Netzschau zum Spiel Alemannia Aachen gegen den Bonner SC

Netzschau zum Spiel der Alemannia in Bonn : Fool in the Rain

Vor der Reise nach Bonn war die Alemannia seit vier Spielen ungeschlagen und sammelte in diesen Partien satte zehn Punkte. Da sollte doch auch was am Ort des größten Triumphs der vergangenen Jahre gehen! Doch außer einer kostenfreien Dusche gab es gegen den Sport-Club nichts zu holen. Guckte anschließend dumm aus der Wäsche: die Netzschau.

„Schieß doch!“ Diese Anweisung hallte seit Jahren durch die Fanreihen, wenn ein Spiel der Alemannia lief. Doch Fernschüsse waren bei den Trägern der schwarz-gelben Trikots auf dem Rasen nicht so beliebt. Doch in den vergangenen Wochen erlebte das fast vergessene Mittel des soliden Fußballhandwerks eine Art Renaissance am Tivoli. Höhepunkt des Comebacks war dann der Treffer von Sebastian Schmitt zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen den SV Lippstadt:

Was ein Tor! Was ein Traumtor! Ein Tor des Monats? Vielleicht, denn der Treffer wurde von der Sportschau nominiert:

Das freut nicht nur den Schützen, das freut auch seinen Geschäftsführer, der die Sportschau „rocken will“:

Wer mitrocken will, sollte für Schmitts Treffer abstimmen!

Das zum Programm unter der Woche. Am Wochenende stand für die Alemannia das Auswärtsspiel beim Bonner SC auf dem Plan. Zum Abschluss des zwölften Spieltages mussten die Kaiserstädte in das Stadion reisen, in dem sie in diesem Jahr den größten Vereinserfolg der vergangenen Jahre feiern durften: den FVM-Pokal-Sieg.

Entsprechend motiviert waren die Fans und machten sich auf die in die ehemalige Landeshauptstadt:

Und zwar aus allen Ecken des Landes:

Denn Matchday ist Matchday!

Doch statt Sonnenschein und hatte das Wetter am Sonntag Dauerregen im Angebot. Aber die schwarz-gelbe Anhängerschaft ist ja bekanntlich nicht aus Zucker. Sie ist aus Aachen. Der unüberdachte Stehplatz wurde aber dennoch von den meisten ausgeschlagen. Immerhin gab es für fünf Euro mehr an der Kasse ein Dach überm Kopf, man gönnt sich ja sonst nichts.

Rein ins Spiel: Für alle Fußballästheten war das Spiel kein Augenschmaus. Der Regen macht den Platz nicht nur nass, innerhalb weniger Minuten glich das Geläuf einem Kartoffelacker. Ein Spiel für alle, die Grätschen mit Anlauf und laaaaaangen Rutschwegen lieben. Schon vor dem Spiel warnte Aachens Trainer Fuat Kilic seine Mannschaft, dass gegen den Bonner SC mit Schönspielerei nicht viel zu holen sein wird – am Sonntag galt zusätzlich: bei dem Wetter schon gar nicht. Dennoch probierten es die Schwarz-Gelben in Ansätzen mit Fußball, wirklich aussichtsreich war das allerdings nicht. Die Hausherren hielten mit allem dagegen, was sie zu bieten hatten, unter anderem mit Marcel Kaiser und Dario Schuhmacher zwei Ex-Alemannen.

Die Highlights der ersten Halbzeit: Zweimal wurden vom Schiedsrichter falsche Einwürfe abgepfiffen. Und damit ist auch schon alles der ersten 45 Minuten erzählt.

Und die zweite Hälfte sollte aus Aachener Sicht nicht besser werden – im Gegenteil. Es waren keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff gespielt, da musste Ricco Cymer den Ball auch schon aus dem eigenen Netz fischen. Adis Omerbasic traf für die Gastgeber. Gelegenheiten für die Alemannia waren rar gesät. Es gab ein paar Ecken, zum Ende des Spiels auch ein paar Freistöße, aber wirklich gefährlich wurde es nicht.

Kurios: Kilic brachte für mehr Präsenz in der Offensive den sich in der Umschulung zum Stürmer befindlichen Patrick Salata. Mit 1,95 Metern gut zu sehen und vor allem hoch anspielbar, entsprechende Bälle wurden aber weiterhin kaum genutzt. Die Aachener versuchten sich auf dem, was vom Rasen noch übrig war, weiterhin an einem spielerischen Aufbau mit vielen Pässen, was aber letztendlich in die Hose ging. Die „beste“ Offensivaktion gelang dem an diesem Tag unglücklichen Robin Garnier, der in der Nachspielzeit einen Ball nicht richtig traf (sicher auch zu Teilen dem Platz geschuldet) und so dem Bonner Patrick Schikowski das 2:0 auflegte.

Und so standen die Schwarz-Gelben nach dem Abpfiff geschlagen im Regen …

Das Fazit der zweiten Halbzeit war auch schnell gezogen:

Die Art und Weise der Niederlage in Bonn kam nach den Ergebnissen der vergangenen Wochen überraschend und tut insofern weh als das die Alemannia sich im oberen Tabellendrittel hätte festsetzen und die Hoffnung auf einen Anschluss an die Spitzenplätze am Leben erhalten können. Nun muss wieder eine neue Serie dafür gestartet werden.

Hoffnung machte in Bonn immerhin der Keeper, denn Cymer verhinderte mit einer guten Leistung eine höhere Niederlage:

Das Gute am Fußball: Es gibt ganz schnell die Möglichkeit wieder alles besser zu machen! Schon am kommenden Samstag empfangen die Aachener die Zweitvertretung des FC Schalke 04 auf dem Tivoli. Und meckern und miesmachen ist nicht:

Wie auch immer das Wetter sein wird, steht am Wochenende wieder auf dem Tivoli (ist ja überdacht): die Netzschau.

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