Aachen: Paukenschlag am Tivoli: Plaßhenrich kündigt

Aachen: Paukenschlag am Tivoli: Plaßhenrich kündigt

Vor dem Haupteingang am neuen Tivoli sind ein paar Sterne in den Fußboden eingelassen. Sie erinnern an die Aufstiegshelden. Zum Beispiel an Reiner Plaßhenrich. Der ehemalige Kapitän ist die Brücke in die bessere Vergangenheit, seit 2004 arbeitet er bei Alemannia. Ununterbrochen. Erst als Profi, dann als Trainer im Jugendbereich, als Co-Trainer der Profimannschaft, zuletzt als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Die Wege werden sich trennen, Plaßhenrich hat in dieser Woche seinen Vertrag zum Ende des Jahres gekündigt. Er fühlt sich von Manager Alexander Klitzpera nicht sonderlich gut behandelt. Im Mai hatte er zugesagt, auch in dieser Saison das Nachwuchsleistungszentrum zu leiten.

Seitdem hatte er mehrfach den Vertrag angemahnt, berichtet er. „Ich warte seit Monaten, aber nichts ist geschehen. Das ist sicher kein Zeichen von großer Wertschätzung“, sagt der 38-Jährige. Plaßhenrich hat die Konsequenzen gezogen. „Ich wollte hier etwas aufbauen, aber unter diesen Umständen geht das nicht.“ Er deutet an, dass er die Fußball-Branche verlassen wird.

Der Umgang mit ihm erinnert an den Umgang mit Peter Schubert. Auch der wartete wochenlang vergeblich auf einen öffentlich angekündigtes neues Angebot, ehe er entnervt aufgab. „Für Reiner ist das schade, weil er den Verein lebt wie kein Zweiter“, sagt der Ex-Trainer. „Das ist sicher nicht in Ordnung, wie man mit ihm umgeht.“

„Wichtiger Baustein“

Alexander Klitzpera will sich öffentlich zu dem Vorgang kaum äußern. „Ich war sehr von der Kündigung überrascht, weil wir seit Monaten intensiv zusammenarbeiten. Er war ein wichtiger Baustein unserer Planungen.“ Er bewertet die Dinge anders.

Der Verein habe schon im Juni per Pressemitteilung die Personalie bestätigt, das Gehalt sei anstandslos gezahlt worden. Die vertraglichen Details seien besprochen, aber noch nicht vorgelegt worden, weil Plaßhenrich noch ein paar Änderungsvorschläge gehabt habe. Für Klitzpera waren das keine Hürden. „Bei mir gilt der Handschlag.“

Verwundert zeigt sich Alemannias Sportdirektor, dass man einen Vertrag kündigen könne, der angeblich nicht laufe. Die Freundschaft der ehemaligen Mitspieler hat gelitten, dennoch ist Klitzpera an einem vernünftigen Ende interessiert, auch wenn jetzt schon Anwälte mit an Bord sind. „Reiner hat große Verdienste in diesem Verein, es wäre schön, wenn wir einen vernünftigen Abschied hinbekämen.“