte auch an diesem Tag den braven Gästen beim Seitenwechsel. „Schon zur Pause muss das Ding entschieden sein“, urteilte Kapitän Alexander Heinze. „Wahnsinn.“

Schiedsrichter Jonas Windel stand nicht nur einmal im Mittelpunkt. Foto: Wolfgang Birkenstock

Vorerst verlief die Partie wie gehabt. Hombergs Torwart lenkte Fernschüsse von Garnier (48.) und Batarilo (51.) am Gehäuse vorbei. Der Ausgleich fiel völlig überraschend, er fiel nach einem Fehlpass von Matti Fiedler. Koray Kacinoglu überwand jedenfalls Ricco Cymer, der ansonsten nicht geprüft wurde. Nach 56 Minuten stand es 1:1, Alemannia reagierte wütend, schnürte die Gäste minutenlang in der deren Hälfte ein. Der Wille war da, aber die Präzision kehrte nicht mehr zurück. Batarilo setzte seinen Versuch zu hoch an (68.), Florian Rüter traf aus ungünstigem Winkel nur das Außennetz (84.). Kraft und damit Ordnung gingen ein wenig flöten. Und später gesellte sich auch noch Pech dazu, weil Schiedsrichter Jonas Windeln einen unerlaubten Rückpass zu Torwart Gutkowski nicht ahndete (86.). Bald darauf setzte das große Murmeln ein, die Unzufriedenheit auf den Rängen war deutlich. Bors brachte es auf den Punkt: „Wir nutzen unsere Chancen nicht.“

Das ist die Blaupause nach den ersten vier Spieltagen, aber die Qualitätsdebatte wollte sein Trainer gar nicht erst eröffnen. „Das sind die Spieler, die wir mit unseren Möglichkeiten geholt haben“, sagt Fuat Kilic, „wir müssen an unserer Effizienz weiter arbeiten, dafür müssen wir unseren Spielern Sicherheit und Vertrauen geben.“

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