1. Sport
  2. Fußball
  3. Alemannia Aachen

Netzschau zum Spiel SV Rödinghausen gegen Alemannia Aachen

Netzschau zum Spiel der Alemannia in Rödinghausen : Einfach mal den Ball zum Ausgleich ins Tor cymern

Am Karnevalssonntag musste die Alemannia nach Rödinghausen reisen. Wenn der Erste auf den Sechsten trifft, kann man von einem Spitzenspiel sprechen. In Wahrheit traf eine Mannschaft, die nicht aufsteigen „will“, auf ein Team, das nicht aufsteigen „kann“. Eine Partie ohne große Bedeutung. Doch sie sollte historisch enden.

Der SV Rödinghausen ist für die Alemannia das Anti-Wattenscheid. Gegen die Ostwestfalen sahen die Schwarz-Gelben fast immer gut aus. Vor dem Spiel gingen die Kaiserstädter in elf Partien achtmal als Sieger vom Platz. So wie im Hinspiel als Steven Rakk in der Nachspielzeit zum 3:2-Sieg traf. Und auch im Rückspiel sollte die Extra-Time ein Highlight für alle Alemannia-Anhänger bereithalten. Denn auch in fast 120 Jahren Vereinsgeschichte wissen die Tivoli-Kicker noch neue Geschichten zu erzählen.

An Karneval werden Verse gesponnen und hoffentlich auch Punkte gewonnen. So oder so ähnlich war wohl folgender jecker Gruß zu verstehen:

Zwischen dem Häcker Wiehenstadion und dem Tivoli liegen je nach Route zwischen 290 und 300 Kilometern. Wer die Fahrt am Karnevalssonntag nicht antreten konnte, konnte das Spiel aber im Klömpchensklub schauen.

Alle anderen machten sich auf ans „Ende der Welt“ und unterstützten ihr Team vor Ort – teils in bunter Kostümierung.

Das muss Liebe sein!

Und sie sollten für ihre Reisestrapazen belohnt werden. Aus einem 0:2 zur Halbzeit machte die Mannschaft von Fuat Kilic noch ein 3:3, obwohl sie zwischenzeitlich 1:3 zurücklag.

Die Geschichte könnte nun vom doppelten Torschützen Vincent Boesen handeln, doch die Aachener hatten noch jemanden in ihren Reihen, der das toppen konnte: Ricco Cymer.

Aachens Schlussmann musste in den vergangenen Wochen häufig Kritik einstecken. Beim Gegentreffer zum 1:3 sah er nicht gut aus. Doch in der Nachspielt wurde er zum Helden. Die Alemannia hatte in den Schlusssekunden alles nach vorne geworfen, auch Cymer war in den gegnerischen Strafraum geeilt. Doch Rödinghausens Abwehr konnte den ersten Angriff abwehren, der Konter wurde eingeleitet und mit einer Grätsche der Extraklasse unterbunden. Ausgeführt wurde sie von Cymer. Manuel Neuer mag ja schon offensiv verteidigen, aber am gegnerischen Sechszehnmeterraum sieht man Deutschlands Nummer Eins dann doch eher selten grätschen.

Mit seinem beherzten Einsatz hielt er die Offensivbemühungen seiner Mannschaft am Leben, leitete einen erneuten Angriff ein und wühlte sich wieder in den Strafraum. Der eingewechselte Manuel Glowacz flankte das Leder ins Getümmel, Aachens Keeper schaltete am schnellsten und cymerte das Spielgerät zum Ausgleich in die Maschen!

Torwarttore sieht man nicht alle Tage und bei Alemannia Aachen schon gar nicht. Es war das erste Mal, dass ein schwarz-gelber Schlussmann aus dem Spiel heraus einen Pflichtspieltreffer erzielte.

<aside class="park-embed-html"> <div id="fb-root"></div> <script async="1" defer="1" crossorigin="anonymous" src="https://connect.facebook.net/de_DE/sdk.js#xfbml=1&amp;version=v6.0"></script><div class="fb-post" data-href="https://www.facebook.com/AlemanniaAachen/posts/2820236104689621" data-width="552"><blockquote cite="https://www.facebook.com/AlemanniaAachen/posts/2820236104689621" class="fb-xfbml-parse-ignore"><p>🖤💛WAHNSINN. Ricco schießt gestern das erste Torwarttor in unserer 120-jährigen Vereinsgeschichte. Was für ein Schlusspunkt!! 🥳🖤💛</p>Gepostet von <a href="https://www.facebook.com/AlemanniaAachen/">Alemannia Aachen</a> am&nbsp;<a href="https://www.facebook.com/AlemanniaAachen/posts/2820236104689621">Montag, 24. Februar 2020</a></blockquote></div> </aside>
Dieses Element enthält Daten von Facebook. Sie können die Einbettung solcher Inhalte auf unserer Datenschutzseite blockieren

Entgegen der landläufigen Meinung zählte das Tor aber nur einfach, zum 4:3-Sieg reichte es somit nicht. Aber auch mit dem 3:3 bei einem der Spitzenteams nach zweimaligem Zwei-Tore-Rückstand konnten alle Aachener leben.

Keinen glücklichen Tag hatte am Ende der Rödinghausener, der sich nach dem Ausgleich der Gäste inmitten der Jubeltraube wiederfand:

Nach dem jecken Spiel gegen Schwarz-Grün geht es für Schwarz-Gelb am Mittwoch gegen Weiß-Rot. Im Viertelfinale des FVM-Pokals muss die Alemannia in Hennef ran. Am Aschermittwoch muss für die Tivoli-Truppe ein Sieg her, denn schließlich wollen Fuat Kilic und seine Jungs den Titel verteidigen.

Ist schon gespannt, wer den Ball dann für Aachens ins Netz cymert: die Netzschau.