Netzschau zum FVM-Pokalhalbfinale 1. FC Düren gegen Alemannia Aachen

Netzschau zum FVM-Pokalhalbfinale : Düren spüren!

Am Mittwoch trafen der 1. FC Düren und Alemannia Aachen erstmals aufeinander. Und das gleich im Halbfinale des FVM-Pokals. Bei bestem Fußballwetter hörten fast 6000 Zuschauer das ein oder andere Mal die neue Hymne der Gastgeber, sorgten für eine volle Westkampfbahn und erlebten einen spannenden Pokalfight. Mittendrin: unsere Netzschau.

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. In den Spielen zwischen David und Goliath muss die Einstellung stimmen, nicht selten entscheidet die Tagesform über Sieg und Niederlage. Der Underdog ist meist der krasse Außenseiter, will mit viel Kampf und Leidenschaft aber über sich hinauswachsen. Und ist im Fußball nicht alles möglich? Gerade im Spiel des Lebens, wenn das ganze Dorf kopfsteht. Da gilt: nicht verstecken und an sich glauben. Der Favorit steht meist vor einer kniffligen Aufgabe, lässt sich aber von den Fans tragen, um die Sensation souverän zu verhindern. Am Ende will man schließlich nach Berlin. Also erst einmal nach Bonn. Dann aber nach Berlin. Und dann nach Europa! Schließlich ist der Pokal der kürzeste Weg dorthin.

So. Damit hätten wir zum Einstieg fast alle Pokalphrasen gedroschen und können uns der Netzgemeinde zuwenden, denn das FVM-Pokalhalbfinale zwischen dem 1. FC Düren und Alemannia Aachen bewegte nicht nur die Region.

Auch auf der Insel gilt: Wenn die Alemannia spielt, dann ist Matchday!

Am Mittwoch gab es für die Schwarz-Gelben dabei nur ein Ziel: das Finale in Bonn erreichen!

Schließlich waren es vor dem Spiel an der Westkampfbahn nur noch zwei Spiele bis zum Titel. Und der bedeutet nicht weniger als die Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison.

Und jetzt ein Funfact für Fußallkenner und solche, die es noch werden wollen:

Doch nicht nur die älteste Holztribüne Deutschlands war gut besetzt: 5900 Zuscher strömten an die Westkampfbahn, um sich das Halbfinale anzusehen. Da war gut was los in Düren.

Die Kulisse sah von allen Seiten beeindruckend aus:

Kurzer Test für zwischendurch: Wem kommen die folgenden Zeilen bekannt vor?

„Hey FC Düren, du wirst niemals untergehen.
FC Düren, wenn wir all zusammenstehen.
Herz an Herz und Hand in Hand,
mit uns Fans als zwölfter Mann.
FC Düren, du bist mein Verein.
Ja so wird es immer sein.“

Das ist der Refrain der neuen Hymne des FC Düren, die gestern vor dem Spiel Premiere feierte. Das Lied der Echten Fründe wurde dann auch gleich noch ein zweites Mal gespielt. Und ein drittes Mal. Und ja, auch ein viertes, fünftes, sechstes … Es ist halt neu und der große Rahmen sollte genutzt werden. Und wer es sich noch einmal anhören möchte, kann das auf der Seite der Echten Fründe tun.

Aber zurück zur Kulisse:

Da in der ersten Halbzeit keine Tore fielen, springen wir direkt zur Halbzeit. Denn der Stadion-DJ ließ die Herzen der englischen Fußballfans unter den Zuschauern höher schlagen:

In der zweiten Hälfte zeigte die Alemannia, warum sie eine Liga höher spielt als der neugegründete 1. FC Düren und ging durch Blendi Idrizi in Führung. Irgendwie. Die einen würden von „reingestolpert“ sprechen, echte Experten sagen bei so einem skurrilen Treffer selbstverständlich, dass das Tor mit viel Willen erzielt wurde.

Das ist dann auch die perfekte Stelle für ein Lob: Nachdem Alemannias Haus- und Hoffotograf am Samstag noch mit seinen Bildern für die Beweise der Niederlage in Straelen sorgte, knipste er beim Pokalspiel das Tor aus schwarz-gelber Sicht auf der richtigen Seite.

Kurze Zeit später legte Dimitry Imbongo noch einen Treffer nach und löste damit endgültig das Finalticket für die Tivoli-Truppe.

Die Mannschaft aus Düren kämpfte aufopferungsvoll und sorgte vor allem in der ersten Halbzeit für eine ausgeglichene Partie. Entsprechend stolz waren und durften die Gastgeber aufgrund der eigenen Leistung sein.

Das Spiel war für alle Beteiligten etwas Besonderes, selbst für Sportjournalisten, die schon fast alles erlebt hatten. Stephan Kaußen, Stimme des WDR, fungierte für das Derby als Stadionsprecher und freut sich bereits auf das Finale in Bonn:

Das wurde natürlich auch entsprechend direkt nach dem Abpfiff gefeiert:

Haben wir da etwa Europapokal gehört? Wir haben da EU-RO-PA-POKAL gehört!

Auch Martin vom Hofe, seines Zeichens Alemannia-Geschäftsführer, zog natürlich nach dem Spiel ein Fazit.

Kurz und knapp auf den Punkt gebracht!

Mit Abpfiff gingen auch schon die ersten Bestellungen für Finaltickets ein. Dabei steht noch nicht einmal die genaue Anstoßzeit fest. Alemannias Fanbetreuung hat das aber im Blick:

Sicher ist auf jeden Fall: Irgendwie wird man schon mitbekommen, ob die Alemannia das Ding in diesem Jahr holt.

Und das Spiel zwischen der Alemannia und Fortuna Köln findet sogar gleich doppelt statt. Während die Männer im Finale aufeinandertreffen, spielt die Frauenmannschaft der Schwarz-Gelben im FVM-Pokalhalbfinale gegen die Fortuna.

Hofft auf den Pokalerfolg, träumt von der ersten DFB-Pokalrunde und schwelgt in Erinnerungen an glorreiche Pokaltriumphe: unsere Netzschau.

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