Netzschau zum Spiel Alemannia Aachen gegen den SV Lippstadt

Netzschau zum Spiel der Alemannia gegen Lippstadt : Lippstadtgeflüster

Hey! Hey Sie! Wissen Sie schon, dass die Alemannia am Samstag gegen den SV Lippstadt gespielt hat? Wissen Sie auch, dass die Schwarz-Gelben gewonnen haben? Und wissen Sie schon, dass der Sieg viel höher hätte ausfallen können? Verrät Ihnen jetzt die ganze Wahrheit: die Netzschau. Aber pssst …

Die Alemannia hatte unter der Woche wieder einmal ein Stürmer-Casting ausgerufen. Dieses Mal stellte sich Kevin Luckassen vor, um die Lücke zu füllen, die sich nach dem Abgang von Gary Noël und der schweren Verletzung von David Bors aufgetan hat. Kommt Ihnen bekannt vor? Dann wird Sie das Ende der Geschichte nicht verwundern: Luckassen entschied sich gegen ein Engagement am Tivoli, weil es finanzielle lukrativere Angebote gab.

Aber eine Lösung für kommende Spielerverpflichtungen ist gefunden, denn die Alemannia hat ein neues Finanzierungskonzept für sich entdeckt. Zukünftige Spieler werden durch einen externen Investor finanziert. Und bevor jetzt der große Aufschrei kommt und der edle Spender vom Hof gejagt wird, wie jüngst bei den Nachbarn aus Kerkrakde: die Finanzspritze kommt quasi aus den eigenen Reihen: vom Sohn von Geschäftsführer Martin vom Hofe.

Da sich das Taschengeld mit großer Wahrscheinlichkeit auch aus Teilen von vom Hofes Alemannia-Gehalt zusammensetzt, finanzieren sich die Aachener somit eigentlich selbst, da das vom-Hofe-Gehalt teilweise eingespart wird. Und irgendwo sitzt nun Peter Zwegat vor seinem Flipchart und grinst ganz stolz vor sich hin.

Da nun die Finanzierung steht, ein kurzer Blick auf die sportlichen Perspektiven: Sollte es in dieser Saison nicht für den Aufstieg reichen, lohnt es sich bereits sich Gedanken über die kommende Spielzeit zu machen. Der DFB hat nämlich in dieser Woche eine neue Aufstiegsregel für die Regionalligen festgelegt und die West-Staffel stellt ab 2020/21 einen festen Aufsteiger. Der Meister steigt direkt auf, keine Relegation mehr.

Soviel zur Zukunft, auf ins hier und jetzt. Was für die Netzschau ab in die Vergangenheit bedeutet, denn es geht ja um das Spiel am Samstag. Bevor wir aber nun Dr. Emmet Brown zur Hilfe rufen müssen, legen wir lieber los. Denn es hieß wieder: Matchday!

Seit drei Partien waren die Schwarz-Gelben vor dem Heimspiel gegen Lippstadt ungeschlagen, zuhause auf dem Tivoli gab es in dieser Saison bisher noch keine Niederlage. Grund genug für eine kleine Choreo vor dem Spiel.

Und die Alemannia legte los wie die Feuerwehr: Lattentreffer Rakk, Abseitstor Boesen, Abseitstor Fiedler und das gerade einmal in den ersten fünf Spielminuten!

Wer sich jemals über die Schnelligkeit von Manuel Neuers Reklamier-Arm wunderte, der hätte das Fähnchen-Schwinken des luxemburgischen Linienrichters am Samstag verfolgen sollen: Rauf und runter, rauf und runter, rauf und … Sie wissen schon.

Die Alemannia drückte aber weiter aufs Gaspedal und folgerichtig fiel schließlich nach rund einer Viertelstunde das überfällige 1:0. Torschütze für die Aachener: der immer stärker aufspielende Batarilo.

Das zweite Tor ließ dann etwas auf sich warten, aber wenn es sich jemals gelohnt hatte auf einen Treffer zu warten, dann auf das 2:0 von Schmitt. Jeder, der im Stadion war, hat den Schuss vor Augen. Kurzer Freistoß Schmitt auf Batarilo, zurück auf Schmitt, der fackelt nicht lange, zieht aus ca. 30 Metern ab und zimmert das Leder in den Knick: WAS! EIN! STRAHL! Falls die Redakteure der Sportschau unserem Geflüster hier lauschen: Falls ihr noch einen Kandidaten für das Tor des Monats sucht …

Halbzeit:

Und die Führung hätte deutlich höher ausfallen können, ja müssen. In der ersten Halbzeit überrollten die Schwarz-Gelben ihren Gegner förmlich. Wir wollen nicht das Wort Klassenunterschied nutzen, aber Klassenunterschied. Aber pssst …

In der zweiten Halbzeit nahmen die Hausherren das Tempo deutlich raus, kein Wunder: Einen solchen Druck wie in den ersten 45 Minuten kann kaum eine Mannschaft über die komplette Spielzeit aufrechthalten. Allerdings verloren die Aachener so auch ein wenig ihre Souveränität, der völlig unnötige Anschlusstreffer rund 25 Minuten vor Spielschluss war die Konsequenz. Es wurde tatsächlich noch einmal spannend auf dem Tivoli.

Zum Glück aus Sicher der meisten der 4800 Zuschauer vor Ort aber nur ein paar Minuten. Garnier markierte mit einem weiteren Fernschuss das 3:1 und machte den Deckel auf die Partie.

Haben wir die Torschützen einmal alle Bild? Haben wir!

Auf dem Bild hätten aber, vor allem aufgrund der bärenstarken ersten Halbezeit, auch noch ein paar mehr Schützen stehen können:

Unterm Strich bleiben die Aachener mit dem 3:1 zuhause aber weiter ungeschlagen, stabilisieren sich weiter im oberen Drittel der Tabelle (zeitgleich verlor übrigens Rödinghausen gegen die Zweitvertretung vom FC Köln) und drei Punkte sind schließlich drei Punkte:

Das sieht auch der Haus- und Hoffotograf der Schwarz-Gelben nicht anders. Und der muss es schließlich wissen:

In der kommenden Woche treten die Aachener sonntags beim Bonner SC an. An den letzten Auftritt im Sportpark Nord dürften die meisten Alemannen noch gute Erinnerungen haben, denn dort wurde im Mai der Sieg des FVM-Pokals bejubelt.

Der Bus ist auch schon geordert:

Also alle nach Bonn, um die nächsten drei Punkte einzufahren. Fährt auf jeden Fall hin: die Netzschau.

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