Netzschau zum Spiel Alemannia Aachen gegen Borussia Dortmund II

Netzschau zum Spiel gegen Dortmund II : Alemannia und die Rätsel der Mathematik

Zum Auftakt ins Pflichtspieljahr 2020 hatten die Alemannen in Wattenscheid gegen Aufsteiger Haltern verloren. Zuhause auf dem Tivoli sollte gegen die zweite Mannschaft vom BVB alles anders werden. Es fielen sieben Tore, sechs erzielten die Hausherren, am Ende stand es 3:3. Wie das geht? Beschreibt es mit dem Satz des Pythagoras: die Netzschau.

Die Zuschauer auf dem Tivoli konnten am Samstag ein turbulentes und torreiches Spiel verfolgen. Die Partie bot für jeden neutralen Fußballinteressierten einen ereignisreichen Verlauf, für jeden Aachener dürften die vielen Aufs und Abs aber nicht nur wieder typisch, sondern vor allem ärgerlich gewesen sein. Auf eine zwischenzeitliche souveräne Führung, folgten Slapstick und ein erneuter Anwärter auf das „Kacktor des Monats“, ein verschossener Elfmeter, ein Rückstand und ein schöner Treffer zum dann noch glücklichen Ausgleich. Mit dem einen Punkt nach 90 Minuten kann sich aber keiner so recht anfreunden.

Aber von vorne: Nach dem unrühmlichen Auftritt in der Lohrheide (Anmerkung der Vodoo-Spezialisten in der Redaktion: Alemannias Auftritte dort müssen verflucht sein, logische Erklärungen für die Auftritte dort in den vergangenen Jahren sind nicht zu ergründen), forderten die Fans ein anderes Auftreten – vor allem zuhause an der Krefelder Straße.

Zwischenzeitlich musste allerdings gezittert werden, ob das Spiel überhaupt stattfinden konnte. Typisches Öcher Wetter sorgte im Vormittag für reichlich nasse Böden. Aber bei Alemannia Aachen gilt seit eh und je: „Regenschauer überm Tivoli geben für nen Sieg die Garantie …“

Und da die Alemannia-Anhänger nicht aus Zucker sondern aus (oder zumindest für) Aachen sind, ging es durch den Regen zum Tivoli und selbst die Kleinsten gaben alles und streckten die Schals in die Höhe:

Und auf dem Rasen legten die Heimmannschaft los wie die Feuerwehr, der Dortmunder Nachwuchs wusste gar nicht, wie ihnen geschah. Nach zwei schnellen Treffern – das 1:0 durch Wallenborn nach einer Ecker, nach einer ECKE!!!; das 2:0 durch Schmitt nach einer Vorlage puren Willens von Garnier – sahen die Schwarz-Gelben im schwarzen Dress gegen die Schwarz-Gelben in den gelben Trikots bereits nach einer guten Viertelstunde wie die Sieger aus. [Hinweis für das mathematische Rätsel am Schluss: Das waren die ersten zwei Tore – erzielt von der Alemannia.]

Doch noch vor der Pause kassierte das Team von Fuat Kilic den Ausgleich. Nach einer Ecke kam Aachens Keeper Cymer aus seinem Kasten, den Ball erreichte er nicht, über Umwege bot sich einem Dortmunder eine Schussgelegenheit, Heinze fälscht leicht ab: 2:1. Kurze Zeit später, Ecke von der anderen Seite, der Ball fliegt auf Heinze zu, der Innenverteidiger kann sich nicht mehr wegdrehen, das Spielgerät trifft ihn und landet erneut im Tor: 2:2. Ein rabenschwarzer Tag jetzt schon für den konstantesten und zuverlässigsten Spieler der Alemannia in den vergangenen Monaten. [Hinweis für das mathematische Rätsel: Das waren der dritte und vierte Treffer – erzielt von der Alemannia.]

In der Pause schüttelten die Gastgeber den Ausgleich ab und traten mit Wiederanpfiff sofort wieder aufs Gaspedal. Die Belohnung: Ein Elfmeterpfiff und die Chance auf die erneute Führung. Doch Boesen scheiterte am Gästetorwart.

Stattdessen kam es, wie es in solchen Fällen kommen musste: Dortmund erzielte den Führungstreffer. [Hinweis für das mathematische Rätsel: Das war Treffer Nummer fünf – erzielt vom BVB.]

Aachen aber steckte nicht auf. Nach einem Freistoß köpfte Schmitt den Ball in die Maschen. Der Ausgleich! Von wegen. Ganz ohne Videobeweis wollte das Schiedsrichtergespann Aachens Nummer 21 im Abseits gesehen haben. Trotz der exklusiven Meinung der drei Unparteiischen zählte der Treffer nicht. [Hinweis für das mathematische Rätsel: Das war das sechste Tor – erzielt von der Alemannia.]

Niederlage trotz schneller 2:0-Führung? Nicht mit Rüter. Aachens Edeltechniker brachte einen Fernschuss wunderschön im Kasten des BVB unter, ähnlich wie schon im Testspiel gegen Viktoria Köln während der Rückrundenvorbereitung. 3:3, der Endstand. [Hinweis für das mathematische Rätsel: Wir zählen den siebten Streich – erzielt von der Alemannia.]

Freude über den noch gewonnen Punkt? Enttäuschung über zwei verlorene Punkte? Nach dem Schlusspfiff gab es eine Mischung von beidem:

Und jetzt für die Mathematik-Freunde: In einem Fußballspiel fallen sieben Tore. Sechs davon erzielt die Alemannia. Eins der BVB. Am Ende steht ein 3:3 auf der Anzeigetafel. Wie geht das? Die Auflösung bitte per Gedankentransfer an den Fußballgott. Aufenthaltsort aktuell unbekannt, ganz sicher aber nicht am Tivoli.

Weiß hingegen ganz genau, wo sie am kommenden Freitag sein wird, nämlich beim Auswärtsspiel der Alemannia gegen Homberg: die Netzschau.