Pokalfinale-Geldstrafe: Alemannia Aachen verzichtet auf Rechtsmittel

Geldstrafe nach dem Pokalfinale : Verzicht auf Rechtsmittel und ein dringender Appell

Am Montag dann hat sich Alemannia zum Rechtsmittelverzicht entschieden, der Verein akzeptiert die Geldbuße von 5000 Euro, die der Verband dem Verein auferlegt hat, nachdem seine Fans nach dem Pokalsieg das Spielfeld in Bonn gestürmt hatten. Weitere 1600 Euro werden fällig als Schadenersatz für zerstörte Banden.

Vier Stunden hatte das Sportgericht am Donnerstag verhandelt. Und die Strafen, die da im Raum standen, waren drakonisch. Der Verband wollte ein abschreckendes Urteil fällen und Alemannia beim nächsten Vergehen aus dem Pokalwettbewerb ausschließen. Alemannias Verfahrensbevollmächtigter Dr. Johanes Delheid konnte den drohenden Bann ebenso abwenden wie später auch eine Geldbuße von insgesamt 10.000 Euro. Der Jurist und Vize-Präsident überzeugte die Kammer mit dem Hinweis, dass die Verantwortung des Vereins eher eingeschränkt sei. Der Verband habe das Spiel ausgerichtet, sei auch für die Ordnung im Stadion verantwortlich gewesen. Schon im Vorfeld habe Alemannia auf die Möglichkeit hingewiesen, dass euphorisierte Fans möglicherweise auf Spielfeld klettern könnten - wie an anderen Endspielorten auch.

„Wenn sich Fans von RW Essen am Tivoli nicht benehmen, bekommen wir ein Ordnungsgeld auferlegt, weil die Einlasskontrollen fehlerhaft waren“, argumentierte der Jurist. Mit dem Urteil freundete sich auch Delheid nur mühsam an, gleichwohl sah er wenig Erfolgsaussichten in der nächsten Instanz.

Zudem gibt er einen Warnhinweis heraus: „Unsere Fans müssen begreifen, was die Stunde geschlagen hat. Bei jeder Verhandlung bekommen wir zum Auftakt das Sündenregister vorgetragen und müssen uns anhören, was für gewaltbereite Typen mit auf Reisen gehen. Das macht wirklich keinen Spaß, für solche Leute zu arbeiten, die dem Ruf eines gesamten Vereins und einer Stadt schaden.“ Delheid wiederholte den Auftrag des Sportgerichts: „Wir sind im Fokus, wir sind angehalten, die Situation auch mit Stadionverboten in den Griff zu kriegen.“

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