Netzschau zum Spiel Alemannia Aachen SG Wattenscheid 09

Netzschau zum Spiel der Alemannia: Wattenbescheidener Auftritt

Was für ein Spiel hatte die Alemannia im Heimspiel gegen Viktoria Köln gezeigt? Phasenweise spielten die Schwarz-Gelben den Spitzenreiter der Regionalliga West an die Wand, kamen aber dennoch nicht über ein 1:1 hinaus. Unter der Woche wurschtelte man sich dann im Pokal gegen den SV Schlebusch eine Runde weiter. In Wattenscheid sollte aber wieder ein anderes Gesicht, endlich der Bochumer Fluch gebrochen und etwas Zählbares mitgenommen werden. Es kam allerdings ganz anders. Wollte eigentlich mehr als nur eine leckere Bratwurst aus der Lohrheide: unsere Netzschau.

Seit 2014 konnte die Alemannia bei Auswärtsspielen in Wattenscheid keine Zähler entführen. Meist waren die Spiele auch wenig ansehnlich, hinzu kam fehlendes Glück und am Ende Pech. Das sollte am Samstag anders werden. Die Aachener zeigten im Heimspiel zuvor gegen Viktoria Köln, was das Team von Trainer Fuat Kilic zu leisten im Stande sein kann. Die Wattenscheider hingegen haben aktuell vor allem mit ihren finanziellen Problemen zu kämpfen. Und auch die Statistik hätte auf Seiten der Kartoffelkäfer sein müssen. Denn irgendwann muss es doch schließlich mit dem Punkten in Bochum klappen. Hätte, wenn und aber, alles nur Gelaber. Denn erneut kam bei dem Auswärtsspiel in Wattenscheid nicht viel rum. Die Alemannia fuhr mit hängenden Köpfen und leeren Händen zurück an den Tivoli.

Aber von vorne. Fuat Kilic hat es auch in dieser Saison wieder geschafft aus einem Haufen neuer Spieler eine Mannschaft zu formen, die die schwarz-gelbe Anhängerschaft zu begeistern weiß. Entsprechend groß war die Freude auf das Auswärtsspiel in Wattenscheid.

Seit vier Jahren konnte die Alemannia in der Lohrheide nicht mehr punkten. Das sollte sich nun endlich ändern.

Zum Start in den Dezember drei Punkte? Das klang gar nicht so verkehrt, auch die Mannschaft und der Trainer wollten bis zur Winterpause kein Spiel mehr verlieren. Also Sachen gepackt und los ging es von der Kaiserstadt in den Ruhrpott.

Beim Fußball gibt es keine Garantien, aber eines ist Gewiss: In Wattenscheid gibt es lecker Bratwurst. Ob die Reise nach Bochum allein der Wurst wegen angetreten werden muss, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für alle Bratwurst-Liebhaber gilt aber, dass eine solche in Wattenscheid Pflicht ist, wenn man schon mal da ist.

Mit dem Anstoß um 14 Uhr wurde es allerdings nichts. Vor dem Spiel kam es zu Auseinandersetzungen zwischen einigen Anhängern der Schwarz-Gelben und der Polizei.

Entsprechend musste der Anpfiff eine Viertelstunde später erfolgen. Gespielt wurde aber dennoch. Und bei der Alemannia sah die Startelf nach der Rotsperre von Kapitän Peter Hackenberg aus dem Pokalspiel wie folgt aus:

In der ersten Halbzeit gab es nicht viele Highlights. Dennoch hätte die Alemannia in Führung gehen können – allein die Latte des Wattenscheider Gehäuses hatte etwas dagegen. Vielleicht war es aber auch ausgleichende Gerechtigkeit, denn Matti Fiedler klärte einen Ball für seinen geschlagenen Torwart Daniel Zeaiter auf der Linie. So ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Auch in den zweiten 45 Minuten wurden die 794 Zuschauer nicht mit feinem Fußball verwöhnt. Ab der 60 Minute spielte die Alemannia aber in Überzahl, Wattenscheids Cellou Diallo musste nach seiner zweiten gelben Karte vom Platz, allein: Es nütze ihr nicht viel. Gleich im Anschluss gab es ein, zwei, drei gute Möglichkeiten. Aber den Killer-Instinkt vor dem gegnerischen Kasten haben die Jungs von Fuat Kilic nun wahrlich nicht erfunden.

Und so kam es, wie es in solchen Fällen, und vor allem in Wattenscheid, kommen muss: In der Nachspielzeit erzielte Sebastian van Santen den Siegtreffer für die Hausherren. Aus rund 30 Metern. Mit einem Kullerbällchen. Leider hatte dieses keiner der Aachener auf dem Schirm. Abpfiff. Aus und vorbei.

Enttäuschung bei den Aachener Fans, hängende Köpfe der Männer in Gelb auf dem Rasen. Alemannias Wattenscheider Fluch hält an.

Egal wohin man aus Aachener Sicht nach dem Spiel schaute, die Reaktionen waren überall gleich. Eine Partie zum Vergessen. Das muss im kommenden Heimspiel wieder anders aussehen.

Auch Alemannias Trainer Fuat Kilic war nach dem Spiel bedient und entsprechend auf der anschließenden Pressekonferenz gelaunt:

In der Tabelle entfernen sich die Kaiserstädter damit weiter von der Spitzengruppe, die man eigentlich gerne weiter etwas geärgert hätte. Die Realität ist aber nun tristes Mittelfeld.

Am kommenden Samstag empfangen die Schwarz-Gelben Rot-Weiß Oberhausen. Dann soll leistungsmäßig möglichst wieder an das Viktoria-Spiel angeknüpft werden, denn die Zuschauer sollen das letzte Heimspiel 2018 in guter Erinnerung behalten.

(bph)
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